Lauberhornrennen

12. Januar 2018 14:03; Akt: 12.01.2018 14:03 Print

«Produktion hängt zu 100 Prozent von der SRG ab»

OK-Chef Urs Näpflin ist sich sicher: Wird die No-Billag-Initiative angenommen, sind die Lauberhornrennen in der heutigen Form in Gefahr.

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Die Angst innerhalb des Organisationskomitees sei gross, OK-Chef Urs Näpflin hegt gar «allergrösste Bedenken». Sollte das Stimmvolk die No-Billag-Initiative Anfang März annehmen, würden die Lauberhornrennen in ihrer heutigen Form wohl von den Bildschirmen verschwinden. «Einen Plan B gibt es nicht», sagt Näpflin. Als Alternative nennt er eine «Low-Budget-Produktion mit drei oder vier Kameras».

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Auf diesem Weg würde der Traditionsanlass massiv an Strahlkraft und Wert verlieren. «Wir sind auf eine solche Produktion angewiesen. Und die hängt zu 100 Prozent von der SRG ab.» Als Beispiel nennt der OK-Chef die Jungfraubahnen, die jährlich 1,7 Mio. Franken «investieren». «Wenn die Plattform nicht mehr garantiert ist, dann stimmt der Gegenwert nicht mehr.»

Auch für das Gebiet ist die Übertragung der Rennen in der heutigen Form enorm wichtig. «Es gibt keinen Anlass in der Region mit einer vergleichbaren medialen Präsenz», sagt André Wellig von Jungfrau-Region Tourismus.

23 Kameras im Einsatz

Seit 1960 ist die SRG für die Produktion zuständig. 2015 schalteten schweizweit durchschnittlich 1,2 Millionen TV-Konsumenten ein, 2016 war es eine Million. 2017 fand die Abfahrt nicht statt. Die SRG produziert das Weltsignal und sorgt dafür, dass der Klassiker nicht nur in der Schweiz zu sehen ist, sondern auch in den USA oder in Japan.

Um den Zuschauerinnen und Zuschauern ein Rundumspektakel zu bieten, werden am Berg, im Zielraum und in Lauterbrunnen über zehn Tonnen Material auf- und wieder abgebaut. Wenn sich die Abfahrtskönige am Samstag vor der imposanten Bergkulisse duellieren, werden sie von 23 Kameras begleitet.

SRG kann punkten

Wengen ist ein Zuschauermagnet. Im Hinblick auf die Abstimmung von Anfang März bietet sich der SRG die Chance, beim TV-Publikum zu punkten. Bis dahin dürfte kein anderer Sport-Event so viele Zuschauerinnen und Zuschauer auf einmal vor den Bildschirm locken. Die Skirennen während der Olympischen Spiele finden mitten in der Nacht (Schweizer Zeit) statt.

Eine ausserordentliche Bedeutung will Roland Mägerle, Leiter SRF Sport und Business Unit Sport SRG, den 88. Lauberhornrennen jedoch nicht beimessen. «Das Jahr 2018 hält einige sportliche Highlights bereit, und die Lauberhornrennen sind sicher eines davon.»

Wie der Abfahrtsklassiker aussehen könnte, sollte die Initiative angenommen werden, darüber will Mägerle nicht mutmassen. «Bei Annahme der Initiative hat die SRG ihren Leistungsauftrag noch bis zum 31. Dezember 2018 zu erfüllen. Da die nächsten Lauberhornrennen erst wieder im Jahr 2019 stattfinden, kann Stand heute nicht beurteilt werden, was mit der Produktion und Ausstrahlung passieren würde.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 12.01.2018 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Mitleid

    Ganz einfach: wenn der Anlass tatsächlich weltweit von grosser Bedeutung ist, dann lässt sich das problemlos über Sponsorengelder finanzieren. Kein Grund jetzt zu jammern, dass das Gratisgeld wegfallen könnte. Auch ein kleinerer Rahmen würde der Bergwelt gut tun.

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  • Markus am 12.01.2018 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kalte Füsse

    Und weiter geht es mit der Angstmacherei. Ich bin eigentlich gegen No Billag. Aber wenns so weiter geht, gibts von mir ein Ja. Wenn das Rennen tatsächlich so hohe Einschaltquoten Weltweit hat, dann wird sich ein anderer Sender diese Werbeplattform ganz bestimmt nicht durch die Lappen gehen lassen.

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  • Beobachter 73 am 12.01.2018 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das eine Drohung ?

    Das ist ja schon ein Armutszeugnis, dass man jetzt schon einem mündigen Puplikum drohen muss, obwohl noch nicht über Die No Billag Initiative abgestimmt wurde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • King Kong am 13.01.2018 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Giesskanne

    Jeden Tag höre ich von weiteren Begünstigten meiner Abgabe; ganz offensichtlich ist die ganze Billag Geschichte ein Etikettenschwindel übelster Sorte. Es gehört jedenfalls kaum zum Auftrag der SRG ganze Torismusgebiete zu fördern.

  • Adrian Büschi am 12.01.2018 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Laut den SRG Fans wird die Schweiz ohne Billaggebühren untergehen! Vielleicht geht von der Abschaffung der Gebührenpflicht auch der 3. Weltkrieg los! Oh mein Gott bleibt doch mal bei der Realität! Jeder der gegen die Initiative ist kann nacht der Abstimmung immer noch die Gebühren freiwillig der Billag schicken.

  • mijo am 12.01.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles halb so wild

    er sagt ja in der heutige Form.... es wird dann eine morgige Form geben... alles halb so wild...

  • brro am 12.01.2018 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die Abwürger

    Die Billag-Rappenspalter die so tun, als würden sie gänzlich ohne SRF auskommen, werden erst später beim Realitycheck merken oder sich selbst zugeben, wie oft sie Billag-Programme übers Handy, Compi, TV, Radio konsumiert haben. Dann wird's aber zu spät sein und die Spartenanbieter werden schön abkassieren oder wir werden den Inhalt vor lauter Werbung nicht mehr erkennen. Blochusconi wird billig die Technik der SRF-Ruinen erganten und seine Sünneli.Selbstbeweihräucherung wird uns ersticken lassen. Happy Sünneli-Times all!

  • huber am 12.01.2018 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    plan c

    Niemand von denen scheint einen Plan B zu haben...echt bedenklich!