Super-G in Lake Louise

02. Dezember 2012 14:53; Akt: 02.12.2012 22:00 Print

Erneute «Vonn-Man-Show» - Gut Sechste

3 Siege innert 3 Tagen: Nach den beiden Abfahrtssiegen ist Lindsey Vonn auch im Super-G in Lake Louise das Mass aller Dinge. Drei Schweizerinnen schaffen den Sprung in die Top 10.

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Die Weltcuprennen in Lake Louise gerieten wie schon letztes Jahr zu den totalen Festspielen der Amerikanerin Lindsey Vonn. Nach ihren Erfolgen in den beiden Abfahrten gewann die 28-Jährige auch den abschliessenden Super-G.

«Nirgends fühle ich mich so wohl wie an diesem Berg», sagt Lindsey Vonn über Lake Louise. Hier gewinnt sie fast nach Belieben, und auch wenn sie - wie am Samstag - Fehler macht, am Ende liegt sie vorne. Am Samstag kam sie ohne gröberen Patzer durch, und so war ihr Sieg eine schon fast logische Gegebenheit: «Nach meinen gesundheitlichen Problemen wäre ich auch mit einem oder zwei Siegen zufrieden gewesen. Dass es nun wieder drei Erfolge geworden sind - umso besser.»

Wieder mit dabei im Gesamt-Weltcup

Noch selten waren ihr die Rennen an ihrem Hausberg so wichtig wie diesmal. Denn nach Lake Louise, wo sie nun mit 14 Siegen zu Buch steht, befindet sich Lindsey Vonn mit einem Schlag wieder voll im Geschäft um den Gesamt-Weltcup. Mit satten 300 Punkten Rückstand war sie nach Kanada gereist, nun aber sind es lediglich noch 87 Zähler, die sie von der slowenischen Weltcup-Leaderin Tina Maze trennen.

Zum dritten Mal in ihrer Karriere realisierte Lindsey Vonn drei Siege innert drei Tagen. Ein erstes Mal war ihr dies im Januar 2010 in Haus im Ennstal gelungen, und nun schaffte sie dieses Triple zum zweiten Mal hintereinander in Lake Louise. Zum exakt 100. Mal durfte sie das Podest der ersten 3 besteigen.

Vonn ist auf Rekordjagd

Doch eigentlich orientiert sie sich ja an Platz 1. Lindsey Vonn holte sich in Lake Louise die Weltcupsiege Nummer 54, 55 und 56, womit sie in der ewigen Siegerliste an Vreni Schneider vorbeizog. Sollte die Amerikanerin gesund bleiben, diese Prognose darf man wohl gefahrlos wagen, wird sie schon bald auch die absolute Bestmarke knacken. Die steht bei 62 Siegen und wird von der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll gehalten.

Wie schon in den Abfahrten, in denen Lindsey Vonn vor Stacey Cook triumphiert hatte, feierte das US-Team auch im Super-G einen doppelten Erfolg. Diesmal reihte sich Julia Mancuso unmittelbar hinter Vonn ein, mit 0,43 Sekunden Rückstand. Dritte wurde die Österreicherin Anna Fenninger.

Gutes Teamergebnis für die Schweiz

Die Schweizerinnen zeigten im Schneefall von Lake Louise eine gute Mannschafts-Leistung. Lara Gut und Dominique Gisin belegten die Ränge 6 und 7, und Fabienne Suter erreichte in ihrem ersten Super-G nach ihrem Kreuzbandriss Platz 10. So richtig zufrieden waren indes alle drei Schweizerinnen nicht. «Ich bin froh, Lake Louise verlassen zu können», sagte beispielsweise Lara Gut. Die Tessinerin war in den Abfahrten besonders arg vom Wetter benachteiligt. «Im Super-G war es wenigstens für alle gleich schlecht», sagte die Tessinerin, der zu einem Podestplatz acht Zehntel fehlten.

Dominique Gisin vergab eine bessere Klassierung mit einem Fehler vor dem Flachstück. Sie hängte an einem Tor ein und verlor so viel an Fahrt. «Bei solch schlechten Bedingungen fehlt es mir noch etwas am nötigen Vertrauen. Im Riesenslalom, in dem das Tempo weniger hoch ist, geht es diesbezüglich besser.» Fabienne Suter wertete ihren 10. Rang als «o.k., mehr aber auch nicht. Wenn man von einer Verletzung zurückkommt, muss man mit so einem Rang vielleicht zufrieden sein. Aber in meiner stärksten Disziplin will ich wieder dorthin, wo ich einmal war. Das muss für mich das Ziel sein.»

Weirather fällt aus

Die Liechtensteinerin Tina Weirather, die in der ersten Abfahrt als Dritte auf dem Podium gestanden hatte, schied im Super-G mit einem Innenski-Fehler. Die 23-Jährige, die in ihrer noch jungen Karriere schon so oft vom Verletzungspech geplagt war und Kreuzbandrisse fast in Serie wegstecken mussten, landete im Fangnetz und tat sich dabei am rechten Knie weh.

Lake Louise (Ka). Weltcup-Super-G der Frauen:
1. Lindsey Vonn (USA) 1:22,82.
2. Julia Mancuso (USA) 0,43 zurück.
3. Anna Fenninger (Ö) 0,45.
4. Tina Maze (Sln) 0,62.
5. Maria Höfl-Riesch (De) 1,16.
6. Lara Gut (Sz) 1,25.
7. Dominique Gisin (Sz) 1,47.
8. Leanne Smith (USA) 1,59.
9. Stefanie Moser (Ö) 1,65.
10. Fabienne Suter (Sz) 1,66.
Ferner:
19. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 2,16.
29. Marianne Kaufmann-Abderhalden (Sz) 3,06.
31. Andrea Dettling (Sz) 3,56.
34. Nadja Kamer (Sz) 5,05.
Ausgeschieden u.a.: Nicole Hosp (Ö), Daniela Merighetti (It), Tina Weirather (Lie).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim Lowe am 03.12.2012 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vonn-Woman-Show

    Wenn schon müsste es "Vonn-Woman-Show" heissen, oder nicht?

  • Norbert am 03.12.2012 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ernst gemeint

    Abgesehen vom Können spielen halt die Körpermasse auch eine Rolle. Ähnlich wie im Tennis. Dort sind es die Muskelweibere. Beim Ski kämpfen Pumaweibchen gegen eine Tigerin. Vielleicht sollte man Gewichtsklassen einführen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Norbert am 03.12.2012 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ernst gemeint

    Abgesehen vom Können spielen halt die Körpermasse auch eine Rolle. Ähnlich wie im Tennis. Dort sind es die Muskelweibere. Beim Ski kämpfen Pumaweibchen gegen eine Tigerin. Vielleicht sollte man Gewichtsklassen einführen?

  • Tim Lowe am 03.12.2012 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vonn-Woman-Show

    Wenn schon müsste es "Vonn-Woman-Show" heissen, oder nicht?