Gemischter Viererbob

25. Januar 2015 15:11; Akt: 25.01.2015 15:31 Print

Hefti chauffiert Züblin und Spirig sicher ins Ziel

Zwar resultiert der letzte Platz, die Aktion sorgt aber für strahlende Gesichter: Linda Züblin und Nicola Spirig steigen in St. Moritz zu Beat Hefti in den Bob.

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So enthusiastisch haben noch selten Sportler über einen letzten Platz gejubelt. Beat Hefti und Alex Baumann haben es geschafft, mit prominenter Frauen-Unterstützung durch Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig und Siebenkämpferin Linda Züblin das von ihnen geforderte Vierer-Resultat abzuliefern. Da das Quartett auf Rang 28 im Klassement erscheint, erhält Hefti die Bestätigung, dass er für die Schweiz weiterhin Punkte für das sogenannte Quotenplatz-Ranking sammeln kann. Swiss Sliding muss nicht mehr befürchten, in der nächsten Weltcup-Saison nur noch einen Steuermann stellen zu können.

Die Bilder hatten etwas Komisches. Angetreten war Heftis Crew in Trainings-Overalls. Am Start liessen es die Athleten vorsichtig angehen. In der Anlaufspur büssten sie neun Zehntel ein. Es bestand aber keine Gefahr, dass eine der beiden Frauen beim Einsteigen nicht in den Schlitten kommt und dass das Team am Ende disqualifiziert wird. Deshalb konnte Hefti im Ziel zu seiner ungewöhnlichen PR-Aktion sagen, es habe ihm Spass gemacht. Es war im Vornherein klar gewesen, dass Hefti den Final-Durchgang der Top 20 verpasst. Im ersten Lauf hatte er auf den Halbzeit-Leader und späteren Gewinner Melbardis knapp zweieinhalb Sekunden verloren.

Kritik an Heftis Aktion

Auf Gegenliebe ist Heftis Aktion jedoch nicht überall gestossen. Kritiker monierten, der Appenzeller habe den Bobsport der Lächerlichkeit preisgegeben. Das hat Hefti kalt gelassen. Ihm ging es auch darum, aufzuzeigen, dass er nicht damit einverstanden ist, wie der Weltverband FIBT teilweise sein Reglement auslegt. Hefti will in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren eine gewisse Willkür festgestellt haben. Als ihm die FIBT vor etwa zwei Wochen mitgeteilt hatte, er sei in dieser Weltcup-Saison auf einen Vierer-Einsatz angewiesen, hatte ihn dies geärgert. Er geriet in Zeitnot, musste auf die Schnelle zwei Hinterleute suchen. Denn Hefti wollte die Vierer-Fahrt unbedingt beim Heim-Weltcup hinter sich bringen, um den Zusatz-Aufwand klein zu halten.

Bei der FIBT reagierte man auf offizieller Ebene zurückhaltend auf Heftis PR-Gag. Generalsekretärin Heike Grösswang liess sich von der Nachrichtenagentur «dpa» zitieren, sie wisse nicht, ob sich Hefti damit einen Gefallen tue. Die FIBT verteidigte in dieser Causa halbherzig einen Passus, der seit 2007 im Reglement existiere. Dieser besage, dass sich ein Pilot auf der Jagd nach Punkten für das Quotenplatz-Ranking nicht nur auf eine Disziplin beschränken könne.

Rico Peter enttäuscht

Rico Peters Fazit zum Heim-Weltcup fiel weitaus weniger positiv aus als jenes von Hefti, der am Samstag mit dem Zweier Zweiter geworden war. Dem Aargauer lief es mit dem grossen Schlitten (11.) noch schlechter als mit dem kleinen (7.). Obwohl Peter mit dem Vierer im Final-Durchgang noch sechs Plätze gutmachen konnte, meinte er frustriert: "Das war eine katastrophale Woche! Unsere Leistungen waren inakzeptabel." Der 31-Jährige aus Kölliken hatte mit Problemen verschiedenster Art zu kämpfen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sportler am 25.01.2015 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis geben

    Lächerliche Reglemente müssen der Öffentlichkeit zur Lächerlichkeit preis gegeben werden. Oder so:-).

  • Dani W. am 25.01.2015 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelungene Aktion

    Ich gratuliere Beat Hefti und seiner 4er-Crew zur gelungenen Aktion!

  • Eiskanal am 25.01.2015 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Recht hat er

    Hefti kritisiert den Verband oder auch Swiss Olympic schon seit Jahren. Die Sportart wird kaum oder gar nicht gefördert, die Verbände kümmern sich kaum um die Sportler, quatschen aber überall drein. Die lässige Anwendung des Reglements von Hefti zeigt die amateurhafte Erstellung dessen. Zu sagen, dies sei schlecht für Hefti, ist lächerlich. Das schafft sogar Sympathie!

Die neusten Leser-Kommentare

  • HaRALD am 25.01.2015 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Herzig

    Die Begeisterung im Lachen die beiden Mädels und das Grinsen des Piloten sprechen Bände! :)

  • urs weber am 25.01.2015 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    ja, aber....

    bei einer Startzeit von 5.84 muss man aufpassen dass man sich nicht in der Bahn verläuft!! Doch was das Reglement betrifft, so sind Reglemente immer dann gut, wenn es einem nicht in einer Entscheidung trifft.

    • d. am 25.01.2015 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      japp

      Das ist halt die Entscheidung des Fahrers....5.50sek leichter bob kein Hangabtrieb....oder 5.84sek schwerer Bob und wenigstens nen bissl Speed. aber lustig war die aktion. coole Sache...

    einklappen einklappen
  • Angelika Hüsser am 25.01.2015 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Triathletin Ich finde es toll, dass Beat Hefti die beiden Frauen ausgewählt hat! Triathlon ist auch meine Lieblingssportart.

  • ueli am 25.01.2015 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bob

    Hefti hat gezeigt, dass man auch mit Frauen Bob fahren kann. Der Bobverband könnte das auch ins Reglement aufnehmen und in Zukunft eine eigene Kategorie schaffen. Damit wird der Bobsport noch Attraktiver

  • D. am 25.01.2015 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    coole Aktion

    Geile Aktion. Triathlon Bülach meets Bob...Aber jetzt muss Beat auch einmal über die Hürde und mindestens einen Ironman machen. smile. Gruss an den Schweizer Verband. Sport und Sportler wieder in den Fokus....nicht das eigene Ego oder gar die Geldbörse....Gruss ein ehemaliger Anschieber beim Bruder vom Francesco Friedrich.