7,81 Sekunden

17. Dezember 2012 09:17; Akt: 17.12.2012 16:57 Print

Zu schlecht – Zwangspause für Janka

35, 47 und 46 lauten die Ergebnisse von Carlo Janka in Gröden und Alta Badia. Swiss Ski zieht nach dem jüngsten Debakel die Reissleine: Der Bündner wird 2012 keine Rennen mehr bestreiten.

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Nach 35 Fahrern beim Super-G von Kitzbühel: Fünf Schweizer unter den Top 6! Leider - man merkt es schnell - wurde hier getreu dem Spruch: «Willst du die Schweizer oben sehen, musst du die Rangliste umdrehen» etwas nachgeholfen. Im von Kitzbühel fahren die Schweizer am 25. Januar 2013 die grösste Schlappe der Weltcupgeschichte ein. Sandro Viletta liegt als bester Eidgenosse auf Rang 29. In Beaver Creek klassierte sich Didier Défago im mit Rang 16 als bester Schweizer. Schlechter war bis dahin in der Geschichte des Weltcups nur der 17. Rang von Steve Locher in Lech am Arlberg 1993 Im in Alta Badia scheiden im ersten Lauf vier Schweizer aus, zwei verpassen den 2. Durchgang mit einem Rückstand von über 7 Sekunden auf den Leader und Manuel Pleisch, der einzige Schweizer im zweiten Lauf, scheidet dann ebenfalls aus. Der erste Nuller der Schweizer Riesenslalom-Geschichte ist Tatsache. Im in Beaver Creek verbesserte sich Carlo Janka zwei Wochen zuvor im zweiten Lauf noch vom 26. auf den 24. Rang. Damit verhinderte er das schwächste Resultat der Schweizer Riesenslalom-Männer aller Zeiten damals noch. Diese zweifelhafte Ehre blieb vorerst Rang 25 von Didier Défago in Kranjska Gora 2004. Eine Woche nach Beaver Creek klassiert sich Didier Défago beim in Val d'Isère auf Rang 22 - und verhindert so zwar nicht das nächste Debakel, aber immerhin das schlechteste Resultat aller Zeiten. Das schwächste wird in Val Gardena mit Rang 24 von Vitus Lüönd egalisiert. Im Super-G am Tag zuvor scheiden von 66 Fahrern nur zwei aus: Patrick Küng (Bild) und Sandro Viletta. In Lake Louise fuhr Silvan Zurbriggen drei Wochen zuvor in der mit Rang 24 das beste Resultat der gestarteten Eidgenossen heraus. Schlechter waren die Schweizer Abfahrer noch nie. Im läuft es ebenfalls nicht nach Wunsch. Markus Vogel wird in Levi als bester Schweizer 17., in Val d'Isère 18. Das ist zwar schwach, aber bei den schlechtesten Ergebnissen der Männer gab es jeweils gar keinen Fahrer in den Top 30. So beispielsweise 2009 in Zagreb. Dabei fing mit dem guten 5. Platz von Didier Défago in Sölden die Saison so gut an. Doch jetzt, nach einem Drittel aller Rennen, ist der schlechteste Start der Schweizer Männer aller Zeiten Tatsache.

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Schwach, desolat oder chancenlos. So lauten die Kommentare zum jüngsten Rennwochenende des Schweizer Männer-Teams in Gröden und Alta Badia. Dabei wird von einem neuen Tiefpunkt gesprochen. Im Super-G, der Abfahrt und im Riesenslalom fuhren lediglich drei Schweizer in die Punkte. Silvan Zurbriggen war im Super-G vom Freitag der beste Eidgenosse mit einem 14. Rang.

Die schwache Teamleistung zeigt sich am besten im Riesenslalom. In Alta Badia schaffte es erstmals in der Weltcup-Geschichte kein Schweizer unter die Top 30. «Keiner im Klassement, das ist mehr als enttäuschend – eine Fadengerade mitten ins Gesicht», sagte Männer-Cheftrainer Osi Inglin zur jüngsten Schlappe.

Janka verkörpert Misere am besten

Wie genau die Verantwortlichen gegen die Krise vorgehen wollen, ist noch unklar. «Wir versuchen alles, um aus dieser Misere herauszukommen», sagte Techniktrainer Sepp Brunner im Interview nach der Nullnummer im Südtirol. Einen seiner Schützlinge nannte der Erfolgstrainer beim Namen: Carlo Janka, der Weltmeister von 2009 und Olympiasieger 2010, hinkt seiner Form schon seit Wochen markant hinterher und belegte am jüngsten Rennwochenende die Plätze 35, 47 und 46.

Nach Jankas desaströsem Riesenslalom-Auftritt mit beinahe acht Sekunden Rückstand auf Ted Ligety zieht Swiss Ski die Reissleine. In Absprache mit Gruppentrainer Sepp Brunner entschied der Schweizer Cheftrainer Osi Inglin, dass bei Janka der Fokus auf den Riesenslalom gelegt wird. In dieser Disziplin war Janka 2009 Weltmeister und im Jahr darauf Olympiasieger.

«In Carlos jetziger Verfassung würde ein Einsatz auf der selektiven Stelvio-Piste in Bormio keinen Sinn machen. Unser Ziel muss sein, ihn durch intensives Training für die Januar-Rennen in Adelboden und Wengen wieder konkurrenzfähig zu machen», so Brunner gegenüber dem «Blick». Schon letztes Jahr fehlte Janka im Veltlin. Damals hinderten ihn Rückenbeschwerden am Start. Diesmal verzichtet er, nachdem er in Alta Badia im ersten Lauf gleich 7,81 Sekunden auf die Bestzeit verloren hat. Janka wurden vier bis fünf Tage Pause vom Schnee verordnet.

Inglins Kritik an Brunner

Schon Männer-Cheftrainer Osi Inglin hatte sich kurz nach dem Riesenslalom negativ über Janka geäussert. Inglin betont, dass der 26-Jährige während des Sommers nicht intensiv genug trainiert habe. Stattdessen sei ein Grossteil der Zeit für Materialtests draufgegangen. «Da habe ich wohl gewissen Leuten zu viel Spielraum gelassen. Diesen Vorwurf muss ich mir machen.» Angesprochen ist Gruppentrainer Sepp Brunner, der gemäss Inglin seinen Fehler schon längst eingesehen habe.

Janka habe in Alta Badia einen kraftlosen und wenig energiegeladenen Eindruck gemacht, sagte Inglin. Deshalb solle er nun einmal den Kopf durchlüften und sich auf die Arbeit mit Konditionstrainer Peter Meliessnig konzentrieren. Dabei wird auch ein körperlicher Check durchgeführt. Man will sicher sein, dass beispielsweise auch bezüglich der Blutwerte alles in Ordnung ist.

Am 26. Dezember gehts zum RS-Training

Wenn das so sein sollte, ist für den 26. Dezember die Anreise ins Training nach Hinterreit (Ö) mit Schwerpunkt auf dem Riesenslalom angedacht. Vom 3. - 5. Januar ist in Adelboden ein weiteres Training geplant, bevor dann gleichenorts die unmittelbare Vorbereitung für das Weltcuprennen folgt.

(als/si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benji am 17.12.2012 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu viel geld

    Die verdienen zu viel geld !!

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  • Lecavalier am 17.12.2012 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Was war letzte Saison wirklich anders??

    Sehen wir es doch realistisch, die Erfolge von Cuche haben die Öffentlichkeit schon lange geblendet, man übersah grosszügig, dass dahinter nicht mehr viel kam, ausser noch Hoffunungsträger Feuz. Und der ist verletzt bzw. es fragt sich, ob mit diesem Knie eine weitere Karriere möglich ist. Janka kämpfte schon letzte Saison mit gesundheitlichen Problemen und daraus folgenden konditionellen Mängeln und fuhr kaum erfolgreich. Jetzt kommen noch tatsächliche od. eingebildete Materialprobleme dazu. Cuche + Feuz fehlen einfach, sonst hat sich nicht viel geändert.

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  • Saletti am 17.12.2012 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine ausreden

    Ich bin auch der Meinung dass man es mit der kritik übertreiben kann aber Janka (gillt für alle Schweizer Skicracks) suchen die Ursache in irgendwelchen Verletzungen oder dem schlechten Material. Selbstkritik fehlanzeige! So werden wir nie auf einen grünen Zweig kommen. Ausreden kann man immer finden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • rica am 18.12.2012 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Lehmann soll gehen!!!

    ja stimmt doch,Lehmann ist ja immer noch da,der mischt immer mit.Janka die Schuld geben, der Misere,dass ist leicht,wie damals bei Lara.Wenn ich Janka wäre würde ich für Österreich fahren,die hauen NIE so über die Fahrer,die geben Ihnen Zeit und fördern Junge Leute. Nach Janka kommt Feuz dann lange nichts mehr nur noch Alte....Beim Skispringen da können wir nicht mal ein Team bilden....

  • Saletti am 17.12.2012 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine ausreden

    Ich bin auch der Meinung dass man es mit der kritik übertreiben kann aber Janka (gillt für alle Schweizer Skicracks) suchen die Ursache in irgendwelchen Verletzungen oder dem schlechten Material. Selbstkritik fehlanzeige! So werden wir nie auf einen grünen Zweig kommen. Ausreden kann man immer finden!

  • ski freak am 17.12.2012 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    adios Lehmann

    .....wie wäre es wenn Lehmann endlich aus dem Team gezogen würde?!? es würde allen besser gehen,mir auch !!

  • toms am 17.12.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Janka

    Es tut richtig weh, diesem genialen Skifahrer in dieser Verfassung zuschauen zu müssen. Vielleicht wäre es besser, er würde die Saison abbrechen und sofort den nächsten Winter vorbereiten, mit Privattrainer und einer Skifirma, die für ihn alle möglichen Hebel in Bewegung setzt. Für einen so grossartigen Skifahrer, wie Janka einer ist bzw. wäre, darf kein Aufwand zu gross sein.

    • Elba am 17.12.2012 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Trotzdem: Danka Janka

      Ja, es tut weh! Er hat uns mit seinen Siegen sehr viel Freude bereitet. Für Viren und Rückenproblemen kann er nichts. Im Verband ist aber etwas mehr als faul. In Ruhe mit einem Privattrainer zu arbeiten, könnte vielleicht helfen. Gut haben wir noch ein Team-Gut. Vor einem Jahr wurde Lara ja noch von den Cheffen Beisel/Lehman gesperrt.

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  • AnjaKamber am 17.12.2012 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wieso hat man damals eigentlich den erfolgreichen Trainer Fritz Züger in die Wüste geschickt?

    • toms am 17.12.2012 15:17 Report Diesen Beitrag melden

      Ungleichbehandlung der Fahrer

      Weil er die Mehrheit des Männerteams gegen sich aufbrachte durch die Sonderbehandlung von Silvano Beltrametti.

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