Riesenslalom in Garmisch

24. Februar 2013 16:06; Akt: 24.02.2013 16:06 Print

Premiere für Pinturault - drei Schweizer punkten

Alexis Pinturault gewinnt zum ersten Mal einen Riesenslalom. Er verweist Marcel Hirscher und Ted Ligety auf die Plätze. Punkte gibt es auch für Didier Défago, Manuel Pleisch und Elia Zurbriggen.

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Alexis Pinturault sorgte in Garmisch für eine Premiere. Erstmals gewann der erst 21-jährige Franzose im Weltcup einen Riesenslalom. Die Cracks liess er unmittelbar hinter sich. Weltcup-Gesamtleader Marcel Hirscher wurde Zweiter, Weltmeister Ted Ligety Dritter.

Wie tags zuvor Abfahrtssieger Christof Innerhofer schöpfte auch Alexis Pinturault seine Hoffnungen aus den guten Erinnerungen, die ihn mit Garmisch verbinden. «Hier bin ich Junioren-Weltmeister geworden», erinnerte er sich gerne an die Tage von 2009, als er den Nachwuchs-Titel im Riesenslalom gewann. Inzwischen hat er sich längst in der Weltspitze etabliert. In Garmisch feierte der Franzose seinen bereits vierten Weltcupsieg, in der vierten Disziplin. Dem Sieg im letztjährigen Parallelrennen von München liess er diesen Winter Erfolge im Slalom von Val d'Isère und in der Super-Kombination von Wengen folgen.

Im Zielraum freute sich Pinturault über die französische Hymne, die er jedoch noch lieber in den beiden Vorwochen gehört hätte: «An den Weltmeisterschaften in Schladming bin ich zwar konstant gut gefahren, aber leider hat sich das nicht nicht so richtig bezahlt gemacht.» Viermal schaffte er es in die Top 6, eine Medaille gab es aber nicht. Pinturault wurde Fünfter im Riesenslalom, hinzu kamen 6. Plätze im Super-G, im Slalom und in der Super-Kombination.

Debakel für die Deutschen

In Garmisch jedoch schlug er sie alle. Dank Bestzeit im zweiten Durchgang setzte sich Pinturault auf Platz 1, nachdem er bei Halbzeit noch hinter Felix Neureuther gelegen hatte. Die Deutschen erlebten im zweiten Durchgang ein kleines Debakel. Neben Spitzenreiter Neureuther hatte Fritz Dopfer den ersten Lauf als Dritter beendet, womit im Publikum grosse Erwartungen aufkamen, dass nach 40-jähriger Wartezeit endlich der zweite deutsche Weltcupsieg in einem Riesenslalom Tatsache würde. Aber erneut gab es keinen Nachfolger für Max Rieger, der 1973 in Mont St. Anne in Kanada erfolgreich geblieben war. Dopfer schied mit einem spektakulären Einfädler aus und blieb mit einer Schienbein-Prellung liegen, Neureuther fiel nach einem Steher auf den 12. Schlussrang zurück.

Marcel Hirscher durfte seinen 2. Platz als grossen Erfolg verbuchen. Der Salzburger leidet an einer Magen-Darm-Grippe, was ihn aber nicht daran hinderte, in seinem 17. Rennen der Saison zum 15. Mal aufs Podest zu fahren. «Ich habe heute ganz wichtige Punkte geholt», durfte Hirscher bilanzieren. In der Weltcup-Gesamtwertung liegt er 209 Punkte vor Aksel Lund Svindal, womit sich seine Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung verbessert haben.

Ted Ligety beendete erst zum zweiten Mal in diesem Winter einen Riesenslalom nicht als Sieger. Wie schon in Val d'Isère wurde der Weltmeister Dritter. «Es war heute ganz schwierig. Harte Stellen folgten auf weiche», kommentierte der Amerikaner, der nun für drei Tage nach Sotschi fliegt, um die Olympia-Pisten von 2014 zu testen.

Erste Punkte für Pleisch und Elia Zurbriggen


Bester Schweizer war als 19. Didier Défago. Und da neben ihm zwei der jungen Garde ebenfalls die Qualifikation für den zweiten Lauf schafften, war Swiss-Ski erstmals in der aktuellen Saison mit drei Fahrern im zweiten Lauf vertreten. Défago konnte sich im Riesenslalom-Weltcup auf Platz 25 behaupten, was ihm die Teilnahme am Saison-Finale auf der Lenzerheide eintragen würde. Und noch bleibt ja die Prüfung in Kranjska Gora in zwei Wochen. «Dort werde ich mich während zwei Tagen auf den Riesenslalom vorbereiten können. Das war hier wegen der Abfahrt nicht möglich», blickte Défago voraus.

Für die positiven Schweizer Fakten sorgten der Bündner Manuel Pleisch (23.) und der Walliser Elia Zurbriggen (26.), die beide erstmals in ihrer Karriere Weltcuppunkte errangen. Pleisch hatte sich zum zweiten Mal in den zweiten Lauf vorgekämpft, und im Gegensatz zum Rennen von Alta Badia im Dezember kam er diesmal auch ein zweites Mal ins Ziel. «Ich habe wie schon in Alta Badia angegriffen, und diesmal ist es erfreulicherweise aufgegangen.» Der 22-jährige Bündner sieht aber noch Luft nach oben: «Mit meinen beiden heutigen Fahrten darf ich nicht restlos zufrieden sein. Aber jetzt, mit den ersten Punkten im Sack, wird es in Zukunft hoffentlich etwas einfacher.»

Janka scheitert knapp

Auch Elia Zurbriggen durfte den Tag als Erfolg abbuchen. Der 22-jährige Sohn von Pirmin Zurbriggen sicherte sich in seinem erst zweiten Weltcuprennen gleich die ersten Punkte. In Adelboden war er noch ausgeschieden. Nun scheint der «Spätstarter», in dessen Alter der Vater schon 14-facher Weltcupsieger war, den Tritt gefunden zu haben. Sohn einer Ski-Legende zu sein, war für ihn nicht immer einfach: «In jungen Jahren war dies eine Belastung, aber inzwischen kann ich sehr gut damit umgehen.»

Die übrigen Schweizer konnten sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Carlo Janka wurde von Zurbriggen um drei Hundertstel auf Platz 31 verdrängt, Thomas Tumler, Marc Berthod und Vincent Gaspoz schieden aus. Gaspoz, nicht verwandt mit dem einstigen Riesenslalom-Spezialisten Joël Gaspoz, kam erstmals im Weltcup zum Einsatz. Der 21-jährige Walliser stammt wie die frühere Abfahrerin Chantal Bournissen aus Evolène.

Garmisch-Partenkirchen (De). Weltcup-Riesenslalom der Männer: 1. Alexis Pinturault (Fr) 2:32,60. 2. Marcel Hirscher (Ö) 0,42 zurück. 3. Ted Ligety (USA) 0,45. 4. Marcus Sandell (Fi) 0,55. 5. Manfred Mölgg (It) 0,66. 6. Aksel Lund Svindal (No) 0,79. 7. Steve Missillier (Fr) 1,16. 8. Philipp Schörghofer (Ö) 1,60. 9. Marcel Mathis (Ö) 1,87. 10. Massimiliano Blardone (It) 2,20. 11. André Myhrer (Sd) 2,27. 12. Felix Neureuther (De) 2,29. Ferner: 19. Didier Défago (Sz) 2,71. 23. Manuel Pleisch (Sz) 3,62. 26. Elia Zurbriggen (Sz) 4,01.

(si)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S Schwab am 24.02.2013 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superleistungen :-)

    Eine Sensation ! Sie wurden gemeinsam nicht Letzte ! Ein Hurra :-)

  • Sacha am 24.02.2013 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Jungen

    Die Jungen machen das aber ganz ordentlich.... Weiter so!

  • dani heiniger am 24.02.2013 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trainer???

    2-4 sekunden rückstand...

  • Roman Bolliger am 24.02.2013 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sensationell!

    Die Schweizer Skimänner haben gepunktet!

  • speakthetruth am 24.02.2013 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Janka der gemütliche Ex Olympiasieger

    Wieder nicht ganz Spitze. Aber immerhin haben es Défago und Janka vor Pistenkontrolle um 17:15 nach unten geschafft. RS ist auch schwierig, so viele Kurven.

infografik