Skispringen

24. November 2012 16:44; Akt: 24.11.2012 17:37 Print

Ammann im ersten Springen auf Rang 13

Simon Ammann kann im ersten Springen der Saison in Lillehammer nicht mit der Spitze mithalten – er verpasst die Top 10. Der strahlende Sieger heisst Severin Freund.

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1993: Früh übt sich, wer ein Meister werden will: Schnappschuss aus dem privaten Fotoalbum der Familie Ammann aus dem Jahre 1993. 1997: Im zarten Alter von 16 Jahren sprang Simon Ammann aus Unterwasser beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee 1997 erstmals in die Weltelite. 1998: Ein Schnappschuss - blutjung streichelte Simon sein geliebtes Arbeitsgerät. 1999 - Simon Ammann belegte hinter Sieger Sylvain Freiholz und Marco Steinauer den 3. Platz an den Schweizer Meisterschaften. 2002 - Ammann stürzte kurz vor Olympia beim Springen in Willingen schwer ... ... die Verletzungen waren aber nicht so gravierend wie befürchtet, der Start in Salt Lake war nicht gefährdet. Die Schweizer Skispringer Freiholz, Küttel und Ammann kurz vor dem Olympia-Start in Salt Lake City. Das 1. Gold: Simon Ammann verwies Sven Hannawald, links, und Adam Malysz auf der K90-Schanze auf die Plätze. Bei der Siegerehrung liess sich Simon Ammann feiern und Harry Potter war geboren. Aber nicht genug damit, Ammann räumte gleich richtig ab und holte sich auch noch den Sieg auf der Grossen Schanze - Doppelolympiasieger 2002. Zurück in der Schweiz erwartete den Doppel-Olympiasieger ein Bad in der Menge auf dem Flughafen Zürich. Simon Ammann war ein gefragter junger Mann, bei der Sendung «Wetten, dass..?» fühlte sich auch die kolumbianische Sängerin Shakira vom Schweizer angezogen. Auch die Confiseure liessen sich von Ammanns Erfolg inspirieren und feierten vorzeitig Ostern. In Oslo feierte Ammann dann nach den Spielen seinen ersten Weltcup-Sieg und bestätigte seine zwei Goldmedaillen von Salt Lake. Trotz der Erfolge verlor Simon Ammann nie den Kontakt zur Basis und gab dem Nachwuchs wichtige Tipps. Höhepunkt auf Höhepunkt folgte nach dem Doppelsieg bei Olympia, aber als Testfahrer bei F1-Mann Peter Sauber wollte er sich dann doch nicht melden. Auch bei den Sports Awards 2002 räumte Simon Ammann ab und bekam von Altmeister Walter Steiner die Auszeichnung überreicht. 2003: Simon Ammann versucht sich zwischendurch mal als Fussballer, natürlich nur für wohltätige Zwecke. 2004: Der Überflieger musste ins Militär einrücken. 2005: Simon Ammann zeigte sich an einer Presseorientierung auf der neuen Skisprungschanze in Einsiedeln mit neuer Brille und neuem Haarschnitt. Beim Superzehnkampf 2005 machte Simon Ammann beim Einlaufen schmerzhafte Bekanntschaft mit der hängenden Kamera ... 2006: Bei den Olympischen Spielen in Turin kam Simon Ammann nicht auf Touren und blieb weit unter seinen Möglichkeiten. Der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake 2002 stürzte in Turin ab. Ammann beendete das Seuchenjahr doch noch mit einem Vollerfolg - 2. Weltcupsieg in Lillehammer und dank Andreas Küttel gleich noch ein Schweizer Doppelsieg. 2007: Simon Ammann beendete die Vierschanzentournee auf dem 3. Platz. Er zeigte sich zu Recht stolz auf seine errungene Trophäe. Ammann war wieder auf den Geschmack gekommen - an der WM in Sapporo sicherte sich Simon Gold auf der grossen Schanze ... ... und legte auf der Normalschanze gleich noch die Silbermedaille drauf. Die Weltcup-Saison 06/07 schloss Simon Ammann erstmals auf dem Podest ab, hinter dem Norweger Jacobsen, links, und Gesamtsieger Adam Malysz aus Polen belegte Ammann den 3. Schlussrang. 2008: Simon Ammann gewinnt das Heimspringen in Engelberg. 2009: Bei der Vierschanzentournee belegte Simon Ammann den 2. Schlussrang, nur von Wolfgang Loitzl geschlagen. Der nächste Höhepunkt folgte bei der WM in Liberec: Simon Ammann gewann auf der 100-m-Schanze die Bronzemedaille. Zum Saisonausklang sicherte sich Ammann noch den 2. Platz im Gesamt-Weltcup, hinter Schlierenzauer, aber noch vor Tournee-Sieger Loizl. Ehre, wem Ehre gebührt: Simon Ammann bei der Taufe der 77-m-Schanze in Einsiedeln, die seinen Namen trägt. Zum Aufgalopp in die Olympiasaison gewann Simon Ammann 2010 erstmals den Sommer-GP und setzte ein erstes Zeichen für sich und seine Gegner. Bis zu den Olympischen Spielen lieferten sich Ammann und Gregor Schlierenzauer ein heisses Rennen um den Gesamtsieg im Weltcup, der erst nach Vancouver 2010 entschieden sein wird. Und dann kam der grosse Auftritt auf der Normalschanze - Simon Ammann zauberte zwei perfekte Sprünge aufs Parkett und sicherte sich sein drittes Gold an Olympischen Spielen. Das musste gefeiert werden, natürlich im House of Switzerland - wo denn sonst? Nur eine Woche nach dem Sieg auf der Normalschanze doppelte Simon Ammann auf der Grossschanze nach und holte wie 2002 den Doppel-Olympiasieg. 4-mal Gold bei Olympia - Simon Ammann hat gut lachen. Auch nach Olympia ritt der Toggenburger weiter auf der Erfolgswelle. Ammann reihte Sieg an Sieg und holte als erster Schweizer den Gesamt-Weltcup 2010. Zum Abschluss seiner Traumsaison wurde Ammann in Planica dann auch noch Weltmeister im Skifliegen. Mit 236,5 Meter flog er nur 2,5 Meter am Weltrekord vorbei. An der nordischen Ski-WM 2011 auf dem Holmenkollen flog Ammann zu Bronze auf der Grossschanze. Zu Beginn der Saison 2012/13 läuft es für Ammann nicht nach Wunsch. Enttäuschend verläuft vor allem die Vierschanzentournee. Es reicht lediglich für Rang 27. Ganz anders sieht die Angelegenheit ein Jahr später aus. Im Eröffnungsspringen in Oberstdorf springt Simi auf Rang eins und zählt zu den Topfavoriten auf den Gesamtsieg. Am Schluss wird er Dritter der Tournee. Ammann ist nach diesem Erfolg gewillt, auch an den Olympischen Winterspielen in Sotschi eine starke Leistung zu zeigen. Doch dies gelingt ihm bei weitem nicht. Sowohl auf der Normal- wie auch auf der Grossschanze enttäuscht der Schweizer.

Die Karriere von Simon Ammann.

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Simon Ammann ist in Lillehammer mit einem 13. Rang von der Normalschanze in die Weltcupsaison gestartet. Der Deutsche Severin Freund feiert seinen dritten Weltcupsieg.

Mit 94,5 und 96,5 m hielt Ammann nicht ganz mit den Besten mit. Der Rückstand auf die Besten ist nicht dramatisch. Ärgern dürfte sich der vierfache Olympiasieger in erster Linie über die Klassierung. Als 13. der Weltcup-Wertung ist er für das Springen vom Sonntag auf dem grossen Bakken nicht vorqualifiziert und muss am Mittag die Vorausscheidung bestreiten. Zu den Top Ten fehlte bloss ein Meter.

Der Luzerner Gregor Deschwanden verpasste den Finalvorstoss deutlich. Der 21-Jährige setzte nach 90 m auf und wurde im 41. Rang klassiert.

17-Jähriger verpasst Überraschung

Zum Saisonauftakt lag eine faustdicke Überraschung in der Luft. Der 17-jährige Andreas Wellinger aus Deutschland bestritt sein erstes Weltcupspringen und lag nach dem ersten Umgang mit 103 m in Führung. Mit 98,5 m in der Reprise brachte er die Führung nicht ins Trockene und wurde bei seinem verheissungsvollen Einstand noch auf Rang 5 durchgereicht.

Sein Teamkollege Severin Freund sicherte sich bei einwandfreien Bedingungen den Sieg mit Flügen auf 99 und 100,5 m. Er hielt somit Thomas Morgenstern und Anders Bardal, den Titelverteidiger in der Overall-Wertung, knapp in Schach.

Lillehammer. Männer. Normalschanze:
1. Severin Freund (De) 268,5 (99 m/100,5 m).
2. Thomas Morgenstern (Ö) 267,2 (99/102).
3. Anders Bardal (No) 267,0 (98/101).
4. Anders Jacobsen (No) 266,4 (100,5/99).
5. Andreas Wellinger (De) 266,1 (103/98,5).
6. Anders Fannemel (No) 256,4 (96/100).
7. Manuel Fettner (Ö) 255,8 (97/99,5).
8. Gregor Schlierenzauer (Ö) 255,2 (96/98,5).
9. Taku Takeuchi (Jap) 252,9 (94/100).
10. Peter Prevc (Sln) 251,7 (95,5/97,5).
Ferner: 13. Simon Ammann (Sz) 249,2 (94,5/96,5).
Nach dem 1. Durchgang ausgeschieden: 41. Gregor Deschwanden (Sz) 108,4 (90).

(si)

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