ÖSV-Chef nach Kameracrash

17. Februar 2017 19:33; Akt: 18.02.2017 11:22 Print

«Stürzt der Flieger auch ab, ist die Katastrophe da»

von Sebastian Rieder, St. Moritz - ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bezeichnet die WM-Flugshow als gefährliche Sache. Der Schweizer Loïc Meillard war auf dem Sessellift direkt betroffen.

«Man muss sich nur vorstellen, wenn der Flieger auch noch abgestürzt wäre»: ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel im Interview mit «20 Minuten». (Video: Sebastian Rieder)
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Loïc Meillard war auf dem Weg zum Starthaus, wo um 13 Uhr der zweite Lauf des WM-Riesenslaloms hätte gestartet werden sollen. Während sich der Schweizer Skifahrer auf dem Sessellift auf den finalen Durchgang konzentrierte, trainierte die Flugstaffel PC-7 hoch über der Corviglia. Ein zu tief geratener Sturzflug führte zu einer Kollision mit der langgezogenen Leine der Hochseilkamera.

Das losgelöste Seil knallte daraufhin an die Schutzscheibe des Sessels, auf dem Meillard sass. Von dort rauschte die Strippe an den nächsten Sessel, wo sich das Seil verfing. «Ich hatte nur kurz etwas Angst, aber auf meinen Lauf hatte der Vorfall keinen Einfluss», sagte Meillard gegenüber SRF.

Böse Erinnerungen für Hirscher

Auf der Fahrt nach oben zum Starthaus war in diesem Moment auch Marcel Hirscher. Nach der Blockade des Lifts musste der Österreicher wie alle anderen Fahrer rund 20 Minuten ausharren. «Es war arschkalt, aber ich bin froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Es war sehr knapp», sagte Hirscher, der später als erstmaliger Riesenslalom-Weltmeister noch einmal mit dem Schreckensszenario konfrontiert wurde. «Ich denke, heute hatten sehr viele Leute sehr, sehr viel Glück. Dieser Unfall ist mir unerklärlich.»

Schon vor über einem Jahr musste Hirscher einen grossen Schock verdauen, als er in Madonna di Campiglio beinahe von einer Drohne getroffen wurde, die hinter ihm abstürzte.


Fast-Crash: Hirscher entkommt 2015 nur knapp der abgestürzten Drohne.

Kritische Worte zum Zwischenfall in der Luft fand auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel kurz nach der Goldfahrt von Marcel Hirscher. «Man muss sich nur vorstellen, wenn der Flieger auch noch abgestürzt wäre, dann hätten wir die Katastrophe», sagte Schröcksnadel. «Ich finde die Flug-Show grundsätzlich super, aber die Piloten sollen halt nicht so tief fliegen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Power am 17.02.2017 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Briefing?

    Da ging wohl was gründlich daneben. So harmlos ist das nicht. Harmlos ist nur, das was passiert ist. Alles andere ist eine Katastrophe. Nicht auszudenken, wenn das Flugzeug auf die Tribüne gestürzt wäre. Und nein, hier darf man nicht sagen: "Es is ja nichts passiert!"

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  • Don Aero am 17.02.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haarscharf...

    Für mich ist absolut unverständlich, weshalb derart haarscharf am Limit geflogen werden muss. Zwischen der maximalen Seilhöhe und der Basis der Airshow müssen mehr als einige Meter Platz haben. Auch ein etwas zu tief geratender Sturzflug sollte da einkalkulierbar sein.

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  • Jule am 17.02.2017 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutzengel

    Bitte wenn Hirscher vor Ort ist, keine Flugobjekte am Himmel. Im Ernst da hatten viele Menschen eine ganze Schar Schutzengel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 20.02.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risikoanalyse gemacht, wohl kaum...

    Er ist aber nicht abgestürzt, also hört auf zu lamentieren und konzentriert euch auf das Wesentliche. Ich kann es einfach nicht glauben was da erzählt und geschrieben wird. Wenn ich im Lotto gewonnen hätte wäre ich vielleicht Millionär. Hier ist ganz klar ein Organisationsfehler beim Militär und Veranstalter und nicht der Pilot ist schuld .

  • Jonny sh am 19.02.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abhocken

    Wo er recht hat, hat er Recht. Zumindest mit den Bussen .....

  • Rakete am 19.02.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Besserwisser

    Soviel mir ist, ist es im Ausland und an Flugshows mittlerweile verboten über Zuschauer, und Zielräume, zu fliegen. Warum bei uns nicht?

  • Wilhelm Tell am 19.02.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Täuschung durch den Veranstalter

    hat man sich in dieser Höhe wiedereinmal mit der dort befindlichen dünnen, tragfähigen Höhenluft verrechnet? Wohl kaum, der Boden und das Seil waren einfach zu hoch angelegt, für die Flieger. Frechheit vom Veranstalter diese Piloten so zu täuschen.

    • mcgee am 19.02.2017 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wilhelm Tell

      Genau Willhelm Tell. Man hätte den Berg abtragen müssen, damit die Flugzeuge genug Abstand zum Biden haben..

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  • Max u. Moritz am 19.02.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    St. Moritz

    Im Flug ist manches ja sogar fast alles von blossem Auge nicht sichtbar!!! Das geht viel zu schnell. Ohne Radar, Bodenkontrolle, Fluglotsen und weiss Gott was alles geht nichts, nada, niet. St. Moritz ist der beste Beweis dafür!!! Irgendein Schutzengel mag Fondü drum ist nichts passiert!