Saisonfinale

11. März 2010 10:16; Akt: 11.03.2010 11:54 Print

Jankas Vorsprung schmilzt, Guay gewinntJankas Vorsprung schmilzt, Guay gewinnt

Das Herzschlag-Finale um den Gesamtweltcup bei den Herren zwischen Carlo Janka und Benjamin Raich geht weiter. Der Vorsprung des Schweizers ist auf 38 Punkte geschmolzen. Der Kanadier Erik Guay gewinnt den Super-G.

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Carlo Janka konnte seinen Vorsprung im Gesamtweltcup nicht ausbauen. (Bild: Reuters)

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Der Bündner Carlo Janka verlor im Kampf um den Gesamtweltcup leicht an Terrain. Janka belegte beim Finale in Garmisch-Partenkirchen im Super-G, dem drittletzten Rennen der Saison, lediglich den 11. Platz, derweil sein grosser Gegner, der Österreicher Benjamin Raich, auf Platz 6 fuhr. Jankas Vorsprung im Gesamtweltcup verringerte sich damit um 16 Punkte. Mit nurmehr 38 Zählern Reserve geht der Schweizer in die beiden letzten Rennen, den Riesenslalom vom Freitag und den Slalom vom Samstag.

Im diffusen Licht, das bei leichtem Schneefall die Aufgabe der Fahrer erschwerte, fühlte sich Janka nicht so wohl wie gewohnt. Im Riesenslalom wird der Bündner gefordert sein, zumal er im Slalom damit rechnen muss, im Gegensatz zu Raich ohne Punkte zu bleiben.

Gewonnen wurde der letzte Super-G der Saison vom Kanadier Erik Guay, der schon in der Vorwoche in Kvitfjell triumphiert hatte und seinen starken Finish zum Gewinn der Disziplinenwertung nutzte. Guay fing den Österreicher Michael Walchhofer und den Norweger Aksel Svindal, die im Zwischenklassement der Super-G-Wertung noch vor ihm gelegen hatten, beide ab. Super-G-Olympiasieger Svindal wurde hinter Guay und dem Kroaten Ivica Kostelic Dritter, Walchhofer kam nicht über Rang 15 hinaus. Guay ist erst der zweite Kanadier nach Steve Podborski (Abfahrts-Weltcupsieger 1982), der in einer Speed-Disziplin die kleine Kugel holt. Er rehabilitierte sich auch für die Olympischen Spiele, wo die Kanadier vor eigenem Publikum ohne Medaille geblieben waren.

Die Schweizer, die im Weltcup in den letzten drei Super-Gs immer auf dem Podium vertreten waren, brachten diesmal mit Didier Défago ihren besten Mann lediglich auf Platz 7. Der Abfahrts-Olympiasieger verlor über eine Sekunde auf Sieger Guay. Didier Cuche musste sich mit Rang 9 begnügen, Tobias Grünenfelder wurde 13.


Weltcup-Super-G der Männer in Garmisch. Schlussklassement:

1. Erik Guay (Ka) 1:26,36.
2. Ivica Kostelic (Kro) 0,39 zurück.
3. Aksel Lund Svindal (No) 0,63.
4. Hannes Reichelt (Ö) 0,88.
5. Georg Streitberger (Ö) 1,12.
6. Benjamin Raich (Ö) 1,13.
7. Didier Défago (Sz) 1,20.
8. Mario Scheiber (Ö) 1,21.
9. Didier Cuche (Sz) 1,23.
10. Patrick Staudacher (It) 1,32.
11. Manuel Osborne-Paradis (Ka) und Carlo Janka (Sz) 1,38.
13. Tobias Grünenfelder (Sz) 1,40.
14. Adrien Théaux (Fr) 1,45.
15. Michael Walchhofer (Ö) 1,52.


LIVE-TICKER
mit Monika Brand

- Damit ist das Rennen beendet. Der Kanadier Erik Guay gewinnt es und holt sich damit den Super-G-Weltcup. Benjamin Raich holt im Kampf um den Gesamtweltcup einige Punkte auf. Doch Carlo Janka liegt immer noch 38 Zähler vorne.

- Büchel lässt sich im Ziel feiern. Sein Rückstand von fast einer Minute zählt natürlich nicht wirklich.

- Marco Büchel ist auf seine Abschiedsfahrt gestartet. Der Liechtensteiner tritt im Anzug mit kurzen Hosen und Kniestrümpfen an und verabschiedet sich unterwegs von diversen Leuten. 19 Jahre lang war Büchel im Ski-Zirkus dabei.

- Michael Walchhofer kann nicht vorne mitreden. Er landet mit anderthalb Sekunden Rückstand auf dem enttäuschenden 15. Rang.

- Auch Raich verliert mehr als eine Sekunde und landet auf dem sechsten Zwischenrang. 1,13 Sekunden Rückstand sind es für ihn. Damit ist er schon mal sicher fünf Plätze besser klassiert als Janka. Der Österreicher macht also im Gesamtweltcup Boden gut.

- Der Österreicher liegt nach einer Rennminute 66 Hundertstel zurück.

- Nun ist Benjamin Raich gestartet.

- Janka fährt nur auf Platz 10. Nach einem groben Patzer vor dem Flachstück verliert er 1,38 Sekunden auf den Führenden.

- 53 Hundertstel Rückstand nach einer Rennminute

- Carlo Janka ist gestartet. Jetzt gehts um die Wurst, resp. den Gesamtweltcup.

- Aksel Lund Svindal kratzt an der Bestzeit, verpasst sie schliesslich aber mit 0,63 Sekunden Rückstand doch deutlich. Das reicht für Rang 3.

- Der Österreicher Mario Scheiber fährt auf den 6. Zwischenrang. Er verliert 1,21 Sekunden auf Guay.

- Cuche kann nicht vorne mitmischen. Er landet mit 1,23 Sekunden Rückstand auf dem sechsten Zwischenrang.

- Bereits 0,78 Sekunden Rückstand für ihn.

- Nun ist Didier Cuche an der Reihe.

- Der Kanadier Erik Guay übernimmt die Führung. Er ist 0,39 schneller als Kostelic.

- Platz 9 mit 1,42 Sekunden Rückstand gibts für den Amerikaner Ted Ligety.

- Adrien Theaux aus Frankreich ist chancenlos. Mit gut einer Sekunde Rückstand fährt er auf den 8. Zwischenrang.

- Staudachers Landsmann Werner Heel stürzt.

- Der Italiener Patrick Staudacher fährt auf Platz 5. Er verliert 0,93 Sekunden.

- Défago landet auf Platz 4. Er verliert 0,81 Sekunden auf den Führenden Kostelic.

- Der Abfahrts-Olympiasieger hat unterwegs knapp eine halbe Sekunde Rückstand.

- Es folgt mit Didier Défago gleich der nächste Schweizer.

- Grünenfelder landet nur auf Platz 5. Bis ins Ziel verliert er noch mehr als eine Sekunde auf Kostelic.

- Nach gut einer Rennminute liegt er 0,35 Sekunden hinten.

- Der erste Schweizer ist gestartet: Tobias Grünenfelder.

- Hannes Reichelt reiht sich mit 0,49 Sekunden Rückstand auf Platz zwei ein.

- Manuel Osborne-Paradis aus Kanada kommt auch nicht an die Bestmarke heran. Er verliert 0,99 Sekunden und wird Dritter.

- Der Slowene Alex Gorza scheidet mit der Startnummer 7 als bereits dritter Fahrer in diesem Rennen aus.

- Der Italiener Christof Innerhofer kommt nicht an Kostelic heran. Mit 1,49 Sekunden Rückstand reiht er sich auf Platz drei ein.

- Klare neue Bestzeit für den Kroaten Ivica Kostelic: Er nimmt Streitberger 0,73 Sekunden ab.

- Der Junioren-Welteister Maxence Muzaton aus Frankreich hat nur einen kurzen Auftritt: Er scheidet bei seinem ersten Weltcuprennen aus.

- Georg Streitberger übernimmt die Führung. Er ist fast anderthalb Sekunden schneller als Jerman.

- Der zweite Fahrer, der Österreicher Klaus Kröll, verpasst nach einem langen Sprung ein Tor und scheidet aus.

- Er setzt mit 1:28,96 eine erste Marke. Was die Zeit wert ist, wird sich mit den nächsten Fahrern zeigen.

- Los gehts. Der Slowene Andrej Jerman eröffnet das Rennen.

- Gleich geht es los. 20 Minuten Online berichtet live vom Super-G in Garmisch.

Vor dem Rennen

Das Herzschlag-Finale um den Gesamtweltcup bei den Herren zwischen Carlo Janka und Benjamin Raich geht in die nächste Runde. In Garmisch steht der Super-G auf dem Programm.

Carlo Janka hat in der gestrigen Abfahrt den Tarif durchgegeben. Dank seinem Sieg hat er die Führung im Gesamtweltcup übernommen. Sein Vorsprung auf Benjamin Raich vor den letzten drei Rennen: 54 Punkte. Der 23-jährige Bündner muss im heutigen Super-G seinen Rivalen wieder bezwingen, damit er mehr Punkte bekommt und seine Führung ausbauen kann. Denn Raich gilt in den technischen Disziplinen Riesenslalom und Slalom als der bessere Fahrer.

Der letzte Schweizer, der den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte, war Paul Accola vor 18 Jahren. Der Davoser setzte sich 1992 mit grossem Vorsprung vor Alberto Tomba durch. Wie Janka war auch Accola sehr vielseitig und holte in vier der fünf Disziplinen regelmässig Punkte. Mit 25 war er beim Gewinn der grossen Kristallkugel zwei Jahre älter als Janka momentan. Würde Janka den Gesamtweltcup holen, wäre nur Kjetil André Aamodt 1994 jünger gewesen. Der Norweger triumphierte damals mit 22 Jahren. Noch jünger war Pirmin Zurbriggen. Der beste Schweizer Skifahrer aller Zeiten gewann die grosse Kugel 1984 mit 21 Jahren.

Der Kampf um die kleine Kristallkugel ist fast so spannend. Die besten Chancen, die Disziplinenwertung Super-G zu gewinnen, hat Michael Walchhofer. Der Österreicher hat 300 Punkte auf dem Konto. 46 Zähler mehr als der Norweger Aksel Lund Svindal. Mit Erik Guay (231 Punkte) hat auch der drittplatzierte Kanadier noch eine minime Siegchance.