Tödlicher Ski-Unfall

14. November 2017 07:54; Akt: 14.11.2017 17:45 Print

Poisson prallte mit hohem Tempo gegen Baum

Der französische Skifahrer hatte erst einen Ski verloren und fuhr dann durch ein Sicherheitsnetz. Der Unfall könnte auf schlechte Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen sein.

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Unfall-Tod auf der Piste: David Poisson im Jahr 2003 in Kitzbühel nach einem Super-G-Rennen. (Bild: Keystone/Alexander Klein)

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Zum tragischen Ski-Unfall von gestern im kanadischen Nakiska gibt es neue Erkenntnisse. Der Franzose David Poisson (35) sei «kurz vor dem Ziel mit rund 100 km/h ausgerutscht und dann durch zwei sogenannte B-Fangnetze hindurch in den Wald hineingeschossen», sagt ein Insider, der im Ski-Ressort weilt, gegenüber dem «Blick». «Dort dürfte er ziemlich frontal mit einem Baum kollidiert sein. Ein Rettungsteam hat danach während rund eineinhalb Stunden erfolglos versucht, David wiederzubeleben.»

Das Schweizer Abfahrts-Team war ebenfalls vor Ort und befand sich zum Unfallzeitpunkt auf der gleichen Piste wie die Franzosen. Aus anderen Teams sei zu vernehmen, dass die Schweizer Fahrer aufgrund der schlechten Sicherheitsvorkehrungen in Nakiska gar nicht hätten trainieren wollen.

Ein ausländischer Funktionär, der sich derzeit mit seinem Team in Copper Mountain (Colorado) befindet, versteht das nicht. «Es kann ja auch hier etwas Schlimmes passieren, aber auf jeden Fall ist Copper Mountain die einzige Trainingsstrecke, die mit sehr viel widerstandsfähigeren A-Netzen abgesichert ist», sagt er. «Und ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich einen knappen Meter hinter der Waldgrenze stehen.»

«Gemeinsame Verarbeitung»

WM-Bronzemedaillengewinner David Poisson ist gestern bei einem Trainings-Sturz ums Leben gekommen. Er hatte sich in Nakiska auf den Speed-Auftakt in Lake Louise vorbereitet. Die Schweizer Abfahrer Beat Feuz, Patrick Küng und Co. hätten den Unfall und die Bergung «aus nächster Nähe verfolgen» müssen, schreibt Swiss-Ski in einer Mitteilung. «Die Konzentration der Athleten gilt vorerst der gemeinsamen Verarbeitung der Geschehnisse.» Im Zuge der Verarbeitung werde dann entschieden, «wie, wann und wo die Vorbereitung auf die Olympiasaison fortgesetzt wird».

(kfi)