Ski-Debakel

17. Dezember 2012 22:05; Akt: 17.12.2012 22:05 Print

Mit «Ein-Mann-Team» an die WM?

von Peter Berger - Skination Schweiz – das war einmal. In sieben Wochen beginnt die WM. Bis jetzt erfüllt nur Didier Défago die Kriterien.

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Nach 35 Fahrern beim Super-G von Kitzbühel: Fünf Schweizer unter den Top 6! Leider - man merkt es schnell - wurde hier getreu dem Spruch: «Willst du die Schweizer oben sehen, musst du die Rangliste umdrehen» etwas nachgeholfen. Im von Kitzbühel fahren die Schweizer am 25. Januar 2013 die grösste Schlappe der Weltcupgeschichte ein. Sandro Viletta liegt als bester Eidgenosse auf Rang 29. In Beaver Creek klassierte sich Didier Défago im mit Rang 16 als bester Schweizer. Schlechter war bis dahin in der Geschichte des Weltcups nur der 17. Rang von Steve Locher in Lech am Arlberg 1993 Im in Alta Badia scheiden im ersten Lauf vier Schweizer aus, zwei verpassen den 2. Durchgang mit einem Rückstand von über 7 Sekunden auf den Leader und Manuel Pleisch, der einzige Schweizer im zweiten Lauf, scheidet dann ebenfalls aus. Der erste Nuller der Schweizer Riesenslalom-Geschichte ist Tatsache. Im in Beaver Creek verbesserte sich Carlo Janka zwei Wochen zuvor im zweiten Lauf noch vom 26. auf den 24. Rang. Damit verhinderte er das schwächste Resultat der Schweizer Riesenslalom-Männer aller Zeiten damals noch. Diese zweifelhafte Ehre blieb vorerst Rang 25 von Didier Défago in Kranjska Gora 2004. Eine Woche nach Beaver Creek klassiert sich Didier Défago beim in Val d'Isère auf Rang 22 - und verhindert so zwar nicht das nächste Debakel, aber immerhin das schlechteste Resultat aller Zeiten. Das schwächste wird in Val Gardena mit Rang 24 von Vitus Lüönd egalisiert. Im Super-G am Tag zuvor scheiden von 66 Fahrern nur zwei aus: Patrick Küng (Bild) und Sandro Viletta. In Lake Louise fuhr Silvan Zurbriggen drei Wochen zuvor in der mit Rang 24 das beste Resultat der gestarteten Eidgenossen heraus. Schlechter waren die Schweizer Abfahrer noch nie. Im läuft es ebenfalls nicht nach Wunsch. Markus Vogel wird in Levi als bester Schweizer 17., in Val d'Isère 18. Das ist zwar schwach, aber bei den schlechtesten Ergebnissen der Männer gab es jeweils gar keinen Fahrer in den Top 30. So beispielsweise 2009 in Zagreb. Dabei fing mit dem guten 5. Platz von Didier Défago in Sölden die Saison so gut an. Doch jetzt, nach einem Drittel aller Rennen, ist der schlechteste Start der Schweizer Männer aller Zeiten Tatsache.

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Am 4. Februar wird die WM in Schladming eröffnet. Doch bisher erfüllte Didier Défago als Einziger der Schweizer Männer die Selektionskriterien. Um dabei zu sein, fordert Swiss-Ski von den Athleten entweder:

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85 %
15 %
Insgesamt 5130 Teilnehmer

- eine Klassierung zwischen den Rängen 1 und 7 oder

- zwei Klassierungen zwischen den Rängen 8 und 15.

Diese beiden Klassierungen müssen in ein und derselben Disziplin erreicht werden.

Défago wurde im Riesenslalom in Sölden Fünfter. Reist der 35-jährige Walliser am Ende gar als «Ein-Mann-Team» an die WM? Noch besteht die Chance, dass Défago – mit Rang 31 (!) momentan der beste Schweizer im Gesamtweltcup – Begleitung erhält. Ein Trio braucht noch ein zweites Top-15-Resultat: Patrick Küng (Abfahrt oder Super-G), Carlo Janka (Abfahrt) und Silvan Zurbriggen (Super-G).

Nominierung trotz ungenügender Leistungen?

«Es gibt immer eine Möglichkeit, Fahrer zu selektionieren, die die Kriterien nicht zu hundert Prozent erfüllt haben», sagt dazu Lorenz Liechti von Swiss-Ski. Der Verband muss diesmal die Hintertüre wohl weit aufstossen. Denn 2010 hatte Swiss-Ski zwölf Männer an der WM in Garmisch, Ambrosi Hofmann durfte trotz eines 8. statt 7. Platzes mit. Justin Murisier profitierte vom Junioren-Bonus.

Derzeit steht das desaströse Männer-Team laut Skionline sogar «faktisch vor der Auflösung» – zumindest was die Nationalmannschaft betrifft. Für den Nati-Status ist ein Podestplatz oder ein Rang in den Top 15 der aktuellen Weltcupstartliste nötig. Nach dem Nuller im Riesenslalom in Alta Badia ist Défago als Letzter aus den Top 15 geflogen. Er belegt noch Rang 20. In der Abfahrt ist er als Bester 24., im Super-G ist Patrick Küng (19.), im Slalom Markus Vogel (18.) der Beste.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • barfuss am 18.12.2012 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lehmann

    Naja, es kann nicht sein das es eine sogenannte Skination wie die Schweiz einen derart grossen Leistungseinbruch hinnehmen muss ohne das endlich Köpfe rollen. Herr Lehmann ist seit vier Jahren Vater der Misere, wovon Cuche ihm 2 Jahre den Kopf rettete. Wie zum Geier schaffen es die Ösis jede Saison gestandene Routiniers mit jungen Athleten zu ersetzen die bald einmal denn Anschluss an die Weltspitze geschafft haben??? Es kann nicht sein das ein so modernes Land wie die Schweiz es nicht schafft die wenigen guten Leute die wir haben ordentlich zu fördern. Räumt auf in der Teppichetage!!

  • Thomas Häfeli am 18.12.2012 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Telefon greifen!

    Vielleicht sollten die Verantwortlichen bei Swiss-Ski über ihren Schatten springen, zum Telefon greifen und Martin Rufener auf Knien bitten, zurück zu kommen. Ich habe sowieso nie verstanden, warum man einen derart erfolgreichen Trainer entlassen konnte!

  • Marcel, Bern am 18.12.2012 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Dabei sein ist alles ?

    wo ist das Problem? es gab mal Jamaica Fahrer an der Olympiade. Dabei sein ist alles oder ist dem nicht mehr so ? Alle die hier fordern und auf dem Sofa jammern -> geht doch selber trainieren, lasst die doch einfach mitmachen, ist ja nur Sport kaum der Rede wert ^^

  • Aschim Reldis am 18.12.2012 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gefangen im Wettstreit.

    In keinem anderen Land werden die eigenen Sportler ständig so schlecht gemacht wie in der Schweiz. Ob das die Sportler besser macht.. Die ganze Menschheit gefangen im Wettstreit. Und mittendrin der dumme Schweizer der sich selber immer klein macht.

  • Olivia Vil am 18.12.2012 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Positive Energie

    Vielleicht würde es helfen, den guten Athleten etwas positive Energie zu geben, .... klar, die Leistungen sind schwach, aber immer auf ihnen rum zu hacken macht sie nicht besser,... sondern lässt sie noch mehr zweifeln und man muss dann auch nicht bessere Resultate erwarten. Die Saison ist noch lang, und Steigerung möglich, über die "schlechteste Saison" aller Zeiten, kann man dann nach Saisonende in der Lenzerheide sprechen, bis dahin, soll man die Fakten nicht unterschlagen, den Athleten aber die Chance lassen sich zu verbessern und sie mit "kleinen Lichtblitzen" die sie geben aufmuntern.

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