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Nadja Kamer
28. Januar 2010 13:39; Akt: 09.02.2010 13:14 Print
Die unbekannte Schweizer Olympiahoffnung
von Herbie Egli, St. Moritz - Man kennt sie kaum abseits der Skipisten. Die Rede ist von der 23-jährigen Schwyzerin Nadja Kamer. Das Energiebündel darf aufgrund ihrer jüngsten Resultate sogar von einer Olympiamedaille träumen.
Nadja Kamer ist mit ihren 23 Jahren eher noch eine unerfahrene Athletin im Skizirkus. Ihr erstes Weltcuprennen bestritt sie mit 18-jährig im Januar 2005 in Santa Caterina. Eine Abfahrt, bei der Platz 36 resultierte. Danach verletzte sich Kamer mehrmals und kämpfte sich via Europacup zurück. Regelmässig ist die Speedspezialistin seit zwei Jahren im Weltcup unterwegs. Bis heute stehen 30 Renneinsätze zu Buche.

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«Dann ging es auf einen Klapf»
Den Saisonstart verschlief Kamer. In fünf Rennen gab es lediglich ein Platz unter den besten Fünfzehn. Danach platzte der Knoten aber. In ebenso vielen Rennen fuhr die Schwyzerin vier Mal in die Top Ten - zwei Mal davon aufs Podest. Warum es plötzlich ging, kann Kamer im Interview mit 20 Minuten Online nicht sagen: «Ich kann mir selber nicht erklären, warum es so gut läuft. Anfangs Saison ging es nicht und dann auf einen Klapf.» Die Resultate beflügeln Kamer jedenfalls. «Das ist gut für die Seele und gibt Selbstvertrauen.»
Neben Nadia Styger, Fabienne Suter und Andrea Dettling ist Nadja Kamer mittlerweile die vierte Schwyzerin, die um einen Sieg mitfahren kann. Dies erhöht natürlich den Druck. Damit geht die 23-Jährige aber locker um. «Ich spüre es, dass mehr von mir erwartet wird. Aber ich selber probiere locker zu bleiben und das zu fahren, was ich kann.» Ihr Trainer Stefan Abplanalp sieht durchaus noch Potenzial. «Sie ist eine grosse Athletin mit vielen Hebeln. Sie muss mit ihren Kräften gut umgehen und das Gleichgewicht finden.»
Kamer die Stimmungskanone
Die 1,80 Meter grosse Schwyzerin hat im Moment sogar noch einen weiteren Job im Frauenteam. Sie muss - oder darf - die Kolleginnen bei Laune halten, weil mit der verletzten Fränzi Aufdenblatten eine humorvolle Person fehlt. Sie kopieren will Kamer aber nicht. «Ich weiss nicht, ob ich an Fränzi herankomme. Sie ist ein Supertyp und fehlt uns sicher. Ich probiere aber nicht unbedingt, sie zu ersetzen.» Kamers Teamkollegin Nadia Styger traut ihr das aber zu. «Nadja ist eine Frohnatur. Sie lacht viel und bringt ab und zu einen Spruch.»
Auch privat muss beim 23-jährigen Energiebündel immer etwas gehen. Ich bin eine offene Person. «Wenn ich daheim bin, gehe ich gerne auch einmal aus dem Haus und unternehme etwas. Ich habe es nicht gerne, wenn es langweilig ist.» Falls Nadja Kamer in Vancouver wirklich eine Olympiamedaille gewinnt, darf man gespannt sein, was bei der Feier im Swiss House abgeht, wenn sie es nicht gerne langweilig hat.



























