Wengen

10. Januar 2018 07:05; Akt: 10.01.2018 16:00 Print

Carlo Jankas Experiment am Lauberhorn

Der Schweizer kehrt nach einem Kreuzbandriss ohne Operation zurück in den Weltcup. Wengen ist dafür der ideale Ort – trotzdem bleiben viele Fragezeichen.

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Carlo Janka unternimmt am Mittwoch im Abfahrtstraining in Wengen einen ersten Versuch, trotz gerissenem Kreuzband im Weltcup wieder Fuss zu fassen. Auf eine Operation will der Bündner auf jeden Fall verzichten.

78 Tage sind vergangen seit dem fatalen Sturz auf der Diavolezza, bei dem Janka im Riesenslalom-Training eine isolierte Kreuzbandruptur erlitten hat. Auf eine Operation verzichtete der Bündner. Er entschloss sich für eine konservative Behandlung. Der Support für seinen Entscheid war breit abgestützt.

Das Vertrauen war da

Vor allem aber wusste er mit dem Nidwaldner Manualtherapeuten Rolf Fischer mit Praxis in Stansstad einen Spezialisten an seiner Seite, dem er seit Jahren vertraut und von dessen Fähigkeiten er vollends überzeugt ist. Fischer wird Janka auch dieser Tage in Wengen zur Seite stehen.

Den Entscheid für eine konservative Behandlung fällte Janka unabhängig der bevorstehenden Olympischen Spiele in Pyeongchang. «Wenn es irgendwie geht, werde ich versuchen, ohne Operation auszukommen.» Noch immer weiss er nicht, ob das Kreuzband gerissen oder lediglich angerissen ist.

Ice-Man ist gespannt

Für Janka kommt der Wiedereinstieg einem Experiment gleich. Was ihn erwartet, weiss er noch nicht so recht, «vor allem, was Fahrten auf Weltcup-Niveau anbelangt. Auf solchen Strecken bin ich seit der Verletzung noch nicht gross gefahren.» Erste Anhaltspunkte sammelte er zuletzt an zwei Trainingstagen in Garmisch. «Da hat sich gezeigt, dass schon noch etwas fehlt – vor allem, was das Vertrauen anbelangt. Aber ich merke, dass es von Fahrt zu Fahrt besser geht. Deshalb bin ich gespannt, wie es hier in Wengen sein wird.»

Janka nennt die Zeit das grösste Problem seit dem Sturz auf der Diavolezza. «Es ist sicher noch nicht alles so, wie ich es gerne hätte, aber zumindest so gut, dass ich es wagen kann. Wir werden sehen, wie das Knie auf die Belastungen reagieren wird.»

Wengen als idealer Ort

Wengen betrachtet Janka als idealen Ort für seine Rückkehr. «Es gab keine andere Möglichkeit. In Bormio wäre ich noch nicht bereit gewesen, und Kitzbühel ist nicht ganz einfach mit einem nicht ganz gesunden Knie.» Für Wengen spricht ausserdem, dass sich Janka auf der Lauberhorn-Strecke besonders wohl fühlt. Drei Siege hat er hier schon gefeiert, fünf weitere Male ist er auf dem Podest gestanden.

Über den Start im Training am Mittwoch hinaus hat Janka noch nichts geplant. «Ich probiere es einfach mal. Ich entscheide von Tag zu Tag. Dann sehe ich, was Sinn macht und welche Möglichkeiten ich habe. Auch mit Blick auf den Verletztenstatus wird es ein taktisches Spiel werden.»

Der Verletztenstatus nimmt in Jankas Überlegungen eine zentrale Rolle ein. Für ihn ist wichtig, dass er in der Startliste nicht zu sehr nach hinten durchgereicht wird. Dieser Passus im Reglement ist ihm «fast noch hinderlicher als das verletzte Knie. Er bietet keinen grossen Spielraum».

Gemäss Reglement behält ein verletzt gewesener Fahrer lediglich für ein Rennen sein geschütztes Ranking. Schon bei seinem zweiten Einsatz muss er eine Klassierung möglichst weit vorne erreichen, um das Abrutschen in der Startliste zu vermeiden. In der massgebenden Rangliste liegt Janka zur Zeit auf Platz 19.


«Freude herrscht»: Lauberhorn-OK-Präsident Näpflin gibt Auskunft über die Pistenverhältnisse vor dem Rennwochenende. Video: Tamedia/SDA

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.01.2018 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Ich hoffe für ihn, dass er wieder fit wird und bald wieder Rennen fahren kann. Ich bezweifle aber das Carlo jemals zu denn besten gehören wird. Am ehesten gibts ein Olympia Wunder. Da haben die Schweizer Männer allg. immer wieder überrascht.

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  • r.c. am 10.01.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Carlo Janka weiss, was ihm seine Gesundheit wert ist und steht mit beiden Beinen im Leben. Nicht nur auf den Skiern. Sehr sympathisch. Ich wünsche ihm alles Gute und dass das Knie bestens mitmacht.

  • Stöckli SKI am 10.01.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hoop Schwiz

    Freuen wir uns auf ein spannendes Unfallfreies Rennen am Samstag. Das Wetter wird super sein, Schnee gibt es auch. Feiern wir unser Volk fest in Wengen. Schön wenn Beat und Co. Gewinnen sollten, ansonsten einfach geniessen. Ich wünsche allen ein spannendes Rennen und an alle die ausnahmsweise Traditionell in der Fernsehstube zu Mittagessen werden wie bei uns zuhause einen guten Appetit. HOOPP SCHWIIZ

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Steinmarker am 10.01.2018 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kategorie Schönheitspreise

    Schade für Janka ! der gute Kerl hat es leider vor Jahren verpasst aufzuhören. Seine Renntechnik ist komplett veraltet und zu langsam für die heutige Zeit . Carlo sollte nur noch bei den Bündner Skischulmeisterschaften starten in der Kategorie Schönheitspreise !

  • Marc B. am 10.01.2018 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kennt die Belastungen

    Ich bin sicher das Carlo das Risiko das er eingeht einzuschätzen vermag. Ich traue ihm auch ein ansprechendes Resultat zu. Er kennt seinen Körper und auch die Belastung die in Wengen auf ihn zukommen werden. Zudem hat er einen Staff der auch weiss wie weit seine Verletzung ausgeheilt ist.

  • Stöckli SKI am 10.01.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hoop Schwiz

    Freuen wir uns auf ein spannendes Unfallfreies Rennen am Samstag. Das Wetter wird super sein, Schnee gibt es auch. Feiern wir unser Volk fest in Wengen. Schön wenn Beat und Co. Gewinnen sollten, ansonsten einfach geniessen. Ich wünsche allen ein spannendes Rennen und an alle die ausnahmsweise Traditionell in der Fernsehstube zu Mittagessen werden wie bei uns zuhause einen guten Appetit. HOOPP SCHWIIZ

  • r.c. am 10.01.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Carlo Janka weiss, was ihm seine Gesundheit wert ist und steht mit beiden Beinen im Leben. Nicht nur auf den Skiern. Sehr sympathisch. Ich wünsche ihm alles Gute und dass das Knie bestens mitmacht.

  • Werner Wenger am 10.01.2018 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verworrenes Spiel?

    Ob das Band gerissen oder angerissen ist weiss er noch nicht? Diagnose vom Fachmann? Das kann ich mir nicht vorstellen! Ich vermute, dass sich Janka mit diesen Aussagen und der Art, seine Verletzung kurieren zu wollen, den Ausstieg aus den Skizirkus ebnet und als eigene Psychostütze braucht.

    • Pistenhelfer am 10.01.2018 18:24 Report Diesen Beitrag melden

      Star?

      Er war immer der Jammeri der Nation. Entweder man ist Fit und startet oder nicht. Könnte viel von einem Büezer lernen!!!

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