Mini-Tour in Kuusamo

01. Dezember 2012 13:11; Akt: 01.12.2012 14:11 Print

Cologna steigert sich - Legkow gewinnt

Dario Cologna läuft in der zweiten Etappe der Mini-Tour über 10 km Skating auf den achten Platz. Petter Northug muss sich erneut vom Russen Alexander Legkow geschlagen geben.

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Dario Cologna (Mitte) beginnt im Alter von 13 Jahren mit dem Langlauf-Sport. Seinen ersten grossen Erfolg feiert er 2006 an der Junioren-WM mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 10 km klassisch. Ein Jahr später trumpft der Münstertaler bei den U23-Titelkämpfen gross auf: Im Verfolgungswettbewerb und über 15 km Freistil gewinnt er zweimal WM-Gold. Ausserdem gewinnt Dario Cologna im März 2007 den Engadiner Skimarathon. In der Folgesaison läuft der Münstertaler im russischen Rybinsk im Weltcup erstmals in die Top Ten. Dasselbe schafft er in Otepää und Liberec. Beim Weltcup-Finale in Bormio verpasst er im Prolog über 3,3 km Freistil als Vierter sein erstes Podest nur knapp. Bei der U23-WM kann Cologna dafür erneut jubeln: Gold über 30 km Freistil. Der steile Aufstieg beginnt: In den ersten sechs Rennen der Saison 2008/2009 ist Dario Cologna der einzige Athlet, der immer in die Punkteränge läuft. Am 14. Dezember 2008 übernimmt er erstmals die Führung im Gesamtweltcup. Das gelang noch keinem Schweizer vor ihm. Einen knappen Monat später ist Dario Cologna endgültig an der Spitze angekommen: Der Münstertaler gewinnt - ebenfalls als erster Schweizer - die Tour de Ski. An der WM in Liberec gibts einen Dämpfer: Im Sprint verpasst der junge Schweizer das Podest als Vierter um eine Sekunde. Über klassisch reicht es als Sechster auch nicht für eine Medaille - und in der 30-km-Verfolgung gibts den Absturz auf Platz 41. Freud und Leid liegen bekanntlich nahe beieinander: Wenig später lasst sich Cologna als erster Schweizer Gesamtweltcup-Sieger feiern. Die Leistungen des Münstertalers bleiben nicht im Verborgenen: Im Dezember 2009 wird er bei den Credit Suisse Sport Awards zum «Newcomer des Jahres» ausgezeichnet. Bei der Tour de Ski kann Dario Cologna seinen Titel nicht verteidigen. Doch immerhin reichts für einen Platz auf dem Podest: Er wird Dritter. Ein bisschen Spass muss sein: Cologna zieht sich nach seinem dritten Platz über 15 km Freistil beim Weltcup im kanadischen Canmore einen Cowboy-Hut an. Grosses «Projekt»: Dario Cologna am Flughafen von Vancouver. Die Olympischen Spiele können kommen. Der Schweizer schlägt ein wie eine Bombe: Gold über 15 km klassisch! Dreimal dürfen Sie raten .. ... genau: Das hat vor ihm noch kein Schweizer geschafft! Cologna ist der erste Langläufer der Eidgenossenschaft, der sich bei Olympischen Spielen einen goldenen «Plämpel» umhängen liess. Die Fangemeinde wächst und wächst. Fast hätte es Cologna in Vancouver zu einer zweiten Olympia-Medaille gereicht - wäre er bei den 50 km nicht kurz vor dem Ziel gestürzt. Trotzdem darf der Münstertaler bei der Schlussfeier die Schweizer Fahne tragen. Eine grosse Ehre, schliesslich gabs in Kanada fünf weitere Schweizer Goldmedaillengewinner. Zwei Wochen später gewinnt Cologna zum zweiten Mal in seiner Karriere den Engadin Skimarathon. Einmal mehr ist Dario Cologna nicht zu bremsen: In der Saison 2010/2011 gewinnt er zum zweiten Mal die Tour de Ski. Nur der Tscheche Lukas Baur konnte das prestigeträchtige Etappenrennen bisher schon zweimal für sich entscheiden. Rückschlag bei der WM in Oslo. Wie zwei Jahre zuvor läuft es für den Schweizer an den Titelkämpfen alles andere als rund. Beste Klassierung ist ein 9. Rang im Sprint. Cologna muss mit leeren Händen heimreisen. Nach dem Regen scheint die Sonne: Zum Saisonende stemmt der Münstertaler zum zweiten Mal die Kristallkugel für den Gesamtweltcup in die Höhe. Im Dezember 2011 entscheidet Dario Cologna in Rogla erstmals im Weltcup ein Sprint-Rennen für sich. Allerdings hatte Rivale Petter Northug auf einen Start verzichtet. Anfang Januar 2012 krönt sich der 25-Jährige zum «Mr. Tour de Ski»: Cologna gewinnt das wichtigste Etappenrennen im Langlaufsport zum dritten Mal. Das hat vor ihm noch keiner geschafft! Der Start in die Saison 2012/13 läuft für Cologna nicht nach Wunsch. Immerhin steigt die Kurve seiner Form an. Bei der Mini-Tour in Kuusamo wird er Vierter. Bei der Tour de Ski 2013 belegt der Bündner hinter Alexander Legkow in der Endabrechnung den zweiten Rang. Am 12. Januar 2013 wird Dario Cologna zum «Schweizer des Jahres» gewählt. Der Formaufbau für die WM 2013 in Val die Fiemme hat gestimmt: Cologna holt im Skiathlon über 2x15 km überlegen Gold. Es ist die erste WM-Medaille für den Münstertaler überhaupt. In der Folge lässt der Bündner noch eine Silbermedaille über 50km folgen. Die Weltcupsaison 2012/13 beendet er als Gesamtdritter hinter Petter Northug und Alexander Legkow. Den Start in den Olympia-Winter 2013/14 verpasst Dario Cologna wegen einem Bänderriss. Er muss sich operieren lassen und fällt rund zwei Monate aus. Erst eine Woche vor dem Start der Olympischen Spiele kehrt Dario Cologna in den Weltcup zurück. Er lässt in Toblach gleich mit dem zweiten Platz aufhorchen. In Sotschi lässt es Cologna dann gleich beim ersten Rennen krachen: Im Skiathlon holt er Gold. Nur fünf Tage später trumpft er auch über 15 km klassisch auf und sichert sich die zweite Goldmedaille. Nach Olympia bereitet Cologna der Fuss wieder Probleme. Beim 50km-Lauf von Oslo muss er aufgeben, in der Folge bricht er die Saison ab.

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Dario Cologna büsste in Kuusamo am Polarkreis 12 Sekunden auf Northug und deren 19 auf Legkow ein. Bei der ersten Zwischenzeit nach 3,1 km hatte der Bündner noch zeitgleich mit Legkow in Führung gelegen. Die Leistung von Cologna ist absolut im Soll. Er will seine Topform während der Tour de Ski und vor allem bei den WM im Val di Fiemme erreichen. Positiv überraschte auch Curdin Perl mit Rang 12.

Northug geht am Sonntag als Leader in die Schlussetappe der Minitour über 15 km klassisch. Das Rennen wird mit Verfolgungsstart lanciert. Northug, der die Mini-Tour bereits im Vorjahr gewonnen hatte, geht 1:12 Minuten vor Cologna in die Spur. Der Sieg in der Minitour wird mit 200 Weltcup-Punkten honoriert.

Björgen bei den Frauen

Marit Björgen lief über 5 km zum sechsten Sieg in Serie. Gemäss der Statistik der FIS bleibt sie vorläufig auf 57 Weltcupsiegen in Einzelrennen sitzen, weil Erfolge in Etappenrennen nicht als vollwertig zählen. Den 58. Sieg wird die 32-jährige Norwegerin am Sonntag mit dem Gewinn der Mini-Tour einfahren.

Björgen nimmt das Handicap-Rennen über 10 km mit 52 Sekunden Vorsprung in Angriff. Die zweite Etappe wurde von den Norwegerinnen, die sechs Läuferinnen unter die Top 8 brachten, dominiert. Einzig Kikkan Randall (USA/2.) und Julia Tschekalewa (Russ/3.) durchbrachen die Phalanx.

Kuusamo (Fi). Langlauf. Weltcup. Mini-Tour. 2. Etappe. Männer. 10 km (Skating): 1. Alexander Legkow (Russ) 21:52,8. 2. Petter Northug (No) 6,8 Sekunden zurück. 3. Maurice Manificat (Fr) 7,9. 4. Sjur Röthe (No) 12,4. 5. David Hofer (It) 15,5. 6. Ilja Tschernussow (Russ) 16,6. 7. Chris Jespersen (No) 18,7. 8. Dario Cologna (Sz) 19,3. 9. Marcus Hellner (Sd) 22,0. 10. Maxim Wilegschanin (Russ) 28,4. - Ferner die weiteren Schweizer: 12. Curdin Perl 28,9. 34. Toni Livers 55,0. 42. Remo Fischer 1:08. 55. Jonas Baumann 1:20. 73. Roman Furger 1:44. 79. Marco Mühlematter 1:53.
Mini-Tour (2/3): 1. Northug 23:49. 2. Alexej Poltoranin (Kas) 40,0. 3. Legkow 53,2. - Ferner: 12. Cologna 1:12. 18. Perl 1:23. 41. Livers 2:00. 48. Fischer 2:11. 58. Baumann 2:20. 74. Furger 2:45. 84. Mühlematter 2:58.
Weltcup (3/31): 1. Poltoranin 133. 2. Northug 128. 3. Martin Johnsrud Sundby (No) 126. - Ferner: 12. Perl 46. 15. Cologna 42. 36. Furger 14.

Frauen. 5 km (Skating): 1. Marit Björgen (No) 12:02. 2. Kikkan Randall (USA) 22,7. 3. Julia Tschekalewa (Russ) 24,5. 4. Therese Johaug (No) 27,6. 5. Heidi Weng (No) 28,7. 6. Vibeke Skofterud (No) 33,4. 7. Kristin Störmer Steira (No) 37,1. 8. Martine Ek Hagen (No) 40,7. 9. Nicole Fessel (D) 42,0. 10. Krista Lähteenmäki (Fi) 42,4. - Ferner: 67. Doris Trachsel (Sz) 1:40.
Mini-Tour (2/3): 1. Björgen 14:15. 2. Randell 52,7. 3. Lähteenmäki 58,5. 4. Justyna Kowalczyk (Pol) 1:01. 5. Weng 1:13. 6. Tschekalewa 1:26. - Ferner: 61. Trachsel 2:50.
Weltcup (3/31): 1. Björgen 200. 2. Randell 132. 3. Johaug 127.

3. Etappe: Sonntag, Männer 15 km, Frauen 10 km (beide klassische Technik/Verfolgungsstart).

(si)

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