Routinier stichelt

09. Dezember 2012 18:01; Akt: 09.12.2012 18:08 Print

Défago kritisiert Cuches Beraterfunktion

Der schlechteste Saisonstart der Schweizer Männer im Ski-Weltcup aller Zeiten lässt auch Routinier Didier Défago nicht kalt. Er kritisiert das Handeln von Swiss Ski im Fall von Didier Cuche.

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Nach 35 Fahrern beim Super-G von Kitzbühel: Fünf Schweizer unter den Top 6! Leider - man merkt es schnell - wurde hier getreu dem Spruch: «Willst du die Schweizer oben sehen, musst du die Rangliste umdrehen» etwas nachgeholfen. Im von Kitzbühel fahren die Schweizer am 25. Januar 2013 die grösste Schlappe der Weltcupgeschichte ein. Sandro Viletta liegt als bester Eidgenosse auf Rang 29. In Beaver Creek klassierte sich Didier Défago im mit Rang 16 als bester Schweizer. Schlechter war bis dahin in der Geschichte des Weltcups nur der 17. Rang von Steve Locher in Lech am Arlberg 1993 Im in Alta Badia scheiden im ersten Lauf vier Schweizer aus, zwei verpassen den 2. Durchgang mit einem Rückstand von über 7 Sekunden auf den Leader und Manuel Pleisch, der einzige Schweizer im zweiten Lauf, scheidet dann ebenfalls aus. Der erste Nuller der Schweizer Riesenslalom-Geschichte ist Tatsache. Im in Beaver Creek verbesserte sich Carlo Janka zwei Wochen zuvor im zweiten Lauf noch vom 26. auf den 24. Rang. Damit verhinderte er das schwächste Resultat der Schweizer Riesenslalom-Männer aller Zeiten damals noch. Diese zweifelhafte Ehre blieb vorerst Rang 25 von Didier Défago in Kranjska Gora 2004. Eine Woche nach Beaver Creek klassiert sich Didier Défago beim in Val d'Isère auf Rang 22 - und verhindert so zwar nicht das nächste Debakel, aber immerhin das schlechteste Resultat aller Zeiten. Das schwächste wird in Val Gardena mit Rang 24 von Vitus Lüönd egalisiert. Im Super-G am Tag zuvor scheiden von 66 Fahrern nur zwei aus: Patrick Küng (Bild) und Sandro Viletta. In Lake Louise fuhr Silvan Zurbriggen drei Wochen zuvor in der mit Rang 24 das beste Resultat der gestarteten Eidgenossen heraus. Schlechter waren die Schweizer Abfahrer noch nie. Im läuft es ebenfalls nicht nach Wunsch. Markus Vogel wird in Levi als bester Schweizer 17., in Val d'Isère 18. Das ist zwar schwach, aber bei den schlechtesten Ergebnissen der Männer gab es jeweils gar keinen Fahrer in den Top 30. So beispielsweise 2009 in Zagreb. Dabei fing mit dem guten 5. Platz von Didier Défago in Sölden die Saison so gut an. Doch jetzt, nach einem Drittel aller Rennen, ist der schlechteste Start der Schweizer Männer aller Zeiten Tatsache.

Der schwächste Schweizer Saisonstart aller Zeiten.

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Didier Défago ist die am Donnerstag bekanntgegebene Verpflichtung seines langjährigen Teamkollegen Didier Cuche als Swiss-Ski-Berater für die Speed-Disziplinen in den falschen Hals geraten.

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«Nun werden wir alles gewinnen», versuchte der auf Cuche angesprochene Défago im Zielraum von Val d'Isère nach seinem 22. Platz im Weltcup-Riesenslalom zunächst ironisch zu antworten. Auf Nachfrage brach es dann aber aus dem 35-jährigen Walliser heraus: «Die Art, wie das Ganze von Swiss-Ski vorgestellt wurde, ist eine Katastrophe. Ich finde, Swiss-Ski geht mit der vorhandenen Situation nicht gut um. Auch der Cheftrainer (Osi Inglin - Red.) managt seine Arbeit nicht gerade gut.»

In seiner Situation, so Défago weiter, könne er ja auch nicht einfach Martin Rufener, den Vorgänger von Inglin als Cheftrainer der Schweizer Männer, anrufen, wenn er einen Rat benötige. Von Seiten von Swiss-Ski ist vorgesehen, dass Cuche schon in dieser Woche in Val Gardena (It) beratend auf der Piste sein wird. Danach soll der Neuenburger auch bei den Klassikern in Wengen und Kitzbühel sowie beim Weltcup-Finale auf der Lenzerheide vor Ort sein.

«Habe nichts gegen Cuche»

Abfahrts-Olympiasieger Défago - zeit seiner Karriere im Schatten des drei Jahre älteren Cuche - betonte, dass «ich nichts gegen Didier habe. Mit seiner Erfahrung kann er sicherlich einiges bringen. Ich habe auch schon geahnt, dass Didier bei einem, zwei Rennen wieder vor Ort sein würde. Doch ich verstehe nicht, weshalb gerade jetzt gehandelt wurde. In den technischen Disziplinen sind wir seit langem weit davon entfernt, eine gute Equipe zu sein. Doch dort ignoriert man es im Moment einfach. Im Speed-Bereich hingegen sind wir nicht so weit von der Spitze weg.» Doch es sei klar, dass nun bald weitere Fortschritte folgen müssen, so Défago abschliessend. «Ich freue mich auf die kommenden Rennen. Ich will meiner Rolle als Teamleader gerecht werden.»

Inglin: «Bin überrascht»

Osi Inglin, in Val d'Isère angesprochen auf die Vorwürfe seines Teamleaders, war darum bemüht, die Wogen zu glätten: «Die Verpflichtung von Didier Cuche als Berater wurde von mir schon länger angestrebt. Das ist nicht eine Massnahme aufgrund der jetzigen Situation und Resultate. Angedacht ist vor allem, dass er sich um die jüngeren Fahrer kümmert. Es geht also weniger um einen Didier Défago. Dass er sich nun so äussert, überrascht mich. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es für unsere Jungen eine gute Massnahme darstellt.»

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal am 10.12.2012 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Technik fördern

    Def hat recht! Vorallem im technischen MUSS etwas gehen. Und da ist Cuche der falsche Mann! In den Speedsisziplinen wären wir nicht schlecht, wenn die Leistungsträger nicht verletzt sind. Hinter ihnen klafft leider eine grosse lücke......

  • Beni S. am 10.12.2012 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Lehmann muss weg!

    Es gibt nur eine Lösung, um der ganzen Misere Herr zu werden: Lehman muss weg! Und zwar besser schon gestern als erst morgen.

  • K. B. am 09.12.2012 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja klar

    Défago dacht, dass er jetzt der Topfahrer der Schweiz und somit Teamleader sei. Wenn Cuche zurück kommt, egal in welcher Position, dann zeigt dies nur, dass Défago eben kein Teamleader ist und die Lücke nicht füllen kann. Das würde mich auch ärgern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Boomer am 11.12.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Soll doch froh sein

    Ich wäre um jeden Tipp dankbar, besonderes wenn dieser von einem Champ sind.

  • Frank A. am 10.12.2012 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Defago sollte schweigen

    Defago stellt sich selbst ins Abseits. Hätte er verestanden / gelesen, wozu Cuche geholt wurde, könnte er sich sein Geschwafel sparen. Und Cuche - wie Defago meint - wenn schon zu den Technikern zu gesellen, ist sowieso eine Schnapside von Defago.

  • A.Zeiger am 10.12.2012 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Das ganze Debakel hatt schon länger angefangen aber mit Cuche super Leistungen konnte man sich in der Führungsetage immer verstecken und jetzt kommen die Probleme zum Vorschein.. Nur nützt das Jammern nichts,es ist Saison jetzt und nun heisst es Angriff nach vorne und die Leistungen abrufen...! Ihr könnt es glaubt an Euch!!!

    • Heiri Müller am 11.12.2012 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Cuche ist kein Raich, Accola, Eberharter

      Aber dafür, dass Cuche das einzige halbaktuelle Aushängeschild ist, hätte er auch mal den Gesamtweltcup gewinnen müssen.

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  • Schtöff am 10.12.2012 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurz und bündig

    Lehmann muss weg. Basta!

  • Raphael Jülich am 10.12.2012 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kein wunder - einfache Mathematik

    Wenn man sich nicht anständig um den Nachwuchs bemüht dann kriegt man dann halt die Rechnung wenn der Star der Bande abtritt! Nun reagieren alle verwundert obwohl es total logisch ist dass die Schweizer nicht vorne mitfahren wenn die zwei die vorne reinfahren können abgetreten bzw. verletzt sind!