Hüftlahme Ski-Herren

03. Dezember 2012 09:05; Akt: 03.12.2012 09:05 Print

Der miserabelste Saisonstart aller Zeiten

von Reto Fehr - Das Schweizer Männer-Team steckt in der Krise. Nach dem blamablen Riesenslalom in Beaver Creek steht fest: So schlecht sind unsere Skicracks noch nie in einen Weltcupwinter gestartet.

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Nach 35 Fahrern beim Super-G von Kitzbühel: Fünf Schweizer unter den Top 6! Leider - man merkt es schnell - wurde hier getreu dem Spruch: «Willst du die Schweizer oben sehen, musst du die Rangliste umdrehen» etwas nachgeholfen. Im von Kitzbühel fahren die Schweizer am 25. Januar 2013 die grösste Schlappe der Weltcupgeschichte ein. Sandro Viletta liegt als bester Eidgenosse auf Rang 29. In Beaver Creek klassierte sich Didier Défago im mit Rang 16 als bester Schweizer. Schlechter war bis dahin in der Geschichte des Weltcups nur der 17. Rang von Steve Locher in Lech am Arlberg 1993 Im in Alta Badia scheiden im ersten Lauf vier Schweizer aus, zwei verpassen den 2. Durchgang mit einem Rückstand von über 7 Sekunden auf den Leader und Manuel Pleisch, der einzige Schweizer im zweiten Lauf, scheidet dann ebenfalls aus. Der erste Nuller der Schweizer Riesenslalom-Geschichte ist Tatsache. Im in Beaver Creek verbesserte sich Carlo Janka zwei Wochen zuvor im zweiten Lauf noch vom 26. auf den 24. Rang. Damit verhinderte er das schwächste Resultat der Schweizer Riesenslalom-Männer aller Zeiten damals noch. Diese zweifelhafte Ehre blieb vorerst Rang 25 von Didier Défago in Kranjska Gora 2004. Eine Woche nach Beaver Creek klassiert sich Didier Défago beim in Val d'Isère auf Rang 22 - und verhindert so zwar nicht das nächste Debakel, aber immerhin das schlechteste Resultat aller Zeiten. Das schwächste wird in Val Gardena mit Rang 24 von Vitus Lüönd egalisiert. Im Super-G am Tag zuvor scheiden von 66 Fahrern nur zwei aus: Patrick Küng (Bild) und Sandro Viletta. In Lake Louise fuhr Silvan Zurbriggen drei Wochen zuvor in der mit Rang 24 das beste Resultat der gestarteten Eidgenossen heraus. Schlechter waren die Schweizer Abfahrer noch nie. Im läuft es ebenfalls nicht nach Wunsch. Markus Vogel wird in Levi als bester Schweizer 17., in Val d'Isère 18. Das ist zwar schwach, aber bei den schlechtesten Ergebnissen der Männer gab es jeweils gar keinen Fahrer in den Top 30. So beispielsweise 2009 in Zagreb. Dabei fing mit dem guten 5. Platz von Didier Défago in Sölden die Saison so gut an. Doch jetzt, nach einem Drittel aller Rennen, ist der schlechteste Start der Schweizer Männer aller Zeiten Tatsache.

Die grossen Enttäuschungen in der Saison 2012/13.

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Erst das schwächste Abfahrtsergebnis seit Einführung des Weltcups 1967, dann das zweitschlechteste im Super G (schlechter nur der 17. Rang von Steve Locher in Lech am Arlberg 1993). Und jetzt steht nach dem zweitschwächsten Riesenslalom-Resultat (schwächstes Resultat: Rang 25 von Didier Défago in Kranjska Gora 2004) fest: Das ist der miserabelste Saisonstart der Geschichte.

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Kurz: Was die Schweizer Männer derzeit auf den Skiern zeigen, ist katastrophal. Nach sieben Rennen oder gut einem Fünftel aller Wettkämpfe haben Janka, Défago und Co. erst 217 Pünktlein gesammelt. Das ist knapp die Hälfte von dem, was Aksel Lund Svindal alleine eingefahren hat. Die mickrigen 217 Zähler bedeuten den schwächsten Start in die Saison seit Einführung des aktuellen Punktesystems in der Saison 1992/1993 – und dies ziemlich deutlich. Beim Blick zurück bis zum Weltcupstart findet man ebenfalls keinen Winter, in dem die Schweizer Fahrer in den ersten sieben Rennen schlechtere Platzierungen herausfuhren.

Nicht einmal in der Saison 1974/75, als die Schweizer in den ersten sieben Rennen viermal die Punkteränge verpassten. Damals wurden allerdings nur die Top 10 mit Punkten belohnt. Punktemässig lässt sich die aktuelle Leistung daher nicht mit derjenigen von vor 1992 vergleichen, da damals nur die Top 10 (1967 – 1979) oder Top 15 (1979 – 1991) Zähler erhielten. Aber würde man den aktuellen Schlüssel auf die damaligen Resultate anwenden: Die Saison 2012/13 wäre ebenfalls die schwächste.

Die Frauen sind besser

In der Nationenwertung sind die Männer auf Rang 8 zurückgefallen. Zusammen mit den Frauen reicht es immerhin für Rang 6. Auch hier ist die Schweiz damit auf Tiefstwert-Kurs: Noch nie seit 1967 war die Schweiz Ende Saison schwächer als Rang 5 (2005/2006). In den letzten 46 Jahren reichte es zudem nur siebenmal nicht aufs Podest der Nationenwertung.

Die Hoffnung, dass die Schmach vom schlechtesten Ergebnis in der Nationenwertung aller Zeiten verhindert werden kann, geben im Moment einzig die Frauen. Diese sammelten bisher gut doppelt so viele Punkte wie die Männer. Würden die weiblichen Skicracks auch am Ende der Saison noch vor den Männern sein, es wäre das erste Mal seit 1995. Damals holte Vreni Schneider den Gesamtweltcup und Heidi Zeller belegte Rang 3.

Gibts den Katastrophen-Winter?

Es ist noch immer früh in der Saison. Aber die Aussichten im WM-Winter sind nicht rosig. Einziger kleiner Trost ist, dass die Schweizer Rennen in Adelboden und Wengen erst im Januar stattfinden und die WM noch einen Monat später. Bis dahin kann viel geschehen. Oder besser gesagt: Es muss vor allem viel geschehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DC71 am 03.12.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    war abzusehen

    Defago, Viletta und Co. sind leider nur Wundertüten.. Cuche fehlt am meisten!!

  • R. Feller am 03.12.2012 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Das wahr abzusehen. In den letzten Jahren wurden die Punkte von einzelnen Atlethen herausgefahren. Cuche, Feuz, Defago oder Janka. Das überdünkte die miese Bilanz des restlichen Kaders. Die Führung des Skiverbandes verdrängte das Problem zu lange und erhält jetzt die Quittung. Mit Geduld wird dies aber auch wieder besser. Hopp Schwiz!!!!!

  • pascal.K am 03.12.2012 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Jammerer und Nörgeler

    Wenn es einen Wetkampf im Jammern oder Nörgeln geben würde dann wären wir schweizer sicher auf dem Podest. Alle die hier schreiben und rumstänkern sind anscheinend die perfekten berufsleute die nie aber auch gar nie was falsch machen oder mal ne schlechte Zeit haben. Ich meine daher läft auch die wrtschaft und das ganze mit den banken so gut. Wie viele rennen waren es denn bis jetzt? Stänkert doch am schluss wenn die Saison zu ende ist und nicht schon am ersten Tag. echt schlimm. Hopp schwiz ist meine Motivation.... das kommt schon noch

    • F.Meier am 04.12.2012 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Sport ist halt so

      Beim Sport gibt es immer Sieger +Verlierer das ist so . Das Brot +die Butter wird vermutlich nicht teurer wegen diesen Niederlagen.

    einklappen einklappen
  • Apko am 03.12.2012 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen neue

    Seit Jahren stellen wir immer das gleiche Team auf und keiner von denen ist fähig regelmässig unter die Top 10 zu fahren ausser 2-3 Ausnahmen. Versetzt diese endlich in den Europacup und gebt den jungen eine Chance.

  • chuchii am 03.12.2012 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pfff

    Was sollte das mit Janka! Er war glückig 1 sage und schriebe 1 Punkt gewonnen zu haben?? mmmh der bringt ihn ja auch viel weiter nach vorne!

infografik