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Niemand fliegt öfter
17. Dezember 2012 11:04; Akt: 17.12.2012 11:15 Print
Hier sind die Schweizer Männer leider unschlagbar
von Reto Fehr - Ein peinlicher «Surrli» im Super-G, die mieseste Abfahrt aller Zeiten und der erste Nuller im Riesenslalom: Die Schweizer Ski-Männer sind im Rekord-Tief. Nur in einer Disziplin sind sie top.
Der schwächste Saisonstart der Schweizer Männer aller Zeiten.
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Wir wissen nicht, ob die Schweizer Skifahrer ihre Wunschzettel schon ans Christkind geschickt haben. Falls nicht, würden sie nach dem Wochenende in Val Gardena und Alta Badia einen Wunsch wohl ganz zuoberst hinschreiben: Bitte, lass uns die letzten drei Rennen vergessen!
Bildstrecken Die grössten Schweizer Abfahrts-Schlappen im WeltcupLigety gewinnt Riesenslalom von Alta BadiaSuper-G Val Gardena So viele Punkte holten die Männer in Val Gardena und Alta Badia seit je ein Super-G, eine Abfahrt und ein Riesenslalom ausgetragen wird2012: 34 Punkte
2011: 196 (keine Abfahrt)
2010: 375
2009: 362
2008: 456
2007: 430
2006: 342
2005: 257
2004: 302
2003: 185
2002: 310 Ausfälle nach Nationen bei 12 von 36 Rennen (total 109)
15: Schweiz
9: USA, Kanada
8: Frankreich, Österreich
7: Schweden, Deutschland, Italien
4: Tschechien, Spanien, Slowenien
3: Norwegen, Russland, Finnland
2: Kroatien, Korea, Georgien, Australien, Belgien, Andorra, Grossbritannien
1: Slowakei, Polen, Moldawien, Andorra.
Was die Schweizer Männer in den ersten 12 von 36 Saisonrennen boten, ist schlicht katastrophal. Sie legten den schwächsten Start seit Einführung des Weltcups 1967 hin, verschlimmbesserten das schlechteste Abfahrtsergebnis aller Zeiten auf Rang 24 (dies gelang in Lake Louise und Val Gardena gar zweimal), legten das zweitschwächste je gefahrene Super-G-Ergebnis in den Schnee (Beaver Creek) und jetzt in Alta Badia fabrizierten sie mit dem ersten Nuller im Riesenslalom auch in dieser Disziplin den Schweizer Tiefpunkt. Nach jedem Rennen dachte man eigentlich: tiefer gehts nicht mehr. Doch bisher wurden die Debakel immer wieder übertroffen.
Mit Abstand desaströseste Bilanz in Val Gardena und Alta Badia
Die Schweizer Herren lieferten in den letzten drei Rennen (Super-G, Abfahrt und Riesenslalom) noch weitere Fremdschäm-Aktionen, wie sie die Drehbuchschreiber von RTL2-Nachmittagsserien kaum besser hingekriegt hätten. So zeigte Patrick Küng im Super-G – kaum aus dem Starthäuschen – einen «Surrli» und Carlo Janka – seines Zeichens Olympiasieger und Weltmeister – verlor im ersten Riesenslalomlauf ohne groben Fahrfehler 7,81 Sekunden auf den führenden Ted Ligety. 7,81 Sekunden: Solche Rückstände kennt man sonst nur aus der Olympiaqualifikation, wenn Fahrer aus Ghana, Botswana oder anderen Ländern mit einer überschaubaren Wintersport-Tradition am Start stehen. Auch neben der Piste gab es Ausrutscher. Vitus Lüönd – als 24. noch der beste Schweizer Abfahrer am Samstag – strahlte nach der Wetterlotterie im Ziel glücklich: «Ich habe die Gunst der Stunde genutzt.» Oder auch: «Ich glaube, es wäre noch mehr drin gelegen.» Das mag für Lüönd stimmen, aber in der aktuellen Situation der Schweizer Skifahrer hören sich die Aussagen wie schlechte Witze an.
Mickrige 34 Punkte sammelten die Männer in den drei Rennen des Wochenendes. Seit 2002 finden in Val Gardena und Alta Badia ein Super-G, eine Abfahrt und ein Riesenslalom innert weniger Tage statt. Beim elften Doppelbesuch in den Dolomiten unterbot die Schweizer Crew das bisher schwächste Ergebnis um 151 Zähler (185 Punkte im Jahr 2003, siehe Infobox). Erstmals klassierte sich zudem kein Swiss-Ski-Athlet in mindestens einem der drei Rennen in den Top 10.
Keiner scheidet mehr aus als die Schweizer
Es scheint, als seien die Schweizer Skifahrer momentan nicht konkurrenzfähig. Lediglich in einer Disziplin sind sie unbesiegbar: dem Ausscheiden. Im Super-G am Freitag schieden von 66 Fahrern deren 2 aus: Patrick Küng und Sandro Viletta. In der Abfahrt am Samstag kamen alle gestarteten Athleten ins Ziel. Am Sonntag im Riesenslalom erreichten von 55 Fahrern 6 das Ziel nicht. 4 davon waren Schweizer (und damit verbuchte Swiss Ski zu jenem Zeitpunkt 6 der letzten 8 Ausfälle im Weltcup!). Bis zum Ende des 1. Laufs schieden immerhin noch 7 andere Fahrer aus. Von den total 18 Ausfällen am Weekend gingen am Ende 7 auf das Konto der Schweiz.
Gemessen an der Zahl der Ausfälle sind die Schweizer Männer im ersten Saisondrittel (12 Rennen) uneinholbar. 109 Fahrten endeten in dieser Saison meist unsanft schon vor dem Ziel. In 15 Fällen trug der Athlet jeweils einen weiss-rot-blauen Swisscom-Anzug (siehe Infobox). Damit verweisen die Eidgenossen die USA und Kanada (je 9 Ausfälle) deutlich auf die weiteren Plätze. Natürlich hängt die hohe Ausfallquote zum Teil auch damit zusammen, dass die Schweiz (noch) über mehr Startplätze verfügt als andere Nationen. Aber sie wirft auch andere Fragen auf. Ist es die fehlende Klasse? Pech? Die höhere Risikobereitschaft? Oder stehen die Schweizer zu sehr unter Druck?
«So einen Tiefpunkt habe ich noch nie erlebt»
Technik-Trainer Sepp Brunner erklärte nach Alta Badia im SRF: «Ich bin schon lange dabei, aber so einen Tiefpunkt habe ich noch nie erlebt. Das Selbstvertrauen ist nicht vorhanden, das spürt man auch von aussen. Und wenn das Selbstvertrauen fehlt, ist irgendwann auch das Feuer nicht mehr da.»
Die Zeit, um die Saison noch zu retten, wird langsam knapp. Es folgen die Rennen in Madonna di Campiglio (Slalom), Bormio (Abfahrt) und Zagreb (Slalom). Dann stehen schon in weniger als einem Monat die Heimrennen in Adelboden und Wengen an.
Es muss viel geschehen, wenn dann das Heim-Debakel verhindert werden soll. Womöglich braucht es Hilfe von oben. Vielleicht helfen ja die Wünsche ans Christkind.
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Wie heisst es doch so schön
Nicht siegen, dabei sein ist wichtig.
Neuer Presi der etwas kann gesucht
Das Problem ist der Presi Urs Lehmann. Alle Cheftrainer die etwas drauf hatten sind weg, weil sie am Stuhl von Lehmann sägten!!
was soll diese Aussage
"Ich glaube, es wäre noch mehr drin gelegen" Aber Hallo, wo ist denn da der Ehrgeiz? Gehen die nur so zum Vergnügen an den Start. Das sind doch alles Profis und da erwarte ich schon dass jeder alles gibt.