Vor dem Saisonstart

23. November 2012 11:05; Akt: 23.11.2012 11:28 Print

Hilft Ammann das Material, um die Ösis zu schlagen?

Für Simon Ammann und Dario Cologna geht am Wochenende die Weltcup-Saison los. Während Ammann mit neuem Material brillieren will, hat Cologna vor allem die WM im Visier.

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Simon Ammann udn Dario Cologna vor dem Saisonstart.

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Einen Monat nach den Alpinen starten an diesem Wochenende die Skispringer und Langläufer in die neue Weltcup-Saison. Im Fokus stehen aus Schweizer Sicht wiederum Simon Ammann und Dario Cologna.

An der Erwartungshaltung hat sich im Schweizer Lager gegenüber dem Vorjahr wenig verändert. Auch in personeller Hinsicht blieb bei Swiss-Ski in den Sparten Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination sowohl bei den Trainerteams als auch bei den Athleten-Kadern weitestgehend alles beim Alten. Neuerungen gab es dafür an der Materialfront.

Im Sommer durften die Skispringer erstmals nur noch in hautengen Anzügen springen, im letzten Winter war noch ein Abstand von sechs Zentimetern zwischen Körper und Sprungdress erlaubt gewesen. Die neue Vorgabe stiess bei den Athleten jedoch auf heftige Kritik. Da sich die Anzüge früher oder später zu dehnen begannen, waren sie an einigen Stellen relativ rasch nicht mehr hauteng. Plötzlich fehlte da und dort ein Zentimeter. An ihrem Herbstmeeting in Zürich ruderte die FIS deshalb zurück. Nun lassen die Materialkontrolleure eine Toleranz von zwei Zentimetern zwischen Körper und Anzug zu. Damit soll eine überhöhte Anzahl an Disqualifikationen verhindert und den Athleten die Anpassung der Anzüge an den eigenen Körper erleichtert werden.

Neuer Elan im Schweizer Team

Im Sommer-Grand-Prix zeigte Simon Ammann auf, dass ihm die Umstellung auf die engeren Sprunganzüge sehr gut gelungen ist. «Die erste Flugphase ist noch schwieriger geworden, man muss den Auftrieb sehr genau steuern», sagte der 31-jährige Toggenburger vor seiner 16. Weltcup-Saison. Ammann ist sich reglementarische Änderungen gewohnt und kann diesen durchaus einen gewissen Reiz abgewinnen.

«Simon hat den Anspruch, ganz vorne mitzumischen und im Weltcup auf das Podest zu springen», sagte der Trainer Martin Künzle vor dem Saisonstart an diesem Wochenende in Lillehammer. Für Gregor Deschwanden und Marco Grigoli lautet das Hauptziel nach vielversprechenden Eindrücken im Sommer, sich jeweils für den Finaldurchgang zu qualifizieren. Mit der Entwicklung dieser beiden jungen Athleten ist Disziplinenchef Berni Schödler sehr zufrieden: «Gregor und Marco haben gezeigt, dass sie etwas drauf haben. Sie sind heiss, sie sind frech - das gefällt mir. Auch ein Simon Ammann lässt sich vom Elan dieser beiden anstecken.»

Erneut führt in diesem Winter kein Weg an den österreichischen Skispringern vorbei. «Die anderen wollen uns überholen. Das spüren wir natürlich. Wir rückten aber zusammen und versuchen, wieder einen Schritt voraus zu sein», erklärte Gregor Schlierenzauer, der als erster Anwärter auf den Gesamtweltcup-Sieg gilt. Der Triumphator an der letzten Vierschanzentournee liess bereits verlauten, er sei so fit wie noch nie. Sein ganz grosses Ziel lautet, den Finnen Matti Nykänen mit sieben weiteren Weltcupsiegen und dann 47 Erfolgen als erfolgreichsten Skispringer der Geschichte abzulösen. «Das kann in dieser Saison passieren oder auch nicht. Da habe ich null Zeitdruck», sagte der 22-jährige Tiroler.

Sorgenkind Kombinierer

Wie für die Skispringer beginnt die neue Saison auch für die Kombinierer an diesem Wochenende in Lillehammer. Die Erwartungen in der Schweizer Sorgen-Disziplin sind freilich wesentlich geringer. Klassierungen in den Top 15 dürften die beiden Teamleader Tim Hug und Seppi Hurschler als Erfolg verbuchen. Cheftrainer Robert Treitinger ist überzeugt, dass insbesondere Hurschler in der Loipe stärker sein wird als letzte Saison.

Cologna: WM wichtiger als Gesamtweltcup

Das Distanzteam der Schweizer Langläufer befindet sich bereits seit mehr als einer Woche in Nordschweden, wo am Samstag der Auftakt in die neue Saison erfolgt. Zu Beginn stehen für die Männer und die Frauen in Gällivare je ein Skating-Rennen und ein Staffel-Wettkampf auf dem Programm. Die achtköpfige Schweizer Sprint-Gruppe greift erst Anfang Dezember in Kanada ins Weltcup-Geschehen ein. Der Schweizer Teamleader Dario Cologna, der seinen Fokus in diesem Winter primär auf die nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März) und nicht auf den Gesamtweltcup richtet, blickt auf eine planmässige Vorbereitung zurück.

Einen ersten Hinweis darauf, dass der Formstand zu Beginn der Saison stimmt, lieferte dem 26-jährigen Bündner ein FIS-Rennen am vergangenen Wochenende. Auf der gleichen Strecke wie beim Weltcupauftakt siegte Cologna vor dem Russen Alexander Legkow und seinem Teamkollegen Curdin Perl.

In Gällivare erstmals im Weltcup zum Einsatz kommen wird der neue Wachs-Truck von Swiss-Ski. Für Disziplinenchef Hippolyt Kempf war diese Investition im Materialbereich, die für eine deutliche Steigerung der Effizienz sorgen wird, unabdingbar: «Wir sind mit mehr Leuten und besserem Material vor Ort. Wir wollten bezüglich Professionalität in diesem Bereich nichts anbrennen lassen. Wir können uns einfach nicht erlauben, dass Athleten nicht über konkurrenzfähiges Material verfügen.»

Tour de Ski kommt in die Schweiz

Im Gegensatz zu den Skispringern, deren Weltcup-Tross eine Woche vor Weihnachten in Engelberg Halt macht, dürfen sich die Schweizer Langläufer heuer über zwei Heimauftritte freuen. Unmittelbar vor den Weltmeisterschaften stehen in Davos Sprintrennen in klassischer Technik sowie Skating-Einzelrennen auf dem Programm. Zu einer Premiere kommt es am Neujahrstag, wenn in Tschierv im Münstertal erstmals eine Etappe der Tour de Ski in der Schweiz ausgetragen wird.

Während Cologna die Tour de Ski bereits dreimal gewonnen hat, steht die Langlauf-Nation Norwegen bei diesem prestigeträchtigen Etappenrennen noch ohne Gesamtsieg da. Es überrascht deshalb nicht, dass Petter Northug den Tour-Sieg ebenso als Saisonziel formulierte wie den Gewinn von WM-Medaillen. Wie Marit Björgen und fünf weitere Norweger fing sich Northug zu Beginn des Monats im Trainingslager im Schnalstal ein Magenvirus ein, das den siebenfachen Weltmeister zu einer mehrtägigen Pause zwang. Nun ist er aber bereits wieder voller Tatendrang: «Ich bin hungrig auf Wettkämpfe», sagte Northug, der den Schweden Marcus Hellner und Cologna in diesem Winter als seine stärksten Rivalen betrachtet.

(si)

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