Slalom in Levi

10. November 2012 09:23; Akt: 10.11.2012 16:39 Print

Höfl-Riesch siegt, Holdener verpasst Top 10 nur knapp

Maria Höfl-Riesch gewinnt den Frauen-Slalom von Levi vor Tanja Poutiainen und Mikaela Shiffrin. Wendy Holdener fährt auf den 11. Rang und setzt damit eine persönliche Bestmarke.

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Maria Höfl-Riesch scheint sich hoch im Norden Finnlands besonders wohl zu fühlen. Zum bereits dritten Mal gewann die deutsche Slalom-Olympiasiegerin den Weltcup-Slalom in Lappland.

«Der Berg liegt mir einfach», durfte Maria Höfl-Riesch nach ihrem 24. Weltcupsieg festhalten. Hier hatte sie schon im Februar 2004 und im November 2009 reüssiert. Nun ist die Deutsche Rekord-Gewinnerin in Levi. Dank Laufbestzeit im zweiten Durchgang verhinderte sie einen einheimischen Sieg. Tanja Poutiainen hatte bei Halbzeit noch drei Zehntel vor ihr gelegen, doch am Ende resultierte ein komfortabler Vorsprung von 55 Hundertsteln.

Keine Spur von Verletzungen

Von den Hüftbeschwerden, über die sie in den letzten Tagen geklagt hatte, war nichts zu sehen. Die Ärzte hätten ihr zu einer mehrwöchigen Pause geraten, doch Maria Höfl-Riesch ignorierte die Ratschläge. «Während des Rennens spürte ich die Hüfte nicht», sagte sie hinterher. Und auch der angeschwollene Daumen, der sich im Training nach einem Schlag gegen eine Stange blau eingefärbt hatte, hinderte sie nicht am Erfolg. Dass sie aber trotzdem gewonnen habe, umschrieb sie mit einem Wort: «Wahnsinn.»

Gleichzeitig schuf sich Maria Höfl-Riesch bereits eine kleine Reserve auf die Amerikanerin Lindsey Vonn, die auf einen Start in Levi verzichtete, um sich so besser auf die nächsten Rennen in ihrer Heimat in Aspen vorzubereiten.

Poutiainen wieder mit Bündner Trainer

Tanja Poutiainen, die vor knapp neun Jahren in Levi ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, blieb ein weiter Heimsieg knapp verwehrt, doch die Finnin und ihr Schweizer Trainer durften auch den 2. Rang als Erfolg feiern. Tanja Poutiainen wird neu betreut von Christian Brüesch, der von 2007 bis 2010 Gruppentrainer im Schweizer Speed-Team war. Die Finnin, einst jahrelang unter den Fittichen des heutigen TV-Co-Kommentators Michael Bont, vertraut in dieser Saison wieder auf bewährtes Bündner Know-how. Brüesch gab dafür seinen Job auf. Er arbeitete vor seinem Engagement in Finnland als rechte Hand von Bont in dessen Firma, die Sportzubehör aller Art vertreibt.

Platz 3 in Levi ging an die erst 17-jährige Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die zum zweiten Mal in ihrer Karriere aufs Podium stieg. Ein erstes Mal war dies dem Super-Talent aus Colorado letzten Winter in Lienz gelungen, ebenfalls als Dritte. Damals war Shiffrin mit Nummer 40 als jüngste Fahrerin seit Lara Gut aufs Podium gestürmt, diesmal trug sie schon die Nummer 18.

Bestes Schweizer Slalom-Ergebnis seit Januar 2009

Einen starken Auftritt zeigte die Innerschweizerin Wendy Holdener. Nachdem sie im ersten Lauf mit Startnummer 28 auf den 11. Zwischenrang gefahren war, behauptete die erst 19-Jährige diese Position auch in Durchgang 2. Als Elfte realisierte Wendy Holdener ihr bisher bestes Weltcup-Resultat. Sie steigerte ihre persönliche Bestleistung um drei Ränge. Letzten Winter war sie im Slalom von Courcheval 14. geworden. Seit Januar 2009 war nie mehr eine Schweizerin so gut klassiert wie nun Wendy Holdener in Levi.

Weil Denise Feierabend nach ihrem im März erlittenen Kreuzbandriss erst später in die Saison einsteigen wird, lastete die Verantwortung für ein gutes Ergebnis fast ausschliesslich auf den Schultern von Wendy Holdener, zumal es von den beiden weiteren Schweizerinnen mit hohen Startnummern über 50 einen besonderen Exploit gebraucht hätte. Diesen gab es nicht. Die Bündnerin Célina Hangl, die nach ihrem im Oktober 2011 erlittenen Kreuzbandriss ihr erstes Rennen nach über einem Jahr bestritt, schied im ersten Lauf aus, und die Luzernerin Nadja Vogel verpasste als 53. die Qualifikation für den zweiten Durchgang deutlich.

Marlies Schild patzte erneut

Vreni Schneider wird zumindest zwei weitere Wochen alleinige Rekordsiegerin im Slalom bleiben. Denn die grosse Favoritin auf den Sieg, die österreichische Weltmeisterin Marlies Schild, blieb bereits im ersten Lauf - mit der idealen Startnummer 1 gestartet - mit einem Einfädler hängen. Vreni Schneider hatte einst 34 Weltcupsiege im Slalom errungen. Marlies Schild, die im letzten Winter sechs von zehn Slaloms gewonnen hatte und damit überlegen den Disziplinen-Weltcup gewann, schaffte bisher 33 Erfolge in ihrer stärksten Sparte.

«Als kleines Kind habe ich immer auf Vreni geschaut, sie war ein Wahnsinn», sagt Marlies Schild über ihr einstiges Idol. Und offensichtlich tut sich die Salzburgerin nun schwer, den letzten Schritt zu machen. Levi war - die drei letzten Slaloms der vergangenen Saison eingerechnet - schon das vierte Rennen hintereinander, in dem sie den historischen Sieg verpasste.

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tony am 10.11.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Jahrelange Versäumnisse bei Swiss Ski!

    Die Leistung von Holdener war gut - aber: Es kann schlichtweg nicht sein, dass eine nicht einmal 20-Jährige die Kohlen aus dem Feuer für die Schweiz holen muss! Da hat man in der Schweiz jahrelang geschlampt! Man schaue sich nur einmal im Damenslalom die Teams von Österreich, Deutschland und Schweden an - reihenweise gute Fahrerinnen, fällt einmal eine aus, springt die nächste ein!

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  • Anke am 10.11.2012 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitzensport kostet

    Um mitzuhalten muss man eben investieren. Mit ewigem knauseren kommt man nicht weit, Talent allein nützt nichts. Die einstige Skigrossmacht muss sich entscheiden. Entweder endlich Geld in die Hand nehmen und weiterkommen oder entgültig in der Bedeutungslosigkeit versinken und auf Einzelerfolge hoffen. Aber Weitsicht und Ehrgeiz muss man hierzulande suchen, da ist man im umliegenden Ausland weiter.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anke am 10.11.2012 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitzensport kostet

    Um mitzuhalten muss man eben investieren. Mit ewigem knauseren kommt man nicht weit, Talent allein nützt nichts. Die einstige Skigrossmacht muss sich entscheiden. Entweder endlich Geld in die Hand nehmen und weiterkommen oder entgültig in der Bedeutungslosigkeit versinken und auf Einzelerfolge hoffen. Aber Weitsicht und Ehrgeiz muss man hierzulande suchen, da ist man im umliegenden Ausland weiter.

  • Tony am 10.11.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Jahrelange Versäumnisse bei Swiss Ski!

    Die Leistung von Holdener war gut - aber: Es kann schlichtweg nicht sein, dass eine nicht einmal 20-Jährige die Kohlen aus dem Feuer für die Schweiz holen muss! Da hat man in der Schweiz jahrelang geschlampt! Man schaue sich nur einmal im Damenslalom die Teams von Österreich, Deutschland und Schweden an - reihenweise gute Fahrerinnen, fällt einmal eine aus, springt die nächste ein!

    • toms am 10.11.2012 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, aber

      Ihre Kritik ist durchaus richtig, Sie vergessen aber etwas. Wer will in der Schweiz schon Slalom fahren? Die Schweden wollen alle im Slalom erfolgreich sein. Warum? Wegen Ingemar Stenmark. Unsere Skihelden heissen Russi, Nadig, Müller, Zurbriggen, Heinzer oder Cuche. Die grössten Erfolge wurden in der Abfahrt gefeiert, viele auch im Riesenslalom, jedoch kaum in Slalom (ausgenommen Vreni Schneider und Erika Hess). Das färbt auf die Ziele der Nachwuchsfahrer ab. Wussten Sie, dass Pirmin Zurbriggen und Didier Plaschy mit je 2 Siegen die "besten" Schweizer Slalomfahrer aller Zeiten sind?

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