Olympische Spiele 2026

31. Oktober 2017 11:07; Akt: 31.10.2017 14:08 Print

IOK hilft der Sittener Olympia-Kandidatur

Nach viel Kritik in den letzten Wochen erhält «Sion 2026» wieder Aufwind. Ob das die Gegner der Winterspiele befriedigt, wird sich zeigen.

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Kosten als Streitpunkt: Die Olympia-Kandidatur «Sion 2026» stösst in der Politik auf heftige Gegenwehr. (10. März 2017) (Bild: Keystone/Olivier Maire)

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Das Internationale Olympische Komitee (IOK) akzeptiert von der Schweiz für die Olympia-Kandidatur «Sion 2026» eine limitierte Defizitgarantie. Ein allfälliges Defizit übernehmen müssen die Unterzeichner des Gastgebervertrags. «Das IOK stellt keinerlei Anforderung, was den Betrag der Defizitgarantie betrifft», schrieb IOC-Exekutivdirektor Christophe Dubi dem Kandidatur-Komitee Sion 2026 Ende der vergangenen Woche.

Faktisch tue dies das IOK zum zweiten Mal, sagte Dubi in einem Interview mit den Zeitungen «Nordwestschweiz» und «Südostschweiz» vom Dienstag. Für die Spiele 2016 sei Chicago Kandidat gewesen und habe ebenfalls eine limitierte Defizitgarantie gehabt. «Damals verlangten wir allerdings noch sehr viel strengere Garantien», sagte Dubi weiter.

Unterschriften entscheidend

Dubi machte auch deutlich, wer im Falle eines allfälligen Defizits zur Kasse geben würde. «Verantwortlich für das Budget sind die Unterzeichner des Gastgebervertrags», sagte er. «Wir verlangen eine Defizitgarantie, weil wir unter allen Umständen verhindern wollen, dass erbrachte Leistungen nicht bezahlt werden», sagte Dubi weiter.

Den Vertrag unterzeichnen könnten Behörden auf verschiedenen Ebene. «Wir sind sehr flexibel geworden: Garantien können aus öffentlichen oder aus privaten Quellen stammen. Versicherungen etwa könnten Budgetposten garantieren. Die Zusammensetzung der Unterzeichner sei sehr wichtig.

Der Bundesrat hatte am vergangenen 18. Oktober entschieden, die Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 mit vorerst acht Millionen Franken zu unterstützen. Erhält die Schweiz den Zuschlag, will die Landesregierung bis zu fast einer Milliarde Franken ausgeben.

Noch viele Hürden

Für die Durchführung der Spiele haben die Organisatoren Ausgaben von rund 1,98 Milliarden und Einnahmen von 1,15 Milliarden Franken budgetiert. Der Bund will sich mit maximal 827 Millionen Franken beteiligen, im Sinne einer Defizitgarantie. Dazu würde sich der Bund an den Sicherheitskosten sowie an der Anpassung sportlicher Infrastrukturen beteiligen.

Die Beteiligung des Bundes an «Sion 2026» setzt positive Entscheide der Parlamente beziehungsweise des Stimmvolkes in den Durchführungskantonen voraus. Zwingend Ja sagen muss der Kanton Wallis.

(fal/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • smaily am 31.10.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    es wird keine Olympiade geben in der schweiz! da gehe ich jede wette ein!!

    einklappen einklappen
  • Nick am 31.10.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss damit

    Es müsste ein generelles Verbot solcher Grossanlässe geben, so wie Rundstreckenrennen für Autos seit Jahrzehnten verboten sind. Damit würde auch die Zwängerei der Olympia-Fans enden, gleich nach einer verlorenen Abstimmung wieder loszulegen. Kein Steuerfranken für IOC und Konsorten!

  • Franz der Finanzfachmann a.D. am 31.10.2017 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Für wen ist eigentlich die Olympiade????

    Für wen ist eigentlich diese Olympiade in der Schweiz?? Sicher nicht für das Schweizer Volk. Der Steuerzahler in der Schweiz und im Wallis wird dann zur Kasse gebeten. Jeder aktive Politiker in der Schweiz oder jeder ehemalige Politiker welche solche Spiele unterstützt müsste vorab von seinem Vermögen mindestens Fr. 100'000.-- spenden. Ich bin mir sicher dann wären die Politiker nicht mehr für solche Spiele. Aber eben mit fremden Geld geht man anders um als mit dem eigenen Geld.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 02.11.2017 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wann hört der Olympiawahn auf?

    Auch für 2026 gilt : STOP SION! Wann hört endlich der Olympiawahn hier in der Schweiz auf. Regelmässig terrorisieren uns Bündner und Walliser mit entsprechenden Plänen und lassen sich diese von Vater Staat mit Milliarden finanzieren. Ist es wirklich nötig, dass man megalomane Grossveranstaltungen wie Olympische Spiele per Gesetz verbieten muss?

  • Schweizer am 01.11.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld

    Meinen diese Herren wirklich, dass es nach dem Constantin Debakel, noch irgend jemand gibt, der diese Olympiade noch unterstützt? Der gute Ruf ist dahin, liebe Promoter. Und das in Zeiten, welche unsere AHV nicht finanziert ist? Die leben definitiv nicht in der selben Welt wie der Rest der Schweiz.

    • Lover Boy am 02.11.2017 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Komitee für Geld

      Da sind doch ein paar geldgierige Typen, die in der Olympiade die Möglichkeit sehen, sich die Taschen zu füllen. IOC ist doch genau wie die FIFA. Den Schuldenberg, welcher übrig bleibt, den überlässt man dann den Steuerzahlern.

    einklappen einklappen
  • Alain am 31.10.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CC Profitiert

    Profitieren würden wohl vor allem die Bauunternehmer, in Sion wohl CC vom FC Sion. Soll doch er unterschreiben und mit seinem Vermögen haften. Entweder wir hätten dann gute Olympische Spiele oder dann wären wir wenigstens CC definitiv los.

  • Marion L. am 31.10.2017 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Interesse

    Eine Antiquität aus einem längst vergangenen Jahrhundert? Brauchen wir das noch? Wen interessiert das noch? Und, das ist von der Grösse her doch gar nicht mehr durchführbar - zumindest, wenn alle starten sollen, die es wirklich verdient hätten. Nein, ich brauche das nicht mehr.

  • Peter Müller am 31.10.2017 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Sitten wird bezahlen.

    Für Paris 2024 hat die Bürgermeisterin und das Olympische Komitee von Frankreich den Gastgebervertrag unterschrieben. Liebe Sittener Steuerzahler beginnt schon mal mit sparen für das garantierte Defizit