Courchevel

15. Dezember 2012 19:17; Akt: 16.12.2012 16:36 Print

Einmal mehr Maze, Gisin und Gut punkten

Tina Maze gewinnt auch den vierten Riesenslalom des Winters. Sie verweist Kathrin Zettel und Tessa Worley auf die Plätze. Dominique Gisin und Lara Gut fahren auf die Ränge 11 und 17.

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Der Name der Siegerin des ersten Weltcup-Riesenslaloms in Frankreich seit zehn Jahren lautete gleich wie der in den drei Saisonrennen in dieser Disziplin zuvor: Tina Maze. Hinter der 29-jährigen Dominatorin aus Slowenien reihten sich die Österreicherin Kathrin Zettel und die Einheimische Tessa Worley ein.

Während Dominique Gisin im Riesenslalom von Courchevel als Elfter ihre drittbeste Klassierung in dieser Disziplin gelang, fühlte sich Lara Gut zwei Tage nach ihrem Abfahrts-Sieg müde. Für die Tessinerin resultierte nur der 17. Platz. «Mit meinen Leistungen im Riesenslalom bin ich momentan sehr happy. Ich freue mich auf die kommenden technischen Rennen in Are und Semmering», so eine zufriedene Gisin, die vom bisher «schwersten» Riesenslalom des Winters sprach.

Stolz war die Obwaldnerin auch darauf, dass sie sich auch in ihrem persönlich siebten Riesenslalom im Weltcup wiederum in den Top 20 behaupten konnte. Gisin sicherte sich in Courchevel auch gerade genügend Punkte, um in der Weltrangliste in die Top 15 vorzustossen. Damit wird sie am Mittwoch in Schweden mit einer Startnummer zwischen 8 und 15 ins Rennen gehen dürfen.

Gut ist «todmüde»

Lara Gut hingegen, die im ersten Lauf nur zwei Hundertstel langsamer gewesen war als Teamkollegin Gisin, konnte auch im Final nicht die erhoffte Leistung abrufen. «Wir sind in drei Wochen neun Rennen gefahren. Nun bin ich todmüde. Ich spürte den Schnee nicht wie gewünscht. Immerhin reichte es mir aber wieder in die Punkte», sagte die 21-jährige Tessinerin. Sie freue sich nun über die zwei Tage Pause bis es in Are weitergehe, so Gut.

Die weiteren Schweizerinnen besassen mit ihren Startnummern über der 50 keine Chance auf die Teilnahme am Finaldurchgang. Die Französin Adéline Baud war mit Nummer 44 die letzte Fahrerin, die sich - mit bereits 4,55 Sekunden Rückstand auf die Spitze - für die Top 30 qualifizierte. Fabienne Suter (Startnummer 61) war als 40. mehr als 6,5 Sekunden langsamer als die Halbzeit-Führende Maze. Wendy Holdener schied mit grossem Rückstand kurz vor dem Ziel aus. Die 19-jährige Schwyzerin vermochte sich in bisher elf Weltcup-Riesenslaloms erst einmal in den Punkten zu klassieren: zum Saisonauftakt in Sölden (Ö) als 17.

Es war schwierig zu fahren

Auch die gleichaltrige Nidwaldnerin Andrea Ellenberger schied bei ihrem Debüt auf höchster Stufe aus. Bei der ersten Zwischenzeit nach rund 20 Fahrsekunden lag die C-Kader-Fahrerin fast schon 1,5 Sekunden hinter Maze zurück. «Es war sehr schwierig zu fahren, deshalb bin ich auch nicht gross enttäuscht. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln und werde versuchen, in Zukunft davon zu profitieren», sagte Ellenberger, die wohl in zwei Wochen in Semmering zu ihrem nächsten Weltcup-Einsatz kommen wird.

Mazes fünfter Saisonsieg

Riesenslalom-Weltmeisterin Tina Maze feierte im zwölften Saisonrennen bereits den fünften Sieg. Nach Courchevel steht sie mit total 16 Weltcup-Siegen zu Buche, davon zwölf in ihrer Paradedisziplin, in welcher sie im Oktober 2002 in Sölden erstmals triumphiert hatte. «Der Riesenslalom ist meine Kern-Disziplin. Wir haben im Sommer unseren Hauptfokus darauf gelegt, dass es im Riesenslalom gut läuft», so Maze.

Und in Bezug auf die Gesamtwertung: «Ich habe schon die letzten drei Jahren an das Gesamtklassement gedacht. Doch zum Gewinn der Kristallkugel braucht es Siege, Siege und Siege. Nun läuft es sehr gut für mich. Ich überrasche mich selber, wie gut es mir läuft und wie gut ich in Form bin.»

Grosser Vorsprung im Gesamt-Weltcup

Sie stehe dort, wo sie sein wolle, doch die Saison sei noch lang, warnte Maze. Im Gesamtweltcup baute die letztjährige Zweite in dieser Wertung ihren zuvor schon grossen Vorsprung nochmals deutlich aus. Das Aushängeschild der Schweizer Skifirma Stöckli liegt nach rund einem Drittel der Saison mit 799 Punkten schon 331 Zähler vor Maria Höfl-Riesch (468). Die Gesamtsiegerin von 2011 aus Deutschland klassierte sich bei den schwierigen Bedingungen in Courchevel nur im 26. Rang.

Dritte im Overall-Klassement ist neu Kathrin Zettel (440). Die 26-jährige Österreicherin reihte sich wie schon in den Riesenslaloms von Sölden und Aspen wiederum als Zweite hinter Maze ein. «Ich bin happy über diesen Platz. Der Rückstand nach vorne wird immer knapper. Dieses Mal liess ich im ersten Lauf im unteren Teil noch zu viel Zeit liegen», so Zettel.

Wieder Nuller für Vonn

Äusserst schwach bleibt das Abschneiden in den technischen Disziplinen von Lindsey Vonn. Die Amerikanerin, die am Freitag in der von Lara Gut gewonnenen Abfahrt von Val d'Isère gestürzt war, schied im vierten Riesenslalom des Winters zum zweiten Mal aus. Sie habe mit dem linken Ski einen Stein erwischt, teilte die vierfache Saisonsiegerin (je zwei Abfahrten und Super-G) auf ihrer Facebook-Seite mit. «Ich finde die Energie nicht, die ich normalerweise habe. Ich muss mir in den nächsten Tagen gut überlegen, was meine Pläne für die kommenden Wochen sind und wie ich wieder stark werde», so Vonn.

Da am Mittwoch und Donnerstag in Are (Sd) und in der Altjahreswoche in Semmering (Ö) nur technische Rennen folgen, käme ein Entscheid, erst bei den Speed-Rennen in St. Anton wieder zu fahren, nicht überraschend. Im Gesamtweltcup beträgt der Rückstand der kriselnden Titelverteidigerin nach Courchevel bereits 385 Punkte auf Maze.

Courchevel (Fr). Weltcup-Riesenslalom der Frauen:
1. Tina Maze (Sln) 2:16,84.
2. Kathrin Zettel (Ö) 0,22 zurück.
3. Tessa Worley (Fr) 0,40.
4. Anna Fenninger (Ö) 1,16.
5. Frida Hansdotter (Sd) 2,16.
6. Julia Mancuso (USA) 2,33.
7. Irene Curtoni (It) 2,35.
8. Eva-Maria Brem (Ö) 2,72.
9. Mikaela Shiffrin (USA) 2,77.
10. Ana Drev (Sln) 2,96.
11. Dominique Gisin (Sz) 3,06.
Ferner: 17. Lara Gut (Sz) 4,32.

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Tomba am 16.12.2012 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grosse

    Glückwunsch liebe Tina MAZE aus kleinen SLOWENIEN, aber gross in SKIFAHREN!

  • Elba am 16.12.2012 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens die Skis sind aus der Schweiz

    Schon paradox. Da wird bei den Schweizern (besonders bei den Herren) dauernd von Material- und Abstimmungsproblemen geredet. Aber ausgerechnet die mit schweizerischen Stöckli-Brettern unter den Füssen ist auf dem Weg den Gesamtweltcup zu gewinnen. Irgendwas machen wir falsch!

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  • mona am 16.12.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die können es nicht besser!

    Da sind schon wieder Welten zwischen den Besten und den Schweizerinnen. Einfach eine weitere riesige Enttäuschung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Tomba am 16.12.2012 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grosse

    Glückwunsch liebe Tina MAZE aus kleinen SLOWENIEN, aber gross in SKIFAHREN!

  • Elba am 16.12.2012 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens die Skis sind aus der Schweiz

    Schon paradox. Da wird bei den Schweizern (besonders bei den Herren) dauernd von Material- und Abstimmungsproblemen geredet. Aber ausgerechnet die mit schweizerischen Stöckli-Brettern unter den Füssen ist auf dem Weg den Gesamtweltcup zu gewinnen. Irgendwas machen wir falsch!

    • Ybfan am 16.12.2012 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch überlegt

      Du überlegst falsch.. Die schweizer fahren ja kein schqeizer material.. Und ausser maze hats wenige topfahrer/innen, die vorne mitmischen mit schweizer material.. Bei den männern liegts am fahrerischen.. Sie haben sich zu fest aufs material konzentriert anstatt das skifahren zu trainieren.. Schon im september hiess es janka habe keine abstimmung gefunden... Billige ausrede, sie fahren zu schlecht!

    • B.l. am 16.12.2012 17:21 Report Diesen Beitrag melden

      Geht Schweizer Sportler zu gut?

      Maze ist eine Kämpferin ! Wie soviele Slowenische Sportler auch! Sie sind eben nicht so verwöhnt wie fast alle Sportler in der Schweiz. Die besten Hotele, ständige Betreuung die nicht genug teuer sein kann. Ist überhaupt jemanden bewusst mit welchen mittel die slowenische Sportler zurecht kommen müssen?

    • Elba am 16.12.2012 17:55 Report Diesen Beitrag melden

      Anders überlegt

      Also back to the roots. Mit weniger Geld und weniger Verbandsfunktionären und Beratern sich auf das Skifahren konzentrieren? Käme nicht nur im Skisport vielleicht besser. Jedenfalls glückwunsch an Lara! Seit sie nicht mehr von Funktionären genervt wird, gehts wieder aufs Podest!

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  • mona am 16.12.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die können es nicht besser!

    Da sind schon wieder Welten zwischen den Besten und den Schweizerinnen. Einfach eine weitere riesige Enttäuschung!

    • halu am 16.12.2012 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Selber machen?

      machs besser

    • Fan am 16.12.2012 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unwissend

      Und du weisst es einfach nicht besser! Lara Gut und Domique Gisin sind 7., bzw. 6. im Riesen-Weltcup. Beide fuhren schon 4. Ränge raus und nähern sich dieses Jahr an die erweiterte Weltspitze im Riesenslalom an und sind auch im Gesamtweltcup in den Top Ten vertreten. Zusätzlich dazu feierte Lara Gut am Freitag ihren ersten Abfahrtsweltcupsieg und Nadja Kamer wurde 3. Fazit: Hast du keine Ahnung, solltest du die Klappe halten.

    • DunE am 16.12.2012 16:48 Report Diesen Beitrag melden

      Wohl eher Frankreich

      Tessy Worley aus den USA fährt auf den dritten Schlussrang.

    • Carlos Mendez am 16.12.2012 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Maze

      Eine wie keine! Unglaublich abgeklärt präsentiert sich Tina Maze. Die Schweizerinnen waren aber auch recht gut. Ich sehe sie in der erweiterten Weltspitze. Zwischendurch reichts für einen Explosit.

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