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Vierschanzentournee
04. Januar 2012 11:18; Akt: 04.01.2012 16:43 Print
Kofler siegt - Ammann steigt aus
Andreas Kofler gewinnt in Innsbruck vor Tournee-Leader Gregor Schlierenzauer. Simon Ammann wird Sechzehnter und beendet die Vierschanzentournee vor dem letzten Springen.

Der strahlende Sieger: Andreas Kofler (r.) gewinnt auf seiner Heimschanze in Innsbruck. (Bild: Reuters)
Die Jubiläums-Tournee meint es einfach nicht gut mit Simon Ammann. Der Toggenburger musste den ersten Wettkampfsprung am Bergisel bei denkbar schlechten Rückenwind-Bedingungen absolvieren. Darüber hinaus war Ammann beim Absprung auch noch etwas spät dran. Als Folge davon musste er sich mit 119,5 m und dem 22. Zwischenrang bescheiden. Im Final der besten 30 lief es dem Magen-Darm-Grippe-Patienten dann wesentlich besser. Ammann stiess noch in den 16. Schlussrang vor.
Infografik 60. Vierschanzentournee Video
Hildes Sturz in Oberstdorf
Weiteres Ungemach wird an dieser Vierschanzentournee, die seine letzte sein könnte, nicht über Ammann hereinbrechen. Er erklärte im Auslauf seinen Verzicht auf das abschliessende Tournee-Springen am Freitag in Bischofshofen. Ammann verliert wegen der Krankheit Gewicht und müsste sich wegen der BMI-Regel allenfalls auf kürzere Ski umstellen. Da bringt Erholung wahrlich mehr.
Schlierenzauer verpasst den Rekord
Der Deutsche Sven Hannawald bleibt auch nach der 60. Tournee der einzige Springer, der sich alle vier Tagessiege sichern konnte. Zehn Jahre danach hätte die Wiederholung des Kunststücks einem Nachfolger die einmalige Sonderprämie von einer Million Franken eingebracht. Doch für Gregor Schlierenzauer, den Sieger von Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, hat sich das Thema vorzeitig erledigt.
Auf seiner Heimschanze musste der Tiroler einem anderen Lokalmatador den Vortritt lassen. Andreas Kofler, der den Bergisel von seiner Wohnung aus sieht und in Innsbruck zuvor nie auf dem Podest stand, setzte sich mit 5,2 Punkten Vorsprung auf seinen Trainingskollegen durch. Mehr als 20'000 Fans schrien sich in einer Hexenkessel-Atmosphäre beinahe ins Delirium.
Dritter Doppelsieg
Nach dem dritten Doppelerfolg des Tiroler Duos liegt Schlierenzauer immer noch komfortable 17 Punkte vor Kofler. Schlierenzauer hat die Tournee noch nie gewonnen, Kofler hatte es vor zwei Jahren geschafft. Gesamt-Dritter ist mit Titelverteidiger Thomas Morgenstern neu ein weiterer Österreicher. Er profitierte davon, dass Daiki Ito das grösste Opfer der turbulenten Verhältnisse war, im zweiten Durchgang schon nach 91,5 m landete und vom 6. noch auf den 27. Platz zurückfiel.
Nach Ito gab es einen Unterbruch, bevor Kofler bei komplett anderen Bedingungen 131,5 m weit springen konnte. So nahe liegen Glück und Pech beieinander. Einen Absturz musste auch Kamil Stoch hinnehmen. Der Führende nach dem ersten Durchgang wurde auf den 9. Platz durchgereicht.
Vierschanzentournee. 3. Springen in Innsbruck:
1. Andreas Kofler (Ö) 252,8.
2. Gregor Schlierenzauer (Ö) 247,6.
3. Taku Takeuchi (Jap) 246,7.
4. Anders Bardal (No) 244,4.
Ferner:
6. Thomas Morgenstern (Ö) 237,1.
9. Kamil Stoch (Pol) 232,0.
16. Simon Ammann (Sz) 221,0.
In der Gesamtwertung führt Schlierenzauer vor dem abschliessenden Springen am Freitag in Bischofshofen 17 Punkte vor Kofler.
(si)
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Alle 15 Kommentare































Ein großartiger Sportler und Mensch
Simi, werd einfach wieder gesund und lass das springen jetzt mal springen sein. Du hast so viel geboten in den letzten Jahrzehnten, erhol dich, meine Familie und ich werden immer Fans bleiben, egal, bei welcher Weite du landest.
Schade Simon
wieder eine Sportart weniger, die mich an den Fernseher lockt. Skispringen wird leider immer mehr zu einer saisonalen Oesterreichischen-Meisterschaft mit internationaler Beteiligung.
Bravo Simon Ammann
Also in erster Linie - GUTE BESSERUNG! Dann ist es einfach so. Simon Ammann ist ein grosser Sportler, welcher trotz schlechten Voraussetzungen im eigenen Land (nur 2 Schanzen mit int. Charakter) sowie Team (seit dem Abgang von Küttel keine interne Richtweiten) immer noch in die Top 20 trotz übler Krankheit springt. Ich glaube jene, welche immer nur negative Kritik üben können, sollten sich überlegen, ob Sie 10 Jahre mit der Weltspitze ihrer Sportart nach Wahl halten können. Ich ziehe den Hut von Simon Ammann und seinem Entscheid. Die Weltspitze ist grösser geworden.