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RS in Alta Badia
15. Dezember 2012 20:36; Akt: 16.12.2012 16:44 Print
Ligety von einem anderen Stern, Schweizer desolat
Ted Ligety gewinnt den Riesenslalom in Alta Badia mit über zwei Sekunden Vorsprung vor Marcel Hirscher und Thomas Fanara. Die Eidgenossen punkten erstmals in einem Weltcup-Riesenslalom nicht.
Das Schweizer Männer-Team taumelt derzeit von einer Niederlage in die andere. Beim Riesenslalom in Alta Badia schaffte es erstmals in der Weltcup-Geschichte keiner ins Schlussklassement.
Infografik Alpiner Ski-Weltcup 2012/13Der erst 22-jährige Manuel Pleisch verhinderte immerhin den totalen Absturz der Schweizer Mannschaft. Der Bündner schaffte mit Startnummer 49 als 27. und einziger von Swiss-Ski die Qualifikation für den zweiten Lauf, was ihm zuvor in bisher zehn Anläufen nie gelungen war. Im zweiten Durchgang kam Pleisch aber nicht sehr weit. Und nach dessen Ausfall war klar, dass es kein Schweizer in die Wertung schaffen würde. Das gab es im Riesenslalom - ausgenommen an einem Finale, in dem nur die Besten starten - noch nie.
Janka fällt immer tiefer
Neben Pleisch kamen von den sieben Schweizern nurmehr Marc Berthod (44.) und Carlo Janka (46.) ins Ziel. Beide blieben allerdings chancenlos bezüglich der Teilnahme am zweiten Lauf. Janka verlor 7,81 Sekunden auf die Bestzeit von Ligety. Wortlos stapfte der Bündner aus dem Zielraum, nicht einmal mit seinem Konditionstrainer mochte er nach der neuesten Enttäuschung noch reden.
Der Riesenslalom-Olympiasieger fällt immer tiefer. Bei ihm drängen sich Massnahmen auf. Für Cheftrainer Osi Inglin ist klar: «Im gleichen Trott kann es nicht weitergehen. Carlo kommt mit dem neuen Material überhaupt nicht in die Gänge. Entweder muss er jetzt einmal Pause machen, oder es wird im Training etwas umgestellt.»
«Ich kann nicht in jedem Rennen im Ziel sein»
Der Rest des Schweizer Teams schied aus. Didier Défago, der Ende Oktober zum Saisonstart als Fünfter des Riesenslaloms in Sölden für das bisher mit Abstand beste Ergebnis des Schweizer Männer-Teams gesorgt hatte, überdrehte schon im oberen Teil der Strecke. «Die Piste war viel glatter, als ich das nach der Besichtigung erwartet hätte», erklärte Défago, «aber ich kann ja nicht in jedem Rennen im Ziel sein.»
Ligety: «Stenmark im Hinterkopf»
Das Feld in Alta Badia liess sich am Sonntag in drei Klassen aufteilen. Da war einerseits der alle überragende Amerikaner Ted Ligety, dahinter folgte in Liga 2 der Österreicher Marcel Hirscher, und schliesslich gab es noch den grossen, drittklassigen Rest. Insbesondere im ersten Lauf hätte man eigentlich keine Uhr gebraucht, um festzustellen, wer der Schnellste ist. Ted Ligety fuhr seine Gegnerschaft in Grund und Boden.
Um 2,40 Sekunden liess er den zweitplatzierten Hirscher hinter sich. «Ich hatte perfekten Grip. Im Ziel war ich dennoch überrascht über meinen Vorsprung. Ich hatte gar nicht den Eindruck, so super-speziell gefahren zu sein. Im Training bin ich schon besser gefahren.»
Vor dem zweiten Durchgang musste man sich darauf gefasst machen, dass Ligety den Rekord brechen würde, was die grössten Vorsprünge angeht. Der steht seit der Saison 1978/79 bei den 4,06 Sekunden, mit denen Ski-Legende Ingemar Stenmark in Jasna (Tsch) vor dem Slowenen Bojan Krizaj gewonnen hatte.
14. Sieg für Ligety
«Vielleicht hatte ich die Marke von Stenmark im Hinterkopf», bekannte Ligety hinterher. Denn der Amerikaner legte auch im zweiten Durchgang mit Vollgas los, diesmal aber blieb er nicht mehr fehlerlos: «Ich hatte einige Male den Ellbogen im Schnee und musste am Ende froh sein, unten angekommen zu sein.» Von seiner Reserve blieben dem Amerikaner noch immer stattliche 2,04 Sekunden. Er feierte so seinen dritten Saisonsieg nach Sölden und Beaver Creek, wo er mit 2,75 bzw. 1,76 Sekunden Vorsprung gewonnen hatte. Ingesamt war es sein 14. Weltcupsieg.
Marcel Hirscher hatte in der Vorwoche den Riesenslalom in Val d'Isère gewinnen können, auf der Gran Risa hatte er aber gegen Ligety keine Chance. «Ted ist unglaublich gefahren: Kein Rutschphasen, alles auf Zug, praktisch perfekt», zollte der Salzburger seinem Gegner Lob. Er selber darf aber auf seine aktuelle Bilanz auch sehr stolz sein. In allen sechs technischen Rennen dieses Winters erreichte er das Podium: Einmal als Sieger, dreimal als Zweiter, zweimal als Dritter.
Alta Badia (It). Weltcup-Riesenslalom der Männer:
1. Ted Ligety (USA) 2:37,27.
2. Marcel Hirscher (Ö) 2,04 zurück.
3. Thomas Fanara (Fr) 3,27.
4. Fritz Dopfer (De) 4,22.
5. Davide Simoncelli (It) 4,46.
6. Alexis Pinturault (Fr) 4,48.
7. Marcus Sandell (Fi), Felix Neureuther (De) 4,77.
9. Aksel Lund Svindal (No) 4,86.
10. Mathieu Faivre (Fr) 5,16.
Ausgeschieden im 2. Lauf: Manuel Pleisch (Sz).
(si)
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Alle 13 Kommentare

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Schämzirkus
Kippt den gesamten skizirkus aus dem programm. Zeigt dafür tom und jerry. Dann sind wir wenigstens unterhalten und müssen uns nicht auch noch öffentlich schämen...
Es kann nur noch besser werden!
Carlo, lass den Kopf nicht hängen! Eher sollten anderswo (Funktionärs-) Köpfe rollen, wenn in einer ganzen Mannschaft der Wurm drin ist und man angeblich immer noch an "Materialproblemen" herumdoktert. Gratulation trotzdem an Manuel Pleisch. Weiter so!
Liebe Leute und Kritiker
Liebe Leute und Kritiker. Anstatt immer abzulästern ist es aus meinen Augen her langsam Zeit, dass man akzeptiert das sich die Ski Kader im Umbruch befindet. Wir hatten in den letzten Jahren durch Cuche, Feuz und Janka viel zu bejubeln, als es z. B. den Österreichern auch nicht allzu gut erlief. An einem Ligety oder Svindal gibt es im Moment kaum ein vorbei kommen. Akzeptieren wir jetzt diesen Umbruch und hoffen auf eine rosige Zukunft!
Blauäugig
Hier gibt es nichts schönzureden - und Sie vergessen hier etwas: Carlo Janka kommt weder von einer schweren Verletzung zurück noch ist er am Ende der Ski-Karriere angelangt, ist erst 26 Jahre alt. Die Leistungen der Überflieger Ligety und Svindal sind anzuerkennen, man kann von den Schweizern aber sehr wohl Plätze um 10 bis 15 erwarten, ist das schon zuviel verlangt? Janka war meilenwert von Rang 30 im 1. Durchgang entfernt - macht überhaupt keinen Sinn, ihn noch an weiteren Weltcuprennen starten zu lassen, der Europacup ist vorerst das Beste für ihn. Adelboden und Wengen folgen bald!