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Weltcup in Engelberg
13. Dezember 2012 10:25; Akt: 13.12.2012 10:55 Print
Zuversichtlicher Ammann vor dem Heimspringen
Simon Ammann tritt am Wochenende beim Weltcup in Engelberg zum Heimspringen an. Der vierfache Olympiasieger hegt Ambitionen auf seinen siebten Podestplatz auf der Titlis-Schanze.
Die Karriere von Simon Ammann.
Der 31-jährige Toggenburger blickt nach fünf Weltcupspringen auf einen geglückten Saisoneinstand zurück. Dreimal flog Ammann in die Top Ten, vor zwei Wochen am Polarkreis in Kuusamo stand er sogar auf dem Podium, zum 67. Mal im Weltcup. Als Nummer 8 der laufenden Overall-Wertung zählt er für die Springen auf seiner Heimschanze zu den Vorqualifizierten.
Bildstrecken Ammann in Sotschi nicht überzeugendAmmann fliegt aufs PodestEngelberg 2012 ist für Ammann von grosser Tragweite. Es geht um mehr als um einen gelungenen Auftritt vor dem Schweizer Publikum oder um eine Hauptprobe für die Vierschanzentournee. Das neue Regelwerk mit den engen Anzügen hat das Feld der Skispringer aufgemischt. Ammann hält diesmal mit den Besten mit, nachdem der dreifache Sieger von Engelberg letzten Winter verbissen um den Anschluss kämpfte. Das soll so bleiben.
Konstanz steht im Vordergrund
Für den Schweizer Trainer Martin Künzle steht in Engelberg nicht das nackte Resultat im Vordergrund, sondern die Konstanz in den Sprüngen. Nur wer Stabilität an den Tag legt, kann sich an einer Tournee in der Spitze behaupten. «Wir sind auf gutem Weg. Ich bin mit der Entwicklung von Simon sehr zufrieden», sagte Künzle.
Die geringere Tragfläche der Anzüge ist ein gravierender Eingriff in das Flugsystem, der die Aufgabe für die Springer erschwert. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren können die Fehler beim Absprung oder im Übergang nicht mehr mit einer tollen Flugphase gerettet werden. Jetzt fehlen nicht nur die Flügel für die letzte Flugphase. Durch den geringeren Widerstand hat der Springer weniger Halt in der Luft und somit mehr Schwierigkeiten, seinen Körper in der Balance zu halten.
Deschwanden und Grigoli mit Problemen
Ammanns Ränge 3, 6, 8, 13 und 17 sind mehr Wert, als dies beim blossen Betrachten den Anschein macht. Kein Athlet ist aktuell vor Rückschlägen gefeit. Die zweifachen Saisonsieger Severin Freund und Gregor Schlierenzauer mussten auch schon mit den Rängen 16 beziehungsweise 25 Vorlieb nehmen. Als Einziger stiess der Norweger Anders Bardal fünfmal in die Top Ten vor. Eine neue Generation nützt die Umstellung, um gleich auf Anhieb Fuss zu fassen. Der 17-jährige Andreas Wellinger (De) oder der Slowene Jaka Hvala (19) mischen vorne mit.
Dies lässt sich von Gregor Deschwanden und Marco Grigoli nicht behaupten. Ersterer liess immerhin sein Potenzial durchschimmern und flog in Kuusamo (Fi) seinen ersten Weltcuppunkt ein. «Gregor fehlt die Konstanz, die Simon an den Tag legt», erklärte Künzle. «Gleichwohl spüre ich, dass er in den Top 30 Fuss fassen kann.» Grigoli hingegen kommt nicht vom Fleck und dürfte die Selektion für die Tournee kaum schaffen. Er kämpft gegen Fehler im Grundlagenbereich. Mit dem geringen Anlauf der Besten kommt er nicht auf Weite.
Schanze in bestem Zustand
Für Deschwanden, Grigoli und zwei oder drei Schweizer Nachwuchsspringer steht der erste Ernstkampf am Freitagnachmittag mit der Qualifikation an. Die Anlage präsentiert sich in bestem Zustand. Musste im vergangenen Winter der Schnee noch zusammengekratzt werden, lief diesmal die Vorbereitung in die andere Richtung. Es galt, die grossen Mengen an Neuschnee aus dem Weg zu räumen.
(si)

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