


Wie sagt man doch so schön? «Zahlen lügen nicht!» Sechs Medaillen für die Schweiz, fünf für Österreich. Lässt man die Medaillen der Frauen-Teams weg, steht‘s gar 4:2 für die Schweizer. Trotz Slalom-Gold am letzten Tag durch Manfred Pranger ist das ein harter Schlag für das Austria-Skiteam, welches in den letzten Jahren im Weltcup und an Grossanlässen praktisch nach Belieben dominiert hat.
Die Leute von Swiss-Ski und auch viele Schweizer Skifans haben oft ziemlich neidisch Richtung Österreich geschielt. Es waren nicht nur die Top-Resultate am Fliessband, welche die Verantwortlichen hierzulande tief verunsicherten. Es machte über längere Zeit auch den Anschein, als ob die österreichische Nachwuchs-Schmiede eine nie versiegende Quelle ist. Die Equipe von Alpin-Chef Hans Pum zauberte ein neues Talent nach dem andern aus dem Hut.
Austria-Herrschaft geht zu Ende
Doch die aktuelle Weltcup-Saison und spätestens die Schweizer Top-Resulate an der Ski-Weltmeisterschaft in Val d’Isère, haben zur Trendwende geführt. Bereits zum Saisonstart Ende Oktober im österreichischen Sölden hat sich abgezeichnet, dass die vollumfängliche Herrschaft der Österreicher in dieser Saison zu Ende gehen könnte: Damals hat Daniel Albrecht vor seinem Teamkollegen Didier Cuche den Riesenslalom gewonnen. Die beiden Schweizer sind praktisch in einer eigenen Kategorie gefahren.
Und dann, im Januar 09, kam die grosse Zeit des Didier Défago: Innerhalb von sieben Tagen gewann der 31-jährige Walliser die beiden Abfahrts-Klassiker in Wengen und Kitzbühel. Nicht nur für Défago haben diese beiden Abfahrtssiege gleich viel wert wie eine WM-Goldmedaille. Und für das Schweizer Ski-Team war es so kurz vor Beginn der Weltmeisterschaften in Frankreich das Signal, dass das «Bollwerk Österreich» definitiv sturmreif ist.
Neues Selbstverständis
Das Männer-Team von Swiss-Ski reiste mit entsprechendem Selbstverständnis nach Val d’Isére. Der Rest ist bekannt. In den Herren-Rennen entwickelten sich Didier Cuche und Carlo Janka zu den grossen Abräumern. Und nicht vergessen: Mit Daniel Albrecht lag einer der grössten Schweizer WM-Trümpfe verletzt in der Uni-Klinik in Innsbruck.
Nur im Slalom, das hat auch das letzte WM-Rennen wieder gezeigt, haben die Schweizer gegenüber ihrem östlichen Erzrivalen noch ein grosses Manko: Vier Österreicher sind ausgefallen – aber der Fünfte – Manfred Pranger – hat die Goldmedaille geholt. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Austria-Skiteam in den prestigeträchtigen Speed-Disziplinen die Vorherrschaft in Val d’Isère definitiv abhanden gekommen ist.
Lara Gut überstrahlt alles
Der Blick auf die Frauen-Skiteams zeigt ein etwas anderes Bild. Denn hier haben die beiden Silbermedaillen von Lara Gut alles überstrahlt. Das Frauen-Team in den Speed-Disziplinen bestand eigentlich lediglich aus der 17-jährigen Tessinerin. Die offiziellen Fahrerinnen von Swiss-Ski taten sich mit der selektiven «Solaise»-Piste extrem schwer. Hier wäre eine weitere Medaille einem der viel zitierten «Skiwunder» gleich gekommen. Den grössten Lichtblick für Frauen-Cheftrainer Hugues Ansermoz gab’s erst zwei Tage vor WM-Schluss: Das völlig überraschendes Teamergebnis im Slalom mit der 19-jährtigen Denise Feierabend aus Engelberg auf Platz sechs.
Nach sensationeller WM wieder die Nummer 1
Schluss-Fazit einer für die Skifans sensationellen Weltmeisterschaft: Die Schweiz ist wieder Skination Nummer 1! Auch wenn sich das beim Blick auf die aktuellen Weltcup-Klassemente noch nicht bestätigen lässt. Doch Didier Cuche, Carlo Janka und Lara Gut sind die neuen Helden des Schweizer Skisports. Sie sind auch international hoch angesehen und respektiert. Das ist mit den je zwei WM-Medaillen endgültig verbrieft. Völlig unabhängig davon, welche Position sie am Schluss der Weltcup-Saison Mitte März einnehmen.
|
Diesen Artikel weiterempfehlen... |
|
Super Es war ein erfolg.Weiter so... Ich gratulire Herzlich an Gut,Janka,Cuche von: Luzia Betschart 97 am: 04.03.2009 20:49 |
|
Nur 3 Medallienfahrer Gut, der Medallienspiegel spricht für uns CH, aber schlussendlich waren es "unsere" 3 Stars, die Breite und der Druck von unten fehlt nach wie vor. von: Franz Rickenbach am: 16.02.2009 10:30 |
|
Ich vergass... das wir in der Vergangenheit leben. Natürlich bleibt Österreich insgesamt die wohl stärkere Skination - aber in diesem Moment bzw. von dieser WM waren es halt die Schweizer. Aber man sollte sich freuen das die beiden Alpenländer wieder auf Augenhöhe sind. von: Tajno am: 15.02.2009 22:25 |