Skispringen

14. Dezember 2012 17:35; Akt: 14.12.2012 17:36 Print

Grigoli und Deschwanden begleiten Ammann

Erstmals seit 2007 stehen wieder drei Schweizer im Hauptfeld des Weltcup-Skispringens von Engelberg. Marco Grigoli und Gregor Deschwanden überstanden mit Flügen auf 119 und 120 m beziehungsweise den Rängen 31 und 23 den Cut. Simon Ammann ist vorqualifiziert.

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Der Bündner Grigoli schaffte erstmals in diesem Winter den Vorstoss in die Top 50, die am Samstag ab 13.45 Uhr um Weltcuppunkte kämpfen. «Es ist ein kleiner Schritt, aber für mein Selbstvertrauen ist er Gold wert», sagte der 21-Jährige. «Für die Top 30 reicht ein solcher Sprung noch nicht, aber er befreit mich trotzdem», fügte er hinzu.

Der St. Moritzer tat sich mit der Umstellung auf die engen Anzüge besonders schwer, die ersten 20 Versuche hatte er mit den Armen rudernd abgebrochen. Wegen der fehlenden Tragfläche funktioniert sein Sprungstil des letzten Winters nicht mehr. «Ich muss jetzt den Absprung wirken lassen und darf mich erst nach 30 Metern über den Ski drehen. In der Vergangenheit konnte ich noch aggressiv nach vorne in die Fluglage springen.»

Die Springer verfügen in der Luft über weniger Halt, weil der Widerstand fehlt. Sechs Zentimeter hatte im letzten Winter der Abstand zwischen Körperoberfläche und Innenseite des Anzugs betragen. Nun sind es noch höchstens deren zwei. «Am Anfang hatte ich das Gefühl, ich springe in den luftleeren Raum», erzählte Deschwanden. «Jetzt habe ich mich aber daran gewöhnt.» Der 21-jährige Luzerner sah sich im Gegensatz zu Grigoli nur zu einer kleinen Umstellung seines Sprungstils gesprungen. Ihm macht vielmehr das Timing zu schaffen. «Der Tisch ist meistens zu kurz für ihn», umschrieb der Schweizer Trainer Martin Künzle den Umstand, dass Deschwanden zu spät abhebt und so Kräfte ungenutzt verpuffen lässt, auf sehr höfliche Weise.

Verheissungsvoll war der Auftritt von Simon Ammann. Der vierfache Olympiasieger legte mit 130 Metern den weitesten Flug der zehn vorqualifizierten Springer in den Hang. Der Slowene Peter Prevc, der Sieger der Qualifikation, segelte auf 131,5 m. Er hatte wie Ammann zwei Luken weniger Anlauf als Grigoli und Deschwanden. «Es funktioniert, wenn ich pushen will», kommentierte Ammann seinen Auftritt in der Qualifikation. In den Trainingssprüngen war er mit den Rängen 26 und 37 noch im Mittelfeld gelandet. «Ich bin froh, dass jetzt die Grossschanzen-Saison beginnt», erklärte der Toggenburger. Die Hauptprobe für die Vierschanzentournee will er mit seinem zweiten Podestplatz des Winters krönen.

(si)

ZSC-Lions-TV
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