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09. Dezember 2012 18:10; Akt: 09.12.2012 18:11 Print

Janika Sprunger rettete Schweizer Ehre

Eine Woche nach ihrem vierten Platz im GP in Paris verblüffte Janika Sprunger auch am CSI in Genf.

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Im Weltcupspringen belegte sie mit Palloubet d'Halong erneut den vierten Platz, gewann viel Erfahrung, ein Preisgeld von 18'750 Franken und rettete die Schweizer Ehre.

Gefeierte Siegerin vor 8500 Zuschauern in der Palexpo war die 38-jährige Australierin Edwina Tops-Alexander, die den Stechparcours mit ihrem bereits 16-jährigen Fuchs Itôt du Château in 40,40 Sekunden am schnellsten bewältigte. Zweiter in 41,64 Sekunden wurde der Spanier Sergio Alvarez Moya mit dem Schimmel Carlo, der seinen Vorsprung im Weltcup-Zwischenklassement weiter ausbaute. Den dritten Podestplatz schnappte Sprunger der Süddeutsche Hans-Dieter Dreher weg, der auf dem schwierig zu kontrollierenden argentinischen Hengst Magnus Romeo der Schweizer Besitzer Hans Brändlin und Paul Bücheler erneut überraschte.

Das Stechen knapp verpasst hat Olympiasieger Steve Guerdat auf seinem Goldpferd Nino des Buissonnets. Der Jurassier blieb im technisch schwierigen Normalkurs zwar ohne Fehler, überschritt aber die Zeitlimite knapp und musste sich einen Strafpunkt notieren lassen, was lediglich zu Rang 9 reichte. Auch Pius Schwizer schaffte die Barrage nicht. Sein Verdi patzte am Aussprung der Zweierkombination. Der Weltranglistenfünfte klassierte sich aber als schnellster Reiter mit vier Punkten im 11. Rang und ist mit insgesamt 38 Zählern der Qualifikation für den Weltcupfinal im Frühjahr in Göteborg äusserst nahe.

Die Rennreiter im Nacken

Janika Sprunger, die Tochter des Basler CSI-Sportchefs Hansueli Sprunger, zeigte sich über ihre beste Weltcup-Klassierung erfreut. «Palloubet ist ein ein Phänomen. Er gewinnt immer mehr an Erfahrung. In Genf haben wir wie im GP wie in Paris keinen einzigen Fehler begangen. Das verspricht für die Zukunft einiges. Wir nähern uns immer mehr der Weltspitze. Im Stechen hatte ein weiterer Nullfehlerritt erste Priorität. Da ich aber grosses Vertrauen in meinen Fuchs habe, drückte ich als erststartende Reiterin im Final schon etwas aufs Gas. Ich hatte ja all diese Rennreiter im Nacken.»

Edwina Tops-Alexander, die zweifache Gesamtsiegerin der Global Champions Tour und Gattin des GCT-Initianten und Pferdehändlers Jan Tops, war des Lobes voll über ihr Spitzencrack. «Itôt ist schon 16-jährig und ein Wettkampfpferd. Er liebt die Shows und die Ambiente rundum. Im Stechen bin ich grosses Risiko eingegangen, habe frech und eng gewendet. Ich wusste, dass mein kleiner Fuchs in Superform ist.»

Die Australierin, die in Genf ihr zweites Weltcupspringen nach 2008 gewann, strich für ihren Erfolg 46'875 Franken ein. Das ist allerdings nur ein kleiner Happen für ihre Verhältnisse. Die Nummer 8 der Weltrangliste hat in der Global Champions Tour, der höchstdotierten Serie der Welt, in dieser Saison als Gesamtsiegerin 580'000 Euro und insgesamt schon 2,2 Millionen Euro auf ihr Konto überschreiben lassen. Die Top(s)serie gibt es erst seit sechs Jahren .

Janika schönte die Bilanz

Die Bilanz der im Olympiajahr so erfolgreichen Schweizer Reiter in Genf fällt trotz Janika Sprungers Ehrenplatz und ihrem Sieg im Jagdspringen sowie zwei drei weitern Erfolgen in Rahmenprüfungen durch Pius Schwizer und Martin Fuchs zwiespältig aus. In sämtlichen grossen Prüfungen (Weltcup-Springen, Top-Ten-Final, GP) fehlte ein Einheimscher auf dem Podest. Wohl war die Konkurrenz gross und die Weltelite fast vollzählig am Start, aber von Olympiasieger Guerdat, Schwizer, Paul Estermann und besonders von Beat Mändli hatte man mehr erwartet. Guerdats Goldpferd Nino des Buissonnets war nach einer leichten Trachtenquetschung, die er vor drei Wochen in Herrliberg erlitten hatte, noch nicht wieder in Bestform. Schwizer fehlt Carlina. Verdi war in der lauten Halle guckrig, musste jeden Tag ran und bedarf nun dringend einer Pause. Und sowohl Estermanns Castlefield Eclipse auch auch Mändlis Louis vermochten ihre Top-Ergebnisse in den Weltcupspringen in Lyon und Oslo nicht zu bestätigen.

(si)

ZSC-Lions-TV
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