Schwimmen

12. Dezember 2012 21:15; Akt: 12.12.2012 21:16 Print

Meichtry vergibt grosse Chance

Dominik Meichtry hat an den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Istanbul eine grosse Chance nicht genutzt. Der 28-jährige St. Galler verpasste in seiner Paradedisziplin 200 m Crawl als Elfter knapp den Final.

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Beim 9. Rang vor zwei Jahren in Dubai war Meichtry um vier Hundertstelsekunden langsamer gewesen als der achtbeste der Vorläufe, diesmal fehlten ihm mit 1:44,92 acht Hundertstelsekunden für den Final. Das Scheitern war umso bitterer, als der in Los Angeles wohnhafte Ostschweizer den Sprung in die Top 8 aufgrund seines Potenzials hätte schaffen müssen. Bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Chartres Ende November war er sowohl im Vorlauf (1:44,87) als auch beim 6. Platz im Final (1:44,63) schneller gewesen. In Dubai hatte Meichtry 1:43,29 erreicht - dies ist seine Bestzeit über 200 m Crawl in einem 25-m-Becken ohne Hightech-Anzug.

«Die Zeit ist durchschnittlich, und das ist für mich nicht genügend», sagte Meichtry. «Ich wäre gerne eine Saisonbestzeit geschwommen. Dann wäre ich zufrieden gewesen.» Das deutlich tiefere Niveau wie vor zwei Jahren führt er auf die Olympischen Spiele in London zurück. Daher sei klar, dass keine Bestzeiten abgespult werden würden. Für die Meichtry gilt es nun, die Enttäuschung abzuhaken und sich auf das Rennen über 400 m Crawl vom Freitag zu konzentrieren. Auch dort strebt er eine Saisonbestmarke an. «Ich kann mich nur an dieser messen, egal, was um mich herum passiert», so Meichtry. Hoffnung gibt ihm, dass er im ersten Rennen noch nie bereit gewesen sei. Er habe sich jeweils gesteigert.

Wie Meichtry konnten auch Lukas Räuftlin, Alexandre Liess und Martina van Berkel mit ihren Leistungen am ersten Tag nicht zufrieden sein. Van Berkel klassierte sich in ihrer Paradedisziplin 200 m Delfin mit 2:09,56 im 14. Rang. In Chartres war sie mit 2:08,84 Fünfte geworden. Schon damals stellte sie die Zeit nicht ganz zufrieden, was angesichts ihres im vergangenen Jahr erzielten Schweizer Rekordes von 2:06,75 nichts als logisch ist. Auch Räuftlin über 100 m Rücken (35./54,08) und Liess über 100 m Delfin (46./54,26) schwammen schwächer als an den Kurzbahn-Europameisterschaften.

Den Titel über 200 m Crawl sicherte sich der amerikanische Superstar Ryan Lochte, der bereits vor zwei Jahren triumphiert hatte. Der fünffache Olympiasieger distanzierte den deutschen Weltrekordhalter Paul Biedermann um 15 Hundertstelsekunden. Bronze holte in 1:43,78 der Amerikaner Conor Dwyer. Lochte stand danach auch mit der 4x100-Crawlstaffel auf dem obersten Podest. Damit hat er nun 16 Goldmedaillen an Kurzbahn-Weltmeisterschaften geholt.

Die Ungarin Katinka Hosszu über 200 m Delfin und die Britin Hannah Miley über 400 m Lagen gewannen jeweils mit Europarekorden. Auch die Litauerin Ruta Meilutyte, Olympiasiegerin über 100 m Brust, stellte über 50 m Brust im Halbfinal eine kontinentale Bestleistung auf.

(si)

ZSC-Lions-TV
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