Curling

12. Dezember 2012 21:45; Akt: 12.12.2012 21:47 Print

Schweizer Curler ausgeschieden

Für die Schweizer Curler um Skip Sven Michel ist die EM in Karlstad nach der Vorrunde beendet. Nach einem 7:5-Sieg gegen Deutschland und einer 6:8-Niederlage gegen Russland belegen sie wie bei ihrem letztjährigen EM-Debüt den 6. Schlussrang.

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Simon Gempeler, Sandro Trolliet, Claudio Pätz und Sven Michel brachten es in Südschweden auf eine Bilanz von fünf Siegen und vier Niederlagen - ebenfalls wie vor einem Jahr, damals in Moskau. Um zumindest in die Tiebreaks um die Playoff-Teilnahme zu kommen, hätten die Curler des CC Adelboden einen Match mehr gewinnen müssen.

Die Analyse der gesamten Turnierleistung zeigt, dass die Schweizer ihre Chancen aufs Weiterkommen nicht in den Duellen mit den vier Favoriten (Schweden, Norwegen, Schottland, Dänemark) verspielt haben. Gegen zwei dieser Teams - Dänemark und Schottland - konnten sie gewinnen; das ist bemerkenswert für eine junge Crew, die erst in ihrer zweiten Saison steht. Verhängnisvoll waren letztlich die beiden Niederlagen gegen Teams, die viel eher in ihrer Reichweite liegen müssten: gegen Tschechien sowie gestern Abend im letzten Round-Robin-Spiel gegen den überraschenden EM-Neuling Russland.

Als zweites Positivum nebst der Bilanz von Sieg und Niederlagen gilt es die Tatsache festzuhalten, dass die Berner Oberländer dem Schweizer Verband die Qualifikation für die Weltmeisterschaft vom nächsten April im kanadischen Victoria souverän und mühelos sichergestellt haben. Nachdem sie sich nach den beiden Niederlagen zum Auftakt gegen Schweden und Norwegen mit vier Siegen in Serie aufgefangen hatten, mussten sie nie mehr nach hinten schauen.

Im Match gegen die Deutschen, die in Karlstad hart um die WM-Qualifikation kämpfen müssen und sogar ins EM-B-Turnier abzusteigen drohen, erkämpften sich die Adelbodner entscheidenden Vorteil mit einem «gestohlenen» Zweierhaus zur 4:1-Führung im 5. End. Im 8. End mussten sie den Ausgleich hinnehmen, behielten jedoch das Recht des letzten Steins, das sie hierauf nutzten.

Die Partie gegen die von Alexej Zelusow angeführten Russen begann für die Schweizer albtraumhaft. Im 2. End, beim Stand von 0:0, hatte die russische Nummer 4 Andrej Drozdow die Chance, mit seinem letzten Stein ein Fünferhaus notieren zu lassen. Er spielte den Stein zu lang, aber auch das Viererhaus bedeutete für die Berner Oberländer eine Hypothek, die sie bis zuletzt nicht wettmachen konnten. Zweimal gelang ihnen ein Zweierhaus, aber sie kamen damit jeweils nur bis auf zwei Steine heran.

Otts Team muss nachsitzen

Ob die Weltmeisterinnen um Skip Mirjam Ott in die Playoffs kommen, entscheidet sich erst heute Donnerstag. Mit einem Sieg im letzten Vorrundenspiel gegen Deutschland vom Donnerstagmorgen hätten die Schweizerinnen im schlechtesten Fall die Teilnahme an allfälligen Tiebreaks auf sicher.

Am Mittwoch verloren Janine Greiner, Carmen Küng, Carmen Schäfer und Mirjam Ott das Schlagerspiel gegen Schweden 5:8.

Schweiz gegen Schweden, Mirjam Ott gegen Margaretha Sigfridsson: Dies war im vergangenen März der Final der Weltmeisterschaft im kanadischen Lethbridge. Damals feierten die Davoserinnen den grossen Triumph. Diesmal waren die Schwedinnen das stärkere Team - jedoch in einem Match, in dem es noch nicht um die Medaillen ging.

Für die Schweizerinnen war es die dritte Niederlage im achten EM-Vorrundenspiel. Nur weil Dänemark gleichzeitig eine eher unerwartete Niederlage gegen Italien einfing, haben die Schweizerinnen weiterhin alles in den eigenen Händen.

(si)

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