Schwimmen

16. Dezember 2012 21:13; Akt: 16.12.2012 21:15 Print

Zwiespältige Schweizer Bilanz

Die Schweizer Bilanz an den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Istanbul fällt zwiespältig aus.

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Die Schweizer Bilanz an den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Istanbul fällt zwiespältig aus. Die prägende Figur der Titelkämpfe war der Amerikaner Ryan Lochte.

Dass keiner der fünf Schweizerinnen und Schweizer die Vorläufe überstand, entbehrt nicht einer gewissen Logik. Realistisch gesehen, durfte sich einzig Dominik Meichtry über 200 m Crawl Hoffnungen machen, die nächste Runde zu erreichen. Der 28-jährige St. Galler verpasste den Final - ab 200 m gibt es an Kurzbahn-Weltmeisterschaften keine Halbfinals - um acht Hundertstelsekunden. Dies war umso ärgerlicher, als Meichtry mit der angestrebten Saisonbestzeit den Sprung in die Top 8 geschafft hätte.

Zudem hätte er ein positives Zeichen setzen können, war es doch das erste Rennen der Titelkämpfe. Es sei doppelt schade gewesen, sagte Teammanager Luka Gabrilo deshalb. Der 11. Rang von Meichtry war das beste Schweizer Ergebnis in Istanbul. Ansonsten gelang einzig Martina van Berkel als 14. über 200 m Delfin eine Klassierung unter den besten 16.

Zwei Schweizer Rekorde stellten Danielle Villars über 100 m Delfin und Lukas Räuftlin über 200 m Lagen auf. Die 19-jährige Villars schlug in ihrem Vorlauf in 58,87 Sekunden an und blieb damit 16 Hundertstel unter der bisherigen Bestmarke von Melanie Schweiger, die seit etwas mehr als zwei Jahren Bestand gehabt hatte. Räuftlin unterbot mit 1:58,09 seine im April 2011 in Uster aufgestellte Bestmarke um 1,56 Sekunden. Schade war, dass der 23-Jährige am Sonntag in seiner Paradedisziplin 200 m Rücken (18.) krank war und deshalb sein Potenzial nicht ausschöpfen konnte. So oder so hat sich der Wechsel vom SV Kriens zu den Limmat Sharks Zürich ausbezahlt. «Er trainiert nun viel besser», erklärte Gabrilo. Räuftlin scheint ein Versprechen für die Zukunft zu sein. Dies gilt auch für Villars. Die 19-jährige Zürcherin trainiert sei den Olympischen Spielen in Texas und muss sich erst noch an das neue Leben gewöhnen.

Eine nationale Bestmarke hätte beinahe auch Meichtry erreicht. Der in Los Angeles lebende Ostschweizer passierte in seinem ersten Rennen über 1500 m Crawl in einem 25-m-Becken die 800 m nach 7:59,09 - der Schweizer Rekord von Ives Platel aus dem Jahr 2003 liegt bei 7:58,86. Gabrilo lobte Meichtry dafür, dass er zu diesem Wettkampf überhaupt angetreten ist. Alexandre Liess gelang über 100 m Crawl immerhin eine Saisonbestleistung.

«Wir hatten nichts Spezielles erwartet», sagte Gabrilo, «wir sind nicht stark genug für Weltmeisterschaften.» Diese seien zu gross. «Zudem ist für uns die Langbahn viel wichtiger.» Die jungen Athleten hätten jedoch wichtige Erfahrungen sammeln können. Das sei etwas Positives, helfe für die Langbahn-WM. Diese finden vom 28. Juli bis 4. August 2013 in Barcelona statt.

Der amerikanische Superstar Lochte gewann sechs Gold- sowie je eine Silber- und Bronzemedaille. Damit weist er nun sagenhafte 30 Podestplätze an Kurzbahn-Weltmeisterschaften (20/6/4) in seinem Palmarès auf. Zudem schwamm der fünffache Olympiasieger zwei Weltrekorde - über 100 und 200 m Lagen. Bemerkenswert waren auch die drei Europarekorde (einer über 100 m Brust, zwei über 50 m Brust) der erst 15-jährigen Litauerin Ruta Meilutyte.

(si)

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