WM-Splitter

02. Februar 2009 17:47; Akt: 02.02.2009 22:05 Print

Improvisationskünste, neue Koffer und ein HotelverbotImprovisationskünste, neue Koffer und ein Hotelverbot

Die Zeit war für die Skifahrerinnen knapp: Am Sonntag noch beim Super-G in Garmisch, steht am Dienstag bereits das WM-Rennen in derselben Disziplin an. Da sind Improvisationskünste gefragt.

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RÜCKKEHR. Einige Improvisationsbereitschaft ist den Skirennfahrerinnen abverlangt worden, die am Sonntag noch den Weltcup-Super-G in Garmisch bestritten und schon am Dienstag in Val d'Isère mit derselben Disziplin die WM eröffnen. «Wenn ich höre, wie alle von der langen Reise müde sind, ist mein Verzicht auf Garmisch sicher richtig gewesen», findet Lara Gut. Die Tessinerin traf als erste schon am Sonntag im WM-Ort ein. Als siebenjähriges Kind verbrachte sie einst Ferien in Val d'Isère. Seither war sie nie mehr da.

KOFFER IN - ZÜRICH. Andrea Dettling und Fabienne Suter übernachteten auf dem Weg nach Val d'Isère für ein paar Stunden zuhause in Einsiedeln und Sattel, Fränzi Aufdenblatten in Genf. Fränzis Bruder brachte ihr bei der Durchreise einen Koffer mit neuen Kleidern nach Zürich, da es ihr wegen des verschobenen Super- Gs nicht mehr für eine Rückkehr nach Zermatt reichte. «Ich habe noch gar nicht geschaut, was er alles eingepackt hat. Vielleicht gibt mit dieser Stress genau jenen Kick, um im Rennen das Maximum zu bringen», hofft Aufdenblatten, die als einzige des Schweizer Super-G-Teams in diesem Winter noch nie auf dem Podest stand.

HOTELVERBOT. Was bei den Österreichern schon seit längerer Zeit üblich ist, führt nun auch der Schweizer Skiverband ein: Journalisten erhalten Hotelverbot - und das ausgerechnet im «Savoyarde», der langjährigen Herberge vieler Schweizer Medienleute. Letztmals war eine so rigorose Massnahme bei der WM 1974 in St. Moritz angeordnet worden, wo bekanntlich Lise-Marie Morerod mit einer Bronzemedaille im Slalom am letzten Tag (mit Nr. 39) eine Nullnummer verhinderte. Bei der internen Analyse nach der WM war damals festgestellt worden, die abgekapselten Athleten hätten sich isoliert gefühlt. Was die legendären nächtlichen Ausflüge von Roland Collombin provozierte...

KLEIN ABER FEIN. Im Weltcup sind sie hinter Österreich souverän die Nummer 2, in Val d'Isère bezüglich Teilnehmerzahl indessen nur die Nummer 5 - Swiss-Ski tritt mit einem kleinen, aber feinen Team zur WM an. Die grössten Kontingente haben Österreich und Italien mit je 25 Athleten, gefolgt von Kanada und Frankreich mit je 21 und der Schweiz mit 19, davon nur acht Männer, sogar weniger als die USA.

(si)