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Afrika-Cup für Anfänger
24. Januar 2010 13:24; Akt: 24.01.2010 13:24 Print
Der Showman unter den Fliegenfängern
von Reto Feh, Luanda - Die Torhüter der besten Teams Afrikas sind immer für Spektakel gut – oft allerdings ungeplant. Einer, der seine Aktionen dagegen einstudiert, ist Angolas Carlos. Das wirkt bisweilen peinlich.
Das Gerücht ist bekannt: In Brasilien muss der jeweils schlechteste Fussballer ins Tor. Wie es in Afrika mit der Torhüterwahl läuft, weiss ich nicht. Nach Qualität wird aber wohl nicht ausgewählt. Was die Keeper beim Afrika-Cup bieten, grenzt oft an Zirkusnummern. Ein afrikanischer Torhüter ohne nicht mindestens ein Patzer pro Spiel gilt als Rarität. Ausnahme ist da Carlos Kameni. Der Schlussmann Kameruns spielt seit Jahren bei Espanyol Barcelona auf höchstem Niveau. Auch Essam El Hadary gilt als überdurchschnittlich – zumindest alle zwei Jahre bei den Kontinentalmeisterschaften und wenn er nicht ausserhalb seiner Heimat spielen muss. Die anderen 14 Keeper der Afrika-Meisterschaft haben oft bescheidene Fähigkeiten.
Angolas Keeper Carlos: Viel Show, wenig Klasse.
Afrika-Cup für Anfänger
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«Afrika-Cup für Anfänger» nimmt Sie 20-Minuten-Online-Sportchef Reto Fehr auf die Reise nach Angola an die Kontinentalmeisterschaften mit und berichtet – eine tägliche Internetverbindung vorausgesetzt – regelmässig aus Afrika. Das fängt bei der mühsamen Visumbeschaffung an, geht über die Unterkunftssuche bis hin zu den erhofften Erlebnissen und vermuteten Problemen im Land.
Carlos, der Bauchplatscher
Auffallend ist dabei Angolas Carlos. Der Goalie mit der wehenden Mähne und der helleren Haut sticht ins Auge. Paraden musste er in den Gruppenspielen kaum zeigen, wenn allerdings mal ein Ball einigermassen gefährlich auf sein Gehäuse kommt, wirds jedoch oft spannend. Entweder der Ball geht rein, oder Carlos rettet irgendwie – oft weiss er wohl selbst kaum, was er macht. Trotzdem: Nach dem 4:4 im Eröffnungsspiel, hielt er seinen Kasten zweimal rein. Die Stärke des 30-Jährigen ist jedoch nicht das Toreverhindern, sondern vielmehr die Zeitverzögerung. Bei den Spielen gegen Malawi und Algerien trieb er dies fast ins Unermessliche. Kaum hatte er einen Ball gehalten – platsch und Carlos lag flach auf dem Bauch. Nach einigen Sekunden steht er dann wieder auf und spielt weiter. Diese Showeinlage kommt allerdings selbst bei den eigenen Fans nicht immer gut an. Einige monierten auf der Tribüne lautstark gegen die Gebärden ihres Nati-Goalies. Wir werden sehen, ob Carlos auch im Viertelfinal wieder seinen Bauchplatscher zelebriert oder ob er für einmal mit Paraden glänzt.
Seine Karriere startete der Keeper übrigens im Sturm, bis er den verletzten Torhüter einmal vertreten musste. Dank seiner Grossmutter ist er für Angola spielberechtigt. Sein erstes Aufgebot erhielt der Goalie von Rio Ave (höchste Liga Portugals) allerdings erst 2009.
Ohne gute Torhüter kein Erfolg
Ein anderes augenfälliges Beispiel der fragwürdigen Klasse afrikanischer Torhüter ist Malawis Swadick Sanudi, welcher das Ausscheiden seines Teams mit einem haarsträubenden Patzer einleitete oder Mosambiks João Rafael. Der 34-Jährige machte erst mit einem spektakulären Saltosafe auf sich aufmerksam, fällt ansonsten aber eher dadurch aus, dass er mit etwas zu viel Speck auf den Rippen aussieht wie ein 4.-Liga-Keeper – und auch ähnlich hält. Ein Journalist aus Mosambik meinte: „Im ersten Spiel war er schlecht, aber gegen Ägypten war er ganz okay.“ Und was denkt Torhüterlegende Bernard Lama, welcher für das französische TV in Angola ist zu seinen Nachfolgern? „Die Torhüter sind das Problem. Darum bleibt es für afrikanische Teams schwierig an einer WM weit zu kommen“, so der ehemalige französische Nati-Torhüter gegenüber 20 Minuten Online.




























