Roger Federer

11. Dezember 2012 08:30; Akt: 11.12.2012 09:30 Print

«Über Weihnachten trainiere ich am härtesten»

Roger Federer spricht auf seiner Südamerika-Reise über eine spezielle Begegnung, warum besinnliche Weihnachten für ihn ins Wasser fallen und seine Ziele fürs neue Jahr.

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Gekreische und tosender Applaus: Als Roger Federer beim letzten Gastspiel seiner Südamerika-Tour in Bogotá in die Halle läuft, herrscht eine Atmosphäre wie in einem Fussballstadion. Der Maestro bietet dem heissblütigen Publikum dann auch eine tolle Show und besiegt Jo-Wilfried Tsonga mit 7:6, 2:6 und 6:3. Tsonga gibt vollen Einsatz, doch wieder einmal reicht es nicht, um Federer zu besiegen. Autsch, das hat wehgetan. Tsonga trifft Federer mit einem vom Netz abgelenkten Aufschlag voll in die Glocken. Bei Federers drittem Matchball darf eine hübsche Kolumbianerin für Tsonga auf den Platz. Ihr Ballgefühl lässt allerdings zu wünschen übrig, immerhin gibts ein Erinnerungsfoto am Netz für die selbstbewusste Brünette. Mit einem klaren 6:4, 7:6 entschied Roger Federer das zweite Spiel gegen ... ... Juan Martin Del Potro in Buenos Aires am 13. Dezember. Der Schweizer verlässt Argentinien damit mit einem Sieg und einer Niederlage. Vor dem Spiel kam die Ehrung: Abgeordnete der Stadtregierung von Buenos Aires überreichten Del Potro und Federer Urkunden, die sie als «ehrenwerte Gäste» der argentinischen Hauptstadt ausweisen. Roger Federer und Juan Martin Del Potro zu Gast im La Bombonera, der Spielstätte der Boca Juniors. Der etwas in die Jahre gekommene Herr ganz rechts ist kein geringerer als Gabriel Omar Batistuta. Zusammen mit der argentinischen Fussballlegende «Batigol» versuchte sich Federer im Fussball-Tennis. Beim Einwärmen zeigte der Schweizer, dass er auch mit dem Fuss ein Ballkünstler ist. Danach brillierte Federer auch als Kopfballungeheuer. Roger Federer spielt in Tigre bei Buenos Aires vor über 20'000 Fans. Das erste Duell mit Juan Martin Del Potro verliert er mit 6:3, 3:6, 4:6. Roger Federer nimmt sich in Tigre Zeit für körperlich benachteiligte Kinder. Und der Maestro nimmt sich Zeit und schaut bei der Präsidentin Argentiniens Cristina Fernandez de Kirchner vorbei. Diese freut sich sehr über das signierte Shirt. Auch mit von der Partie ist Juan Martin Del Potro Federer präsentiert sich beim Charity-Auftritt entspannt. Roger Federer ist in Argentinien eingetroffen und scherzt mit Juan Martin del Potro an einer Pressekonferenz in Buenos Aires. Der argentinische Lokalmatador verrät dem Schweizer wohl kaum seine Taktik für die beiden Exhibitionspiele vom 12. und 13. Dezember. Bei seinem letzten Auftritt in Brasilien liess sich Roger Federer etwas ganz Besonderes einfallen. Im zweiten Satz der Partie gegen Tommy Haas, die er 6:4, 6:4 gewinnen konnte, tauchte er plötzlich im Trikot der brasilianischen Fussball-Nationalmannschaft auf. Auch mit dem etwas grösseren Filzball konnte Federer ziemlich gut umgehen. So kennt man Federer schon eher: Perfekte Haltung bei der Vorhand. Zwei hübsche Pokale für die Ü30-Tennissenioren. Roger Federer ist zu Spässen aufgelegt. In seiner zweiten Exhibition gegen Jo-Wilfried Tsonga, die er 7:6, 6:2 gewinnt, legt er ein Tänzchen mit dem Maskottchen aufs Parkett. Federer hatte die Partie im Griff, immer wieder blieb Zeit, sich anderen Aktivitäten zu widmen. Doch auch die Tennisfans kamen nicht zu kurz. Tsonga und Federer zeigten spektakuläre Ballwechsel und sorgten für einen tolle Stimmung in Sao Paulo. Federer als «Ehrendame» beim Showkampf zwischen Caroline Wozniacki und Maria Scharapowa. Roger Federer tritt in São Paolo gegen Thomaz Bellucci an. Der Schweizer zeigt sich in Brasilien volksnah. Sportlich läuft es nicht ideal. Federer unterliegt 5:7, 6:3, 4:6. Die Fans waren aber so oder so begeistert. Vor der Partie lieferte sich Federer mit Jo-Wilfried Tsonga einen Rasier-Wettbewerb.

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Sechs Tage hat Roger Federer in Brasilien verbracht und dort die Massen begeistert. Bevor er weiter nach Argentinien zieht, gab der «Maestro» dem «Tages-Anzeiger» ein ausführliches Interview. In diesem berichtet Federer unter anderem über seine beeindruckendste Begegnung in São Paulo. «Jene mit Pelé, ganz klar. Ich traf ihn am Samstag in seiner Wohnung, es war unglaublich. Er ist ein Mythos hoch zehn, und wenn man ihn sieht, denkt man: Wow, den gibt es ja wirklich …», so der Baselbieter lachend.

Pelé sei eine dieser überlebensgrossen Persönlichkeiten. «Du kommst herein, und er nimmt dich gleich in den Arm und fühlt sich auch mit den Kollegen wohl, die ich mitgebracht habe und die natürlich alles dokumentieren wollen, mit Filmen und Fotos. Er war froh, mich zu treffen, und sah super aus.» Er könne von Glück reden, dass er solche Möglichkeiten habe, so Federer. Doch habe er auch die Begegnungen mit den Fussball spielenden Jungs oder die Tennisstunden mit den Kindern genossen. «Das mache ich ohnehin am liebsten.»

Keine besinnliche Weihnachten für Federer

Auf seiner Südamerika-Tournee spielt Federer als Nächstes in Buenos Aires zweimal gegen Juan Martin Del Potro und zum Abschluss in Bogotá noch einmal gegen Jo-Wilfried Tsonga, den er am Samstag 7:6, 6:3 besiegt hatte. Wer glaubt, dass sich die Weltnummer 2 danach auf die faule Haut legen und sich über die Feiertage den Bauch vollschlagen kann, hat sich geschnitten. Denn schliesslich steht die neue Saison schon fast vor der Tür. «Über Weihnachten werde ich am härtesten trainieren, das gehört zu den Opfern, die ich bringen muss», sagt Federer. «Aber gut, so ist das halt. Ich verbrachte Weihnachten und Neujahr schon im Flugzeug. Wenn ich in Australien ankomme, werde ich mir drei freie Tage leisten.» Da müsse er schauen, dass er sich vor dem ersten Grand Slam zurücknehme. «Und während der härtesten Trainingsblöcke achte ich darauf, dass ich im Minimum acht, lieber aber zehn oder elf Stunden schlafe. So kann ich mich gut erholen.»

An den Turnieren gebe es weniger von diesen kurzen Nächten wie hier auf der Südamerika-Tournee, in denen er nur fünf, sechs Stunden schlafen könne. «Wenn ich Basel, Paris und London in Serie spiele, schlafe ich drei Wochen lang fast täglich aus», so Federer. «Das brauche ich auch, man muss sich einfach zu helfen wissen, auch wenn man nicht gerade Ferien hat. Auch mein Physiotherapeut hilft mir, über die Runden zu kommen.»

Fokus auf wenige Turniere

Für die nächste Saison hat sich Federer ein klares Ziel gesetzt. «Ich will mich weiter in den Top 4 behaupten, das ist für mich wichtig», sagt er. Er werde sich extrem auf seine Turniere fokussieren, gerade weil es nicht so viele sind. «Gerade weil ich mich viel besser auf die Turniere vorbereiten kann, erwarte ich von mir, bessere Chancen zu erhalten, auch gegen die Besten gut mitzuhalten. Ich war dieses Jahr enorm konstant, so möchte ich weiterfahren - immer in die Halbfinals kommen und mir Chancen erarbeiten.»

Und dann hänge es davon ab, wie die Sieg-Niederlagen-Bilanz gegen die Besten aussehe. Federer: «Die war nicht so schlecht in den letzten Jahren, ich möchte sie sogar noch verbessern. Und dafür muss ich genug trainieren und genügend Selbstvertrauen haben.»

(mon)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alter Knacker am 11.12.2012 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten für RF

    Ich bin nicht schnell Fan von irgendjemandem. Aber bei RF mache ich (grosszügig :)) eine Ausnahme. Aber man sollte ihn auf keinen Fall vereinnahmen wollen. Dies meine ich in Bezug auf den Davis-Cup oder Das Basel Turnier. Letzteres möchte er ja spielen. Ersteres ist nur Zeitverschwendung, solange es nicht eine bessere Nummer 2 gibt. Alleine kann er's auch nicht richten. Wichtiger ist, dass er noch einen oder zwei GS's gewinnt. Wie geil wäre das denn?! Wir haben keine Forderungen an ihn zu stellen. Aber wir können uns vorbehaltlos über seine Leistungen und seine Erfolge freuen !!!!

  • Benjamin G. am 11.12.2012 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Leute...

    haben sich beschwert, weshalb er nicht an den CS Sports Awards auftaucht! Ein wahrer Sportler sitzt nicht einfach in einer Show während dieser Zeit - er trainiert weiter!!!

  • Rene Tanner am 11.12.2012 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super vorbild

    super dieser Roger Federer...das ist ein Vorbildsportler...nicht wie unsere überzahlten Fussballer !