Roger Federer

19. Februar 2018 10:27; Akt: 19.02.2018 10:42 Print

«Mal einzustecken war für mich kein Problem»

Roger Federer, die älteste Nummer 1 der Welt, blickt mit Befriedigung zurück und mit Gelassenheit nach vorne.

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Der 36-Jährige hat die Position auf dem Tennis-Thron für vier Wochen auf sicher – bis nach dem Turnier von Indian Wells, wo er als Titelverteidiger 1000 Punkte zu verteidigen hat und sich für Rafael Nadal eine gute Möglichkeit bietet, wieder am Schweizer vorbeizuziehen. Daran verschwendet der Maestro aber keine Gedanken.

Die Nummer 1: «Mir bedeutet die Rückkehr an die Weltranglistenspitze sehr viel. Ich schätze das als etwas sehr Grosses in meiner Karriere ein, weil viel Zeit vergangen ist, seit ich das letzte Mal (Juli 2012) und das allererste Mal (Februar 2004) die Nummer 1 geworden bin. Zudem ist es grossartig, dass ich nach der Verletzung so erfolgreich war, und das in meinem Alter. Es kommen viele Dinge zusammen, die das Ganze sehr speziell machen. Ich kann es viel mehr geniessen als das erste Mal.»

Der Weg: «Nach dem Wimbledonsieg habe ich zum ersten Mal geglaubt, dass es möglich sein könnte, wieder die Nummer 1 zu werden. Ich hatte eine erste Chance in Montreal. Dann kamen die Rückenprobleme. Nachher habe ich nicht mehr gross daran gedacht, weil ich nicht davon ausging, das Australian Open erneut zu gewinnen. Vieles musste zusammenkommen, und das ist tatsächlich passiert. Es ist eine tiefe Befriedigung.»

Das Ziel: «Am Jahresende die Nummer 1 zu sein, kann ich nicht zur Priorität machen. Das wird entweder passieren oder nicht. Es wäre grossartig, auf 100 Titel zu kommen. Das wäre sehr speziell. Dafür muss ich gesund bleiben, Spass am Tennis haben und noch eine Weile auf der Tour bleiben. Es kann alles sehr schnell gehen, wenn man nicht gesund ist. Im 2016 habe ich nur einen Final erreicht. Jetzt geniesse ich mal den Titel von Rotterdam. Es ist unglaublich, 97 Titel erreicht zu haben.»

Der Rekord (die 109 Turniersiege von Jimmy Connors): «Ich denke nicht daran. Es ist zu weit weg. In den vergangenen Monaten war meine Ausbeute aussergewöhnlich. Doch man verliert auch schnell mal Finals. Wenn dieser Rekord meine Priorität wäre, würde ich jede Woche 250er- und 500er-Turniere spielen. Aber das werde ich nicht tun. Wenn ich kleinere Turniere spiele, dann weil ich Lust dazu habe.»

Der Rückblick: «Es ist schon ein bisschen witzig: 2009 nach dem French-Open-Sieg hat es angefangen: Jetzt ist es eigentlich okay. Wann hörst du auf? Und ich musste sagen, ich spiele sicher noch bis zu den Olympischen Spielen 2012, um mir etwas Raum zu geben. Aber es ist normal, dass du auch mal an deine Grenzen kommst und nicht weiter weisst oder andere besser spielen. Und dann ist klar, dass die Experten, die grosse Erwartungen haben, kritisieren. Da muss man auch mal einstecken können. Das war für mich nie ein Problem. Es ist schön, dass ich mir, meinem Team und meinen Fans beweisen konnte, dass ich nicht auf dem Holzweg war. Ich dachte immer, dass noch etwas möglich ist, vielleicht nicht in dieser Grössenordnung, aber etwas, das mich persönlich zufriedenstellt.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B777 am 19.02.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    The best

    Er ist und bleibt der Beste

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  • Nina Schweiz am 19.02.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Meinung zu jemand anderem spielt keine Roll

    "..., vielleicht nicht in dieser Grössenordnung, aber etwas, das mich zufriedenstellt." Genau so. RF schuldet niemandem etwas. Er spielt Tennis, weil er es liebt. Das spürt man, wenn man ihm dabei zuschaut und es ist eine Freude. Er spielt noch genau so lange Tennis, wie es für ihn und seine Familie stimmt. Und das finde ich super. Ich wünsche jedem, dass er/sie sich nicht von Erwartungen von aussen beeinflussen lässt, sondern genau wie RF, das macht, was ihn/sie glücklich macht.

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  • H.R. am 19.02.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experten

    Ganz genau richtig, die grossen Experten, die Besserwisser, die Neider und die Nörgeler immer wieder überraschen und zur Verblüffung bringen, das ist doch doppelt schön!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.D. am 23.02.2018 05:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RF2020?

    Langsam bekomme ich den Eindruch Djoker, Murray, Wawrinka kommen nicht mehr zurück oder erreichen nicht mehr ihr Level. Copy paste RF scheint bei denen nicht zu funktionieren. Fedi 2020 an Olympia? Wird von Monat zu Monat realistischer. Die asiatischen Fans würden wohl völlig ausflippen.

    • Waterpolo1s am 25.02.2018 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.D.

      ... herrlicher Kommentar :-))

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  • Martin Myhero am 23.02.2018 04:08 Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich sehr

    So stark hat man Roger noch nie gesehen. Freue mich schon demnächst auf ein Duell mit einem operierten, fitten Djokovic. Das wird dann wieder Tennis der Extraklasse geben.

    • Tiffy Keinwert am 23.02.2018 04:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Martin Myhero

      Das wird aber wohl erst ab Mai der Fall werden. Er musste ja jetzt in der Schweiz am Ellbogen operiert werden aber er trainiert schon wieder für sein Comeback. Da kann man sich jetzt schon sehr darauf freuen.

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  • Holger Isright am 22.02.2018 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Der Aufschlag ist eine Waffe

    Ich hatte mal das Vergnügen einen Ecksitzplatz in Halle zu erhaschen. Als Roger Inside out aufschlug, krachten uns die Bälle um die Ohren.

  • Sahra Dreistellig am 21.02.2018 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Spaß

    36 Jahre und noch immer hungrig. So macht es Spaß. Da können viele nacheifern.

  • Niemals wieder am 21.02.2018 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt noch Großes!

    Hoffentlich bleibt der Maestro weiterhin fit. Setze noch große Hoffnungen in ihn.