Wawrinka spricht über seine Verletzung

01. Dezember 2017 14:41; Akt: 01.12.2017 17:17 Print

«Die härteste Zeit meiner Karriere»

Stan Wawrinka musste nach einer Knieverletzung seine Saison im Juli vorzeitig abbrechen. Jetzt spricht der 32-jährige Waadtländer erstmals über seine Leidenszeit.

Schwierige Zeit: Wawrinka spricht über seine Verletzung. Video: Tamedia/SDA
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«Die letzten fünf Monate waren die härteste Zeit meiner Karriere», sagt der dreifache Schweizer Grand-Slam-Gewinner Stan Wawrinka an einer Medienkonferenz in Genf.

Der 32-jährige Waadtländer hatte wegen einer Knieverletzung seine Saison vorzeitig abbrechen müssen. Die letzte Partie bestritt die aktuelle Nummer 9 der Welt am 3. Juli in Wimbledon.

«Ich unterzog mich im vergangenen Sommer zwei Eingriffen am Knie. Der erste war eine Arthroskopie, der zweite eine Operation am linken Knie mit dem Wiederaufbau des Knorpelgewebes.» Dies sei eine happige Operation gewesen, die in Bern von Roland Biedert durchgeführt wurde. «Danach ging ich acht Wochen an Krücken. Ich verlor in dieser Zeit meine gesamte Muskelmasse.»

Neustart ohne Muskelmasse

Der Wiedereinstieg erfolgte mit Physiotherapie im Oktober. «Da begann ich bei null. Ich litt dann wie nie zuvor im Training. Und ich leide immer noch.» Zum Glück verfüge er mit Pierre Paganini über einen ausgezeichneten Motivator beim Aufbautraining.

Zu seinem aktuellen Zustand sagte Wawrinka: «Es gibt noch viel zu tun. Dies sowohl in physischer Hinsicht als auch bezüglich spezifischem Tennis-Training. Doch ich befinde mich auf dem richtigen Weg. Mein Ziel ist es, am Australien Open (ab 15. Januar – Red.) zu spielen.»

Aktuell verspüre er immer noch Schmerzen im Knie. «Doch das ist nach einem solchen Eingriff normal.» Entsprechende Beeinträchtigungen am linken Knie hätten sich bereits am US Open 2016 erstmals bemerkbar gemacht.

Erste Matchpraxis in Abu Dhabi?

Ob Wawrinka bereits an der Exhibition in Abu Dhabi um den Jahreswechsel erste Matchpraxis vor dem Australian Open sammeln wird, ist noch offen. «Alles hängt von der weiteren Entwicklung meines Aufbaus ab. Das Ziel ist es auf jeden Fall, vor dem Australian Open noch Matchpraxis zu erhalten.»

Eine Teilnahme an einem ATP-Turnier vor dem Australian Open in Melbourne stuft Wawrinka zum jetzigen Zeitpunkt als zu riskant ein. «Ich konzentriere mich zu 100 Prozent darauf, wieder mein bestes Tennis-Level zu erreichen», sagt Wawrinka.

Schliesslich betonte Wawrinka noch, dass er der Verletzungspause mit Neuaufbau auch Positives abgewinne. «Ich erholte mich von den physischen und mentalen Efforts der letzten Jahre. Ich konnte durchatmen und fühle mich wieder frisch, um in den kommenden Jahren neu anzugreifen.»

«Offen bei der Trainerwahl»

Stan Wawrinka thematisierte an der Medienkonferenz in Genf auch die Trainersuche: «Ich bin offen bei der Trainerwahl. Ich suche einfach jemanden, der mir auch neue Inputs im Training geben kann.» Ende Oktober hatte die vierjährige und äusserst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Magnus Norman geendet.

Nun sucht Wawrinka einen Coach für die «nächsten drei bis vier Jahre». Dieser müsse zwar nicht permanent vor Ort sein, aber schon mehr als ein paar Wochen im Jahr anwesend sein.

Paul Annacone, der einst unter anderen Pete Sampras und Roger Federer coachte, könnte ein Kandidat sein. Wawrinka sagte dazu: «Wir hatten schon sehr gute Kontakte. Er wäre eine gute Person und ebenso ein guter Coach. Doch ich bin mir nicht sicher, ob er die Zeit aufbringen kann. Sein Terminkalender ist ziemlich voll.»

(fur/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JayD am 01.12.2017 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung Stan

    Ich kann es kaum erwarten, seine brutale Backhand wieder in Action zu sehen!:-)

  • Maler50 am 01.12.2017 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für jeden hart

    solche Eingriffe sind auch für alle Normalos keine leichte Sache. Ich muss nächstens auch mein Knie operieren lassen y wird auch für mich eine harte Zeit,jedem ergehts gleich! Trotzdem alles Gute wünsche ich!!

  • Viktor G. am 01.12.2017 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Talentierter Wawrinka

    In 8 Wochen seine ganze Muskelmasse verlieren: der Man hat mehr Talente als man denkt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sämi am 03.12.2017 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wusst gar nicht

    dass Operationen den Körper wieder aufbauen. Ich dachte immer, es ist der Körper selbst, der die Knorpel aufbaut, Zellen vermehrt/teilt, Knochen und Sehnen zusammenwachsen lässt mit Hilfe von Zellen, die ja der ganze Körper sind. Knieprobleme können zusammenhängen mit Niederlagen nach hartem Kampf. Sog. Selbstwerteinbrüche. Aber solche wahren Ursachenforschung ist für viele Menschen undenkbar und unrentierbar ;-) Bringt ein Körper nicht die gewünschte Leistung, liegt die Ursache meistens im Geist/Psyche (hier ev. sportliche Niederlage).

    • Count Dooku am 04.12.2017 15:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht verstanden???

      Was soll uns ihre Aussage sagen?! Habe den tieferen Sinn nicht ganz verstanden???

    • Sämi am 04.12.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Count Dooku

      Macht nichts, ich denke ich habe mich klar ausgedrückt. Entweder du erkennst den Sinn und legst mal die vielen Brillen ab, die dir im Laufe des Lebens aufgesetzt wurden und erkennst dabei auch die Macht des "Systems Mensch" - Placebo-/Noceboeffekt usw., oder dann eben nicht. Easy.

    einklappen einklappen
  • biene am 01.12.2017 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wiedersehn macht Freude

    ja wir Wünschen auch gute Besserung und freuen uns auf ein Wiedersehen !

  • Viktor G. am 01.12.2017 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Talentierter Wawrinka

    In 8 Wochen seine ganze Muskelmasse verlieren: der Man hat mehr Talente als man denkt.

  • JayD am 01.12.2017 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung Stan

    Ich kann es kaum erwarten, seine brutale Backhand wieder in Action zu sehen!:-)

  • Maler50 am 01.12.2017 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für jeden hart

    solche Eingriffe sind auch für alle Normalos keine leichte Sache. Ich muss nächstens auch mein Knie operieren lassen y wird auch für mich eine harte Zeit,jedem ergehts gleich! Trotzdem alles Gute wünsche ich!!