Roger Federer

21. Januar 2015 09:53; Akt: 21.01.2015 11:32 Print

«Einen solchen Schmerz hatte ich noch nie»

Roger Federer hatte gegen Simone Bolelli nicht nur mit einem starken Gegner, sondern auch mit einem Handicap am kleinen Finger zu kämpfen.

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Das Turnier endet für Stan Wawrinka im Halbfinal. Der Vorjahressieger scheitert in fünf Sätzen an Novak Djokovic - 6:7, 6:3, 4:6, 6:4, 0:6. Der Serbe ist sichtlich erleichtert nach seinem fünften Finaleinzug in Melbourne, nachdem sich Wawrinka erneut als unbequemer Gegner herausgestellt hat. Beide Spieler durchlaufen zahlreiche Hochs und Tiefs, agieren weitgehend inkonstant. Wawrinka übernimmt zwischendurch auch dank seiner starken Rückhand das Spieldiktat, bleibt insgesamt aber zu fehlerhaft. Djokovic erweist sich einmal mehr als Meister der Defensive und kann in den entscheidenden Momenten zulegen. Stan Wawrinka zeigt sich im Viertelfinal der Australian Open in Topform. Der Romand lässt seinem Gegner Kei Nishikori keinen Stich und gewinnt 6:3, 6:4, 7:6. Der Japaner macht eigentlich ein gutes Spiel, gegen Stan the Man landet er aber trotz ansprechender Leistung am Boden. Über einen solchen Dreisatzsieg darf man sich ruhig freuen. Stan schreit die Freude raus. Stan Wawrinka steht in Melbourne im Viertelfinal. Zwar verliert der Romand erstmals einen Satz am diesjährigen Turnier, dennoch bezwingt er Guillermo Garcia-Lopez 7:6, 6:4, 4:6 und 7:6. Der 31-jährige Spanier (ATP 37) verpasst damit den ersten Major-Viertelfinal seiner Karriere. Im zweiten und dritten Durchgang schenkt Garcia-Lopez dem Schweizer mit Doppelfehlern die entscheidenden Breaks. Im dritten Durchgang kämpft er sich aber zurück und zwingt Stan Wawrinka über den vierten. Dort erspielt sich der Mann aus Albacete fünf Satzbälle und muss sich dennoch geschlagen geben. Kuriose Szene zu Beginn des Spiels: Nach einem regnerischen Morgen tropft es vom Dach der Margeret-Arena aufs Feld. Die Architekten scheinen beim Bau die Regenrinne vergessen zu haben. Stan Wawrinka besiegt in der 3. Runde den Finnen Jarkko Nieminen in drei Sätzen 6:4, 6:2, 6:4 und steht in den Achtelfinals der Australian Open. Der Finne wird einzig im dritten Satz gefährlich, wo ihm sein einziges Break gelingt. Doch Stan hatte die Partie stets im Griff und gewinnt absolut verdient gegen den 72. der ATP-Weltrangliste. Dieses Bild illustriert das Geschehen gut: Bei Roger Federers Auftritt wechseln sich Licht und Schatten ab. Leider gibt es beim Maestro mehr zu bemängeln als zu bejubeln. Der Italiener Andreas Seppi ist ein zäher Widersacher und gewinnt zum ersten Mal überhaupt gegen Roger Federer. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Die 4:6, 6:7, 6:4, 6:7- Niederlage tut weh! Er kann es selbst kaum fassen, weiss aber, was die Vorentscheidung war: «Der zweite Satz hat mir das Genick gebrochen.» Coach Stefan Edberg verzieht keine Miene. Nach der Niederlage zeigt sich Federer bei der Pressekonferenz emotional. Stan Wawrinka zieht in Melbourne in der 3. Runde ein. Der Romand bezwingt das Aufschlagsmonster Marius Copil 7:6, 7:6 und 6:3. Der Rumäne spielt gut mit, schlägt hart auf und hadert schliesslich mit seiner Chancenverwertung. In beiden Tiebreaks muss er die entscheidenden Punkte dem Schweizer überlassen. Stan Wawrinka musste in der Hitze von Melbourne teilweise hart kämpfen. Beim Aufschlag behinderten den Schweizer Schmerzen im rechten Ellbogen. Gut gebrüllt, Roger. Federer besteht seinen ersten Härtetest und schlägt Simone Bolelli in der 2. Runde 3:6, 6:3, 6:2, 6:2. Zu Beginn muss sich der Baselbieter jedoch mächtig strecken ... ... denn der Italiener spielt gross auf. Er kann das Niveau jedoch nicht halten und bleibt schliesslich chancenlos. Federer hat im ersten Satz Probleme mit der Schlaghand und lässt sich nach dem 3:6 behandeln, am Ende stört ihn das Handicap aber nicht entscheidend. Die Autogramme des Titelverteidigers sind gefragt. Zusatzschicht für Stan Wawrinka. Gut, dass sein Startspiel nicht allzu viel Zeit beanspruchte. Der Romand schafft es problemlos in die zweite Runde. Er schlägt den Türken Marsel Ilhan 6:1, 6:4, 6:2. Das Geschehen zu jeder Zeit im Griff, vor allem mit seiner unwiderstehlichen Rückhand. Roger Federer gelingt der Auftakt in Melbourne nach Mass. Der Schweizer schlägt Yen-Hsun Lu in drei Sätzen 6:4, 6:2 und 7:5. Die Weltnummer 47 aus Taiwan hält Federer vor allem im dritten Durchgang auf Trab, vergibt aber gegen die Weltnummer 2 alle seine Breakbälle. Roger Federer reagiert bei seinen zahlreichen Fehlern im dritten Durchgang teilweise genervt. Was Severin Lüthi da wohl erklärt? Mirka Federer und Stefan Edberg hören zumindest gespannt zu. Hot or not? Der Titelverteidiger schwitzt für einen erfolgreichen Start in Melbourne. Ganz schön was los: Die Familie Federer erscheint geschlossen am Kids Day in Melbourne. Erstmals in der Box die sieben Monate alten Zwillinge Leo und Lenny. Papi Roger unterhält die Rasselbande zusammen mit SpongeBob. Der 17-fache Grand-Slam-Champion ist fester Bestandteil des Kids Day. Zuvor ist schwitzen angesagt, schliesslich steht in zwei Tagen das erste Spiel in Melbourne an. Ein gefragter Mann: Auch den Medien steht der Maestro zwei Tage vor dem Turnierstart Red und Antwort. Bälle schlagen vor dem ersten Höhepunkt des Tennisjahres: Roger Federer im Training. Der Schweizer zählt nach seinem starken Herbst 2014 und dem Turniersieg in Brisbane zum engsten Favoritenkreis. Allerdings erwartet ihn ein harter Parcours, zumindest auf dem Papier. Auch Stan Wawrinka erfreut sich einer guten Frühform. Der Titelverteidiger gewann wie 2014 das Turnier in Chennai zum Jahresauftakt. Wenn das kein gutes Omen ist. Zaubern will geübt sein: Roger Federer ist auch im Training gut für besondere Schläge.

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Fehler gesehen?

Dass Roger Federer bereits in der 2. Runde der Australian Open einem ersten Härtetest unterzogen werden würde, war nicht vorauszusehen. Schliesslich hatte der Weltranglistenzweite in zuvor vier Duellen mit Simone Bolelli (ATP 48) keinen Satz abgegeben. Und doch musste er nach dem Match, dem 3:6, 6:3, 6:2, 6:2, sagen: «Ich bin glücklich, in der nächsten Runde zu stehen. Bis zur Mitte des dritten Satzes musste ich hart kämpfen.»

Der Italiener hatte in der Startphase gross aufgespielt, seine Waffen, den starken Aufschlag und die Vorhand, bestens eingesetzt. Nach einem Break zum 3:1 behielt er die Nerven und brachte den ersten Durchgang ins Trockene. «Er hat einfach draufgehauen, ohne Rücksicht auf Verluste – und es hat bestens funktioniert», umschrieb es Federer. «Ich konnte mich nur auf meinen Aufschlag konzentrieren und musste hoffen, dass meine Chance in einem Returnspiel kommt.»

Das Problem mit der Hand

Sie kam, und nachdem Federer sein erstes Break zum 5:3 im zweiten Satz realisiert hatte, verliess Bolelli der Glaube an eine Sensation zusehends, während sich der Favorit steigerte. «Ich sah mich schon eine Zweitrunden-Niederlage erklären, ohne zu wissen, was ich sagen soll», gestand Federer noch auf dem Platz mit einem Lächeln. «Zum Glück musste ich dieses Interview nicht geben.»

Dafür sprach er über ein Handicap, das ihn während der Partie behindert hatte. Immer wieder schaute er in den ersten Games auf seine Schlaghand, liess sich schliesslich nach dem ersten Satz am kleinen Finger behandeln – und wies einen Kameramann zurück, der eine Nahaufnahme machen wollte. «Nach dem Break spürte ich plötzlich einen Schmerz in der Fingerspitze, der drei, vier Games lang blieb. Es fühlte sich wie ein Bienenstich an. Ich weiss nicht, ob es eine Blase ist. Einen solchen Schmerz hatte ich jedenfalls noch nie», sagte Federer. Danach sei es zunehmend besser geworden – bis nach dem Match. «Jetzt spüre ich es wieder. Der Finger fühlt sich taub und geschwollen an.»


(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ndh. am 21.01.2015 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Fiese Biene

    Was erlaubt sich einfach diese böse Biene, einfach den Roger stechen ohne zu fragen!! Geht gar nicht! Sonst wird er noch wegen Bienegift des Dopings überführt :D Hopp Roger und hoffe auf eine gute Regeneration, nicht wegen dem Bienenstich sondern wegen der Hitze!

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  • Erika am 21.01.2015 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmerzen

    Ich wünsche Roger gute Besserung

  • Andreas am 21.01.2015 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Roger

    Viele kapieren nicht das er nur gesagt hat das diese Art des schmerz bisher nicht gekannt hat. Er hat nicht gejammert und dies als Ausrede benutzt. Er wurde ja gefragt wieso er Medizinisch behandelt worden war. Und ich glaube hier hat noch niemand mit einem Bienenstich in der Hand ein Tennismatche gewonnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Palomino am 22.01.2015 02:09 Report Diesen Beitrag melden

    Berufswechsel

    Federer sollte schon lange den Beruf wechseln, damit seine Gelenke auch im Alter nicht knirschen - aber scheinbar will er unbedingt bis auf den "letzten Zacken" spielen...

  • Luku am 21.01.2015 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Indianerherz

    Aber wieso den Schmerz. Indianerherz kennt doch kein Schmerz !

  • Brigle am 21.01.2015 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fan RF

    Diese komentare gegen RF sind echt ganz arg Ich bin ein grosser fan und er ist alles andere als ein jammeri im fall Die medien wieder 100 pro

  • Tamara Erni am 21.01.2015 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @karl

    haha karl, danke für den lacher! (versteht nur einer, der viel tv schaut;))

  • Vanii am 21.01.2015 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für alle die nicht wissen was es heisst eine öffen

    wer auch immer hier schlecht über roger redet... hat sich einer von euch schon mal überlegt wie viel er trainieren muss ? was er psychisch durchsteht ? und dazu noch eine Familie zu haben zusammen mit all den trainings, matches und der herumfliegerei ? und nicht zu vergesse er hat keine privatsphare jeder will mit ihm reden ein Foto von schiessen, hier ein autogramm da ein Autogramm ... also sagt nicht sein Leben wäre leicht, wenn ihr nur die Matches und das ganze geld seht. es ist einfach nur beindruckend wie Bodenständig er geblieben bei diesem erfolg... und wie stark er bei rückschlägen blieb... er hat ein riesen Herz und spendet viel geld bitte und nun noch zu dem Artikel ... wieso sollte er eine ausrede für einen sieg brauchen ? hört auf eifversüchtig auf ihn zu sein... denn sein leben ist nicht so einfach wie es scheint ...

    • sport am 21.01.2015 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Danke Vanii

      Danke Vanii, endlich jemand der das ganze versteht!!! Ich mache selber auch Spitzensport und man trainiert so, wie andere arbeiten. Man darf nicht nur die match im Fernesher ansehen und denken das ist alles!

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