Davis Cup

08. Februar 2012 07:26; Akt: 08.02.2012 10:38 Print

«Ich konnte das Team nicht im Stich lassen»«Ich konnte das Team nicht im Stich lassen»

Roger Federer sieht den Schweizer Davis-Cup-Partien gegen die USA in Fribourg optimistisch entgegen. Neben dem «Maestro» geben sich aber auch die Amerikaner siegessicher.

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Die Schweizer verlieren das Davis-Cup-Duell gegen die USA mit 0:5. Roger Federer & Co. sind entsprechend traurig nach dieser Klatsche. Nach dem bereits besiegelten Aus und dem 0:3-Rückstand kommen am Sonntag Michael Lammer und Marco Chiudinelli in den Genuss, vor dem Heimpublikum aufzuspielen. Roger Federer ist dennoch in der Halle, um seine Teamkollegen anzufeuern. Dort unterstützt er sein Team während den letzten beiden Davis-Cup-Partien tatkräftig. Lammer gegen Ryan Harrison (ATP 95) wie auch Chiudinelli gegen John Isner gehen jedoch als Verlierer vom Platz. Der Heimauftritt in Fribourg ist Geschichte. Enttäuschte Gesichter bei den Beteiligten. Auch wenn das Duell gegen die USA bereits entschieden ist, wird in Fribourg nochmals die Unterlage poliert. Hängende Köpfe bei den Schweizern: Auch das Doppel ging verloren. Jubel hingegen bei den Amerikanern. Mardy Fish und Mike Bryan haben das 3:0 für die USA besiegelt. Auch die lautstarke Unterstützung der Schweizer Fans nützte nichts. «Kopf hoch»: Roger Federer bedarf nach der frustrierenden Pleite gegen John Isner des Trostes von Teamcaptain Severin Lüthi. Die wenigen US-Fans in Fribourg hatten am Ende des Tages mehr zu jubeln... ... als die vielen Schweizer Zuschauer. Derweil kümmert sich der US-Crack um seine Fans und lässt verlauten, «das Spiel meiner Karriere» gezeigt zu haben. 2:6, 6:4, 6:4, 1:6 und 7:9 in 4 Stunden und 26 Minuten: Stanislas Wawrinka muss sich im Marathon-Krimi Mardy Fish beugen. Die Weltnummer 8 legt damit für das US-Team vor. Am Freitagmittag wurde die Davis-Cup-Runde gegen die USA eröffnet. Die Nationalhymnen wurden mit dem Alphorn gespielt. Die Auslosung will es so, dass Roger Federer in seinem ersten Einzel auf John Isner trifft. Federer schreitet etwas unsicher vor der gegnerischen Mannschaft vorbei. Das obligate Gruppenbild. Als Glücksfee bei der Auslosung amtete der frühere russische Hockeystar Wjatscheslaw Bykow, der auch für Fribourg spielte. Ein Autogramm des Maestro durfte natürlich nicht fehlen. Roger Federer interessiert sich während einer Trainingspause für Stanislas Wawrinkas Tochter Alexia. Ein lockeres Tête-à-tête der beiden Tennis-Stars mit ihrem Captain. Die Kleine untersucht Papis Arbeitsgerät. Wawrinkas Ehefrau Ilham Vuilloud beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Trainier doch mit diesem Racket, scheint der Tipp der Tochter zu sein. Federer kann nicht zusehen, wie sich Wawrinka aufwärmt. Auf dem Platz geht Roger Federer konzentriert zur Sache. Zwischendurch darfs auch ein bisschen lustig sein. Der spezielle Gruss der Schweizer Nummern 1 und 2. Auch chinesische Fans lieben Federer. Federer will den Amerikanern die Bälle um die Ohren hauen. Federer wird von Captain Severin Lüthi beobachtet. An der Medienkonferenz ging es auch lustig zu und her. Federer steht natürlich ganz klar im Fokus. Fribourg ist der Austragungsort der Davis-Cup-Begegnung zwischen der Schweiz und den USA. Federer gibt Stanislas Wawrinka Erklärungen. Der «Maestro» ist gut gelaunt. Die beiden besten Schweizer Tennisspieler der Gegenwart sollen es gegen die USA richten. Im Training durfte auch ein kurzes Fussballspielchen nicht fehlen.

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Drei Tage vor dem ersten Ballwechsel im Forum Fribourg absolvierten die Teams der Schweiz und der USA die ersten Medientermine. Beidseitig waren Lockerheit und Zuversicht Trumpf.

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12 Tage sind vergangen, seit Roger Federer in den Halbfinals des Australian Open an Rafael Nadal scheiterte. Der Baselbieter sah sich den epischen Final zwischen Novak Djokovic und Nadal anschliessend nicht an. «Ich war unterwegs, aber ich habe nur Positives gehört und so ein Spiel ist sehr gut für das Tennis», sagte Federer. Ehe er am Montag zum Team stiess, entspannte sich Federer und nahm zuletzt Termine in der Schweiz war.

«Antizyklischer Entscheid»

Djokovic, Nadal, Andy Murray und Juan Martin Del Potro sind nur die wichtigsten Cracks, die in dieser Woche auf einen Davis-Cup-Einsatz verzichten. Gerade angesichts des chargierten Programms dieses Jahres, das mit den Olympischen Spielen einen zusätzlichen Höhepunkt bereithält, haben sich viele Cracks Schonung auferlegt. Federer, der einzige Topstar, der am Wochenende seine Farben vertritt, geht quasi den umgekehrten Weg und spielt erstmals seit 2005 wieder in einer Startpartie. Für ihn war der Entscheid nach dem Wiederaufstieg des letzten Jahres quasi logisch: «Es ist eine Sache der Planung und der Prioritäten. Ich habe letztes Jahr zweimal gespielt und den weiten Weg von New York nach Sydney und zurück auf mich genommen. Da war es klar, dass ich nun meine Teamkollegen nicht im Stich lassen kann.» Vorerst, so betonte Federer erneut, gilt die Zusage nur für die erste Runde: «Ich hoffe, wir gewinnen, dann schauen wir weiter. Es wird aber schwer, die Amerikaner haben ein starkes Team.»

Gross ist auch die Umstellung, nicht nur vom Sommerwetter in Australien auf die sibirischen Kälte in der Schweiz, sondern auch von den Hartplätzen auf die Sand-Courts. Die Belagswahl will sich Federer zusammen mit seinen Kollegen zunutze machen. Er ist sich aber bewusst, dass es eine gewisse Umstellung braucht: «Der Unterschied ist schon sehr gross, der Ball fliegt mehr, und es ist auch für mich eine grosse Herausforderung, schliesslich spielt man ausser im Davis Cup eigentlich nirgends mehr in der Halle auf Sand. Ich bin aber überzeugt, dass es der richtige Entscheid ist, schliesslich wachsen ja alle Amerikaner auf Hartplätzen auf. Ich bin auch guten Mutes, dass ich bis Freitag bereit bin.»

Bereit sein will auch Stanislas Wawrinka. Der Romand hat nach seinem Drittrunden-Out in Melbourne gegen Nicolas Almagro eine rund einwöchige Pause eingelegt, dann in seinem Stammklub Stade Lausanne vor allem physische Einheiten absolviert. Seit letztem Freitag trainiert er in Freiburg wieder regelmässig Tennis. «Ich fühle mich gut», so die klare Nummer 2 des Teams, dessen in Australien aufgetretene Probleme an der linken Schulter grossmehrheitlich abgeklungen sind.

Courier: «Alles nach Plan»

Sehr gelöst gaben sich auch die Amerikaner, denen die Aussenseiterrolle offensichtlich behagt. «Bis jetzt läuft alles nach Plan», erklärte Jim Courier, «wir sind gut empfangen worden und haben den Jetlag gut verdaut.» Auch mit dem Bodenbelag im Forum Fribourg haben sich die Gäste angefreundet, die rote Sandunterlage sollte gemäss Courier für sein Team nicht zum Nachteil werden: «Die Höhe und die Bälle sorgen für schnelle Verhältnisse, aber der Sand verlangsamt es wieder ein wenig. Wir sind aber zufrieden», so Courier, der 1992 in Dallas im Final den entscheidenden dritten Punkt gegen Jakob Hlasek geholt hatte.

Auch John Isner ist mit dem Bodenbelag insgesamt zufrieden: «Die Bälle springen nicht immer gleichmässig ab, aber das ist bei nicht fix installierten Sandplätzen eigentlich immer so. Es braucht etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen, aber das geht ja stets beiden Spielern gleich.» Der 206 cm lange Aufschlag-König, die Nummer 2 hinter Teamleader Mardy Fish, steht am Freitag voraussichtlich - falls Jim Courier nicht hoch pokert und ihm Debütant Ryan Harrison vorzieht - vor einer aus persönlicher Sicht idealen Aufgabe. Er könnte mit einem Überraschungssieg gegen Federer die Basis zum grossen Coup des US-Teams legen. Isner freut sich auf das Wochenende: «Jedes Team, das gegen eine Mannschaft mit Roger spielt, hat es schwer. Aber wir hätten nicht die ganze lange Reise auf uns genommen, wenn wir nicht hier wären, um zu gewinnen.»

(si)

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  • Schweizmann am 08.02.2012 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Come on Roger!!

    Wird sowieso mal Zeit, dass wir den Davis Cup gewinnen.

    • Roland am 08.02.2012 09:23 Report Diesen Beitrag melden

      Davis Cup Motivationsturbo

      Vor allem dürfen wir nicht vergessen, was Djokovics fantastischem Jahr 2011 voran gegangen ist: der Gewinn des Davis Cups. Sowas scheint ungemein motivierend zu wirken :-)

    • Yannick Müller am 08.02.2012 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schön wäre es, aber...

      Wir haben 2(!) Topspieler in unseren Reihen. Schauen sie mal Spanien usw. an.

    einklappen einklappen

ATP-Weltrangliste

Rang Vorname Name Herkunft Punkte
1. Novak Djokovic Serbien 11800
2. Rafael Nadal Sp 10060
3. Roger Federer Schweiz 9790
4. Andy Murray GB 7500
5. Jo-Wilfried Tsonga Fr 4965
6. David Ferrer Sp 4640
7. Tomas Berdych Tschechien 4500
8. Janko Tipsarevic Serbien 3010
9. Juan Martin Del Potro Argentinien 2910
10. Mardy Fish USA 2625
11. John Isner USA 2620
12. Gilles Simon Fr 2615
13. Gaël Monfils Fr 2165
14. Nicolas Almagro Sp 2095
15. Juan Monaco Argentinien 1945
16. Fernando Verdasco Sp 1765
17. Feliciano Lopez Sp 1725
18. Kei Nishikori Jap 1690
19. Alexander Dolgopolow Ukraine 1665
20. Richard Gasquet Fr 1600
21. Stanislas Wawrinka Schweiz 1505
136. Marco Chiudinelli Schweiz 409
262. Michael Lammer Schweiz 183
270. Stéphane Bohli Schweiz 176
402. Adrien Bossel Schweiz 96
490. Henri Laaksonen Schweiz 67
536. Alexander Sadecky Schweiz 54
555. Sandro Ehrat Schweiz 49
672. Yann Marti Schweiz 30