Federer überzeugt weiter

08. November 2012 20:58; Akt: 08.11.2012 23:43 Print

«Musste alles auspacken, was ich habe»

Roger Federer sieht sich im Spiel gegen David Ferrer mit unzähligen Breakchancen konfrontiert. Dennoch kommt er zu einem Zwei-Satz-Sieg. Federers Waffe: Die Variation im Aufschlag.

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Sowohl Andy Murray... ...als auch Roger Federer finden ihren Halbfinal zum Schreien. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während Murray es wohl aus Frust tut,... ...freut sich Federer über den 7:6, 6:2-Erfolg und den Finaleinzug. Der Halbfinal gegen Juan Martin Del Potro war für Novak Djokovic ein Spagat zwischen gut und schlecht. Del Potro dominierte das Spiel klar, bis Djokovic im zweiten Satz das Rebreak gelang. Danach drehte der Serbe auf und gewann das Spiel 4:6, 6:3, 6:2. Die Köpfe hängen, weil schon vor dem Spiel klar ist, dass sich keiner der beiden für die nächste Runde qualifizieren kann. Janko Tipsarevic legt trozdem einen fulminanten Start hin. Am Schluss kann David Ferrer das Spiel aber noch zu seinen Gunsten drehen. Juan Martin Del Potro bezwingt Roger Federer 6:7, 6:4, 3:6. Der Basler hat sich schon für die Halbfinals qualifiziert. Diese Niederlage kann ihm nichts gross anhaben. Dank dieses Sieges ist auch Juan Martin Del Potro in den Halbfinals anzutreffen. Andy Murray war der klar bessere Mann auf dem Platz. Er bezwang den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga 6:2, 7:6 und steht im Halbfinal der World Tour Finals. Der Franzose wurde im ersten Satz regelrecht überrollt. Im zweiten Satz spielte Tsonga dann meist auf Augenhöhe mit Murray. Am Sieg des Briten konnte er aber nichts ändern. Auch Schauspieler Kevin Spacey war mit von der Partie und verfolgte das Spiel aufmerksam. Novak Djokovic erspielt sich gegen Tomas Berdych einen 6:2, 7:6-Sieg. Zum heulen war es für Berdych, wie der Serbe vor allem im ersten Satz locker aufgespielt und trotzdem gewonnen hat. Am Ende des zweiten Satzes kam der Serbe aber noch einmal ins Schwitzen: Drei Satzbälle Berdychs musste er abwehren, bevor er selber zu einem Matchball kam. Janko Tipsarevic ist nicht zu beneiden. Der Serbe verliert bei seinem Duell mit Juan Martin del Potro den ersten Satz gleich 0:6. Auch Durchgang zwei geht an den Argentinier. Damit hat del Potro im 3. Gruppenspiel gegen Roger Federer die Chance, sich den Gruppensieg zu schnappen. Roger Federer gewinnt sein zweites Spiel gegen David Ferrer 6:4, 7:6. Ferrer machte es dem Schweizer allerdings überhaupt nicht leicht. Nach diesem Zwei-Satz-Sieg steht Federer in der Runde der letzten vier. Der Tscheche Tomas Berdych bezwingt Jo-Wilfried Tsonga in drei Sätzen (7:5, 3:6, 6:1). Damit wahrt er seine Chancen auf eine Halbfinal-Qualifikation. Für den Franzosen Tsonga hingegen ist der Zug nach zwei Niederlagen in Folge bereits abgefahren. Dass er die Halbfinals nicht erreichen wird, ist beschlossene Sache. Andy Murray verliert das Gruppenspiel gegen Novak Djokovic 6:4, 3:6, 5:7. Am Anfang lief es überhaupt nicht für Novak Djokovic. Den ersten Satz musste der Serbe abgeben. Immerhin erfreute er schon da das weibliche Publikum beim T-Shirt-Wechsel. David Ferrer kann sich gegen Juan Martin Del Potro mit 6:3, 3:6, 6:4 durchsetzen. Das Spiel zwischen den beiden in Neon-Farben war umkämpft und bis zum Schluss spannend. Vielleicht hat es Ferrer seinen vielen T-Shirt-Wechsel zu verdanken, dass er am Schluss als Sieger vom Platz gehen durfte. Roger Federer gewinnt sein Auftaktspiel gegen Janko Tipsarevic überlegen 6:3, 6:1. Der Serbe (hier beim Aufschlag) hat gegen den sehr gut spielenden Schweizer keine Chance. Ob dieses Mädchen beim Einmarsch in die Halle schon gewusst hat, dass sie den späteren Sieger in die Halle führen darf? Jo-Wilfried Tsonga unterliegt Novak Djokovic in seiner ersten Partie an den World Tour Finals. Djokovic entscheidet den ersten umkämpften Satz mit 7:6 für sich und macht im zweiten mit 6:3 alles klar. Die Freundin der Weltnummer 1, Jelena Ristic, hat also allen Grund zur Freude. Andy Murray gewinnt das Auftaktspiel der World Tour Finals gegen Tomas Berdych 3:6, 6:3, 6:4. Zu Beginn tat sich der Schotte äusserst schwer. Ganz zum Missfallen seiner Freundin Kim Sears. Den ersten Satz dominierte Tomas Berdych und gewann ihn verdient. Im zweiten Satz fand Murray immer besser ins Spiel. Murray brachte seinen Gegner mit einem überzeugenden Auftritt immer mehr zur Verzweiflung.

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1 Stunde und 49 Minuten benötigte Roger Federer, um David Ferrer im zweiten Gruppenspiel der World Tour Finals zu schlagen. Das 6:4 und 7:6 war nicht nur der 14. aufeinanderfolgende Triumph Federers gegen den Spanier. Der Schweizer konnte in den bisherigen Begegnungen 29 der 32 gespielten Sätze für sich entscheiden.

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Der Halbfinaleinzug in London war aber kein Spaziergang. Schon zu Beginn sah sich der Schweizer mit zahlreichen Breakchancen konfrontiert. Ferrer verpasste schon im ersten Game dreimal den Servicedurchbruch. Federer dagegen verwertete seine erste Chance im zweiten Game.

Guter Service war entscheidend

Im zweiten Aufschlagspiel des Schweizers hatte der Spanier erneut Chancen. «Ich war auf einen guten zweiten Aufschlag angewiesen - besonders im ersten Satz», sagte der Schweizer im Interview gegenüber der ATP.

Gerade weil Ferrer ein derart guter Return-Spieler sei, habe er versucht, den perfekten Service ins Feld zu setzen. Da sei es normal, dass man nicht immer reüssiere. «Heute musste ich alles auspacken, dass ich in meinem Repertoire habe: Variation, Kick, Slide», so Federer.

Ferrer ist zufrieden

Ferrer, am 2. April 2012 30 Jahre alt geworden, hat auch nach seiner Niederlage gegen Federer noch die Chance auf den Halbfinal. Diesen kann er im letzten Gruppenspiel vom Samstag gegen Janko Tipsarevic klarmachen. «Es war ein gutes Spiel und ich bin zufrieden mit meinem Auftritt», sagte der Spanier.

Dennoch trauerte er den vergebenen Breackchancen hinterher: «Ich hatte viele Chancen, ihn zu breaken. Und als er eine hatte, nutzte er sie.» Das sei manchmal halt so, wenn man die eigenen Möglichkeiten auslässt. «Wenn man die wichtigen Punkte nicht holt, ist es schwierig, zu gewinnen.»

Federer fühlt sich in London wohl

Federer steht nach seinem Sieg über Ferrer zum zehnten Mal bei insgesamt elf Master-Teilnahmen im Halbfinal. Der sechsfache Champion ist auf Kurs. «Es ist das Turnier, an welchem ich unbedingt teilnehmen will - das weiss ich schon, wenn ich Anfang Jahr jeweils die Saison beginne. Das war schon immer so.»

In London fühlt sich der zweifache Familienvater wohl. «Ich bin sehr froh, dass das Turnier auch die kommenden Jahre hier stattfinden wird», so Federer nach dem Sieg über Ferrer. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die World Tour Finals mindestens bis 2015 in der Londoner 02-Arena bleiben.

London. ATP-World-Tour-Finals (5,5 Mio Dollar/Halle). Einzel. Gruppe B: Roger Federer (Sz/2) s. David Ferrer (Sp/4) 6:4, 7:6 (7:5). Juan Martin Del Potro (Arg/6) s. Janko Tipsarevic (Ser/8) 6:0, 6:4.

Rangliste:
1. Federer 2-0 (4:0)*.
2. Del Potro 1-1 (3:2).
3. Ferrer 1-1 (2:3).
4. Tipsarevic 0-2 (0:4)**.
* für die Halbfinals qualifiziert.
** ausgeschieden.

(als)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hans am 08.11.2012 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt nicht

    100:1 bilanz gegen Ü30 spieler? stimmt nicht, was ist mit der niederlage gegen tommy haas in halle dieses jahr???

    • Christian am 09.11.2012 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Seit 2002

      Gegen Ü30-Spieler seit 2002 und der Niederlage gegen Agassi. Haas ist die 1 in der Bilanz.

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  • Nico am 08.11.2012 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haas?

    Hat federer in halle nicht mal gegen thommy haas verloren? Der war doch deutlich drüber??

  • Hans N. am 08.11.2012 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln

    Was passiert eigentlich wenn Federer gegen Del Potro in 2 verliert und Ferrer gegen Tipsarevic in 2 gewinnt? Dann hätten alle 2 Siege in je 2 Sätzen und jeder einmal gegen einen der anderen verloren.

    • Manuel Schneiter am 08.11.2012 22:39 Report Diesen Beitrag melden

      Ferrer - Del Potro: 63 36 64

      Nein, Ferrer hat gegen Del Potro in drei Sätzen gewonnen, folglich bereits dort einen Satz abgegeben. Da Federer bereits zwei Zweisatzsiege aufweist, ist er für den Halbfinal gesetzt.

    • Benjamin G. am 08.11.2012 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      Dann zählen...

      die Anzahl Games.

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  • Jan am 08.11.2012 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 break

    1/10 fedex gab sehr wohl einen breakball ab!

    • Roland am 09.11.2012 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      einunddreissig

      Kleine Korrektur: Federer wurde dieses Jahr 31.

    • Tennis am 09.11.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      Korrektur-Korrektur

      Das wissen wir. Doch offenbar wurde Ferrer dieses Jahr 30.

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