Roger Federer

07. September 2017 09:56; Akt: 07.09.2017 10:59 Print

«So macht es keinen Spass»

Roger Federer zeigt sich nach der Niederlage gegen Juan Martín del Potro tief enttäuscht, hat aber ein paar einfache Erklärungen.

«Juan Martín hat die besseren Chancen, um Rafael Nadal zu schlagen»: Roger Federer nach dem Aus gegen Juan Martin del Potro. (Video: US Open/Tamedia)
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Für Roger Federer ist der Traum vom sechsten US-Open-Sieg und von der Rückkehr an die Spitze des ATP-Rankings vorerst geplatzt. Der Baselbieter verlor in den Viertelfinals in New York gegen Juan Martín del Potro in knapp drei Stunden 5:7, 6:3, 6:7 (8:10), 4:6. «Diese Niederlage schmerzt sehr», sagte Federer kurz nach dem Spiel. «Es ist hart. In solchen Momenten sieht man nur das Schlechte.»

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Statt sich den ersten Frust von der Seele zu duschen, bevorzugte Federer nach dem Match den direkten Gang zur Pressekonferenz. «Ich habe in diesem Spiel viele gute Gelegenheiten verpasst», sagte Federer und meinte damit in erster Linie das Tiebreak im dritten Satz, wo er vier Satzbälle vergab. «Vielleicht habe ich ihm manchmal mit leichten Fehlern geholfen, aber er war heute besser.»

Zu viele unnötige Fehler gemacht

Wie zu Beginn des Turniers verzeichnete der 19-fache Grand-Slam-Champion ungewohnte Schwankungen in seinem Spiel, immer wieder unterliefen ihm einfache Fehler. Symptomatisch dafür stand der zweitletzte Punkt, als Federer einen Volley ins Aus schlug, was anstatt einer Breakchance den ersten Matchball für Del Potro zur Folge hatte. «Juan Martín hat es mehr verdient», sagte Federer.


Der Niedergang in vier Sätzen – oder die pure Wucht von Del Potro. (Video: SRF/Tamedia)

Im Hinblick auf die verpasste Chance, erstmals am US Open Rafael Nadal zu fordern, reagierte Federer überraschend cool. «Juan Martín hat die besseren Chancen, um Rafael Nadal zu schlagen. So gesehen ist es besser, wenn ich draussen bin und ein anderer die Chance hat. So wie ich hier im Moment spiele, reicht es einfach nicht, um das Turnier zu gewinnen.»

«Ich hatte es weder im Kopf noch im Körper»

Dass es Federer nicht gelang, die Leichtigkeit aus dem Achtelfinal gegen Philipp Kohlschreiber mitzunehmen, lag einerseits an seinem 1,98 m grossen Widersacher, der einmal mehr unter Beweis stellte, dass er mit seinen brachialen Grundlinienschlägen an einem guten Tag mit jedem problemlos mithalten kann, andererseits aber auch an Federer selber.

Im Vergleich zu den Australian Open und Wimbledon fehlte bei Federer das Gefühl der ultimativen Überzeugung. «Ich hatte es weder im Kopf noch im Körper, auch nicht im Spiel. Und wenn diese drei Punkte nicht stimmen, wird es schwierig. So macht es keinen Spass», sagte Federer, der zu Beginn des US Open mit dem Rücken zu kämpfen hatte.

Der Laver Cup steht an

Glücklicherweise löste sich die Blockade im Verlauf des Turniers, «Ich und mein Team haben viel harte Arbeit reingesteckt, mit dem Rücken ging es dann von Spiel zu Spiel besser. Das war eine Art Erlösung und gab mir Selbstvertrauen. Ich habe damit ganz gut gespielt, aber ich kam nie auf das absolute Toplevel. Ich muss das jetzt in den nächsten Stunden, Tagen und Wochen verarbeiten.»

Für Federer, der am Montag wieder die Nummer 2 der Welt sein wird, bleibt trotz grosser Erschöpfung nur wenig Zeit, um sich zu erholen. Bereits in zwei Wochen steht für ihn in Prag der Laver Cup an. Das von ihm selbst kreierte Team-Exhibition-Turnier dient dann als erster Test für die Hallensaison in Shanghai, Basel, Paris und mit den World Tour Finals.

(sr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sein am 07.09.2017 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der bessere gewinnt

    del potro war einfach besser. roger sieht es richtig. es fehlte irgendwie das feuer. gratulation an del potro.

  • Sven am 07.09.2017 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    King Roger

    King bleibt King egal was passiert.

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  • fänin am 07.09.2017 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sportler

    ich wünsche "üsem" "fedu" einfach gute Gesundheit und das er wieder und weiterhin spass am spiel findet. grüsse

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas R. am 08.09.2017 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte Lotto spielen

    Ich habe heute noch ein Grinsen im Gesicht. Ich kann mein Glück nicht fassen. Roger Federer hat verloren.

  • Pupsschnüffler 1987 am 08.09.2017 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wahsinn, Tennis ist sehr schnell

    Umfassbar, wie schnell das Tennis geworden ist. Da kommt einem das Spiel vor 20 Jahren wie Standtennis dagegen vor. Roger kommt mit dem Material und dem neuen Tempo bestens zurecht. Ich würde nicht einen Ball zurückbringen.

  • S. Geldgeil am 08.09.2017 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Roger kommt stärker wieder

    Roger, die Show geht weiter. Neues Spiel, neues Glück!

  • ENU am 07.09.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschegsches

    Es ist "einfacher" gegen del Potro auszuscheiden als gegen Nadal. Rein Imagemässig ist diese Niederlage nicht gravierend.

    • Neutral am 07.09.2017 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ENU

      Ich denke, es ist einfacher jetzt zu verlieren, als im Halbfinale gegen Nadal. Denn Federer und alle seine Fans wären dann so überzeugt, er würde mit dem Sieg gegen Nadal automatisch US-OPEN Sieger und am Montag wieder die Nr.1. In den Kommentaren stören mich die Fans von Federer die arrogant die NICHTFANS angreifen. Es hat aber auch unschöne Kommentare unter Federers Gegner, die zwar vielmehr Federer als seine Fans kritisieren. Nun hat sich Federer nach seinem Comeback immer wieder geäußert, dass er nur noch aus Spass Tennis spiele egal wie seine Spiele enden. Und jetzt macht ihm das Tennis spielen doch kein Spass mehr wenn er auf diese Art und Weise verliert. Meinetwegen muss er deswegen nicht mit Tennis aufhören. Das muss er mit sich selber ausmachen.

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  • Spass Mehr!!! am 07.09.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das macht keinen

    Das kenn ich noch vom Spielplatz und vom Kindergarten!

    • Normalverbraucher am 07.09.2017 20:20 Report Diesen Beitrag melden

      Nächster Schritt ist gefragt

      Genau: Mit 36 Jahren sollte er vielleicht mal versuchen, den nächsten Karriereschritt zu planen. Statt weiter zu versuchen, die Nr.1 in einer Sportart an der Weltspitze zu bleiben. Rekorde, Millionen und Freunde hätte er ja inzwischen mehr als genügend dazu.

    • Walther am 07.09.2017 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Normalverbraucher

      Oder die um 1 Jahr älteren und erfolgreichen Venus Williams zu Rate ziehen! Sie könnte ihm auf gleicher Ebene eine echte Hilfe sein, mehr als seine beiden Coaches! Wozu braucht Federer 2 Coaches?

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