Wimbledon 2017

16. Juli 2017 09:27; Akt: 16.07.2017 10:17 Print

Federer und der Traum von der magischen Acht

Der achte Titel in Wimbledon ist für Roger Federer nur noch ein Spiel entfernt. Für den bald 36-jährigen Schweizer ist es mehr als eine Zahl.

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Ein Finalsieg von Roger Federer gegen den Kroaten Marin Cilic wäre die Krönung einer ganz besonderen Liebesbeziehung mit dem prestigeträchtigsten Turnier der Welt. Mit dem 8. Triumph wäre er der alleinige Rekordsieger und würde sich damit für seinen Geburtstag am 8.8. das schönste Geschenk machen. Aber nicht nur Federer selbst, auch das Publikum in London wünscht sich nichts sehnlicher als einen Sieg des 35-jährigen Baselbieters.

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Schafft Roger Federer den achten Wimbledon-Triumph?

So hysterisch ihn die Australier in Melbourne feiern, so enthusiastisch ihn die Amerikaner in New York bejubeln, so sehr ihm die Herzen der Franzosen in Paris zufliegen, Roger Federer hatte während seiner Karriere nie einen Hehl daraus gemacht, dass Wimbledon für ihn eine besondere Bedeutung hat. «Es ist der Ort, an dem alle meine Träume als Spieler wahr geworden sind.»

Der achte Titel: Federer möchte gegen Cilic um jeden Preis gewinnen. (Video: Tamedia/SRF)

Einmalige Chance auf Rasen

Auf dem Centre Court des All England Club schaffte er vor 14 Jahren mit dem Sieg gegen Mark Philippoussis den lang erwarteten Durchbruch, hier avancierte er 2009 mit seinem 15. Major-Titel zum erfolgreichsten Spieler der Geschichte, hier zog er 2012 mit den Rekordsiegern Pete Sampras und William Renshaw gleich.

Im Gegensatz zum Australian Open, als er im Januar nach seiner halbjährigen Pause zurückgekehrt war und nicht zum engsten Favoritenkreis gezählt wurde, präsentierte sich die Ausgangslage in Wimbledon anders. Bereits vor Beginn der Rasensaison war Federer bewusst gewesen, dass seine Titelchancen in diesem Jahr so gut sind wie seit seinem Triumph 2012 nicht mehr. Rafael Nadal hatte in den letzten Jahren auf Rasen geschwächelt, Andy Murray und Novak Djokovic, die Sieger der letzten vier Austragungen, waren seit Monaten physisch und mental angeschlagen.

Fast nicht zu breaken

Federer hingegen tritt 2017 so frisch und inspiriert auf wie in seinen besten Tagen. «Es gibt keine Anzeichen, dass er älter wird», sagte der im Halbfinal unterlegene Tomas Berdych. Bereits vor einem Jahr, als Federer und sein Team den harten, aber weitsichtigen Entscheid fällten, die Saison vorzeitig abzubrechen, hatte er im Hinterkopf, dass er 2017 in Wimbledon wieder auf der Höhe seines Schaffens sein wollte. Und nach seinem traumhaften Comeback mit den Siegen in Melbourne, Indian Wells und Miami erlag er nicht der Versuchung, seine Ziele zu ändern, und legte noch einmal eine zehnwöchige Turnierpause ein.

Der Entscheid zahlt sich aus, in Wimbledon zog er ohne Satzverlust in seinen elften Final ein. Federer überzeugte dabei durch mentale Stärke; in den wichtigen Momenten spielte er sein bestes Tennis. Alle fünf Tiebreaks gewann er souverän, seine Quote von 80 Prozent abgewehrter Breakbällen ist die höchste derjenigen Spieler, welche die zweite Woche erreicht haben. Es ist Ausdruck seines Selbstvertrauens und jener Fähigkeit, die ihn während der Jahre seiner absoluten Dominanz Mitte der Nullerjahre so ausgezeichnet hatte.

Der bessere Berdych

Dass der letzte Schritt, der schwierigste ist, weiss Federer. Noch mehr als sonst sind die Augen am Sonntag auf ihn gerichtet, wenn er sich aufmacht, ein weiteres Kapitel Tennis-Geschichte zu schreiben. Mit Marin Cilic steht ihm ein Gegner gegenüber, der mit seinem US-Open-Sieg 2014 bewiesen hat, dass er dem Druck standhalten kann. Auch für ihn sei es damals eine grosse Chance gewesen, das Turnier zu gewinnen, sagte Federer im Rückblick auf jenen verlorenen Halbfinal gegen Cilic in Flushing Meadows. «Ich hoffe, ich werde diese nicht auch noch verpassen.»

Im Vergleich mit Berdych schätzt Federer seinen Finalgegner stärker ein. «Seine Returns sind länger und er spielt mit mehr Risiko.» Seit seiner Zusammenarbeit mit Goran Ivanisevic, dem bislang einzigen kroatischen Wimbledon-Sieger, habe sich Cilic auch beim Aufschlag verbessert. «Es ist schwieriger geworden, diesen zu lesen.» In Wimbledon schlug der 1,98 m grosse Kroate bislang 130 Asse. Er hat es geschafft, seine Quote der ersten Aufschläge deutlich zu steigern, seit er seit knapp einem Jahr mit dem Schweden Jonas Björkman zusammenarbeitet.

Cilic verglich die Herausforderung Federer mit dem Erklimmen eines hohen Berges. «Er spielt das beste Tennis seiner Karriere auf diesem Court.» Die Erfahrung, bereits einmal einen Grand-Slam-Titel gewonnen zu haben, werde ihm aber helfen. «Es auch hier zu schaffen, würde mir die Welt bedeuten.»

(sr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 16.07.2017 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    großer Sportler!

    Ich drücke Federer fest die Daumen, Obwohl ich kein Tennisfan bin. Jedoch ist er ein großer Sportler y soweit ich das beurteilen kann ein großer Mensch. Viel Spaß y Glück wünsche ich Federer heute im Final!!

  • Amina123 am 16.07.2017 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nummer 8

    der 8.wimbledon-titel naht.. roger,hohl ihn dir,keinem mag ichs mehr gönnen als dir.

  • Pitri am 16.07.2017 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp RF

    ich freue mich auf das Match und hoffe dass sich Roger den 8. Titel holt, er hat es sowas von verdient. An alle Neider, geht doch einfach raus in die Natur, es ist ja schönes Wetter und entspannt euch :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel Huber am 16.07.2017 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch er darf mal verlieren.

    Beide sind super spieler aber der könig ist und bleibt der federer. Und wenn federer heute nicht gewinnt dann heist das der sclechtere gewonnen hat, aber er ist tortz dem nicht der könig.

  • PSYCHIATER am 16.07.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sauber ist sicher nicht

    Wann gibt er zu das Gedopt ist.

  • oxford-player am 16.07.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlichkeiten laut victor-Formel

    Dass Federer entgegen meiner Prognose den Final erreichte, bedeutet nicht, dass meine victor-Formel falsch ist. Die Variabeln haben sich verändert. Meine mathematische Formel zur Sieger-Berechnung ist unfehlbar! Nun, heute auf den Final angewendet bedeutet dies konkret: Federer 47,2 %, Marin Cilic 52,8 % Wahrscheinlichkeit auf einen Sieg. Der Ausgang ist also offen. Der Zeitpunk Sonntag Nachmittag spricht klar für Federer, doch der Wind von 14 km/h Richtung Osten ist wiederum ein klarer Vorteil für Marin Cilic.

  • Carlo am 16.07.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uneinholbar für Federer

    Da ist Nadal dem "König Federer" (wie läppisch und unschweizerisch) mit zehn Siegen u.a. in Paris noch weit voraus. Uneinholbar für den Senior.

    • Roland am 16.07.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carlo

      Das ist absolut so. Ich weiss auch nicht warum die fedi-jünger immer so komisch drauf sind mit ihren Kommentaren. Auch im Direktvergleich hat fedi nicht den Hauch einer Chance gegen Rafa und auch gegen Novak ist er chancenlos.

    • Glaedr . am 16.07.2017 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roland

      ihr wisst aber schon das Federer mehr tietel hat als jeder andere Tennisspieler. das es niemand gibt der so viele Rekorde hat wie er. navak braucht noch 80 Wochen als Nummer 1 um Federer einzuholen und Nadal muss es gar nicht erst versuchen, da liegen Welten dazwischen. aber so schlecht ist Nadal ja auch nicht

    • Roland am 16.07.2017 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Glaedr .

      Wie gesagt...fedi-jünger sind etwas komisch. Welchen Teil von Direktvergleich verstehen sie nicht?

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  • Reto am 16.07.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie Becker

    Er soll zurücktreten. Er wird mal zum schweizer "Bobbele" Becker war auch Spitze und seht in Euch Heute an

    • Stedi am 16.07.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Es gibt einen Unterschied, Federer ist intelligent

    • socom am 16.07.2017 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      ich sehe ihn heute... als sieger!!! was sagen sie nun?!

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