Australian Open

21. Januar 2015 08:23; Akt: 21.01.2015 10:12 Print

Federer besiegt Bolelli nach Startschwierigkeiten

Roger Federer steht in Melbourne in der 3. Runde. Nach Satzrückstand besiegt er den Italiener Simone Bolelli (ATP 48) mit 3:6, 6:3, 6:2, 6:2.

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Das Turnier endet für Stan Wawrinka im Halbfinal. Der Vorjahressieger scheitert in fünf Sätzen an Novak Djokovic - 6:7, 6:3, 4:6, 6:4, 0:6. Der Serbe ist sichtlich erleichtert nach seinem fünften Finaleinzug in Melbourne, nachdem sich Wawrinka erneut als unbequemer Gegner herausgestellt hat. Beide Spieler durchlaufen zahlreiche Hochs und Tiefs, agieren weitgehend inkonstant. Wawrinka übernimmt zwischendurch auch dank seiner starken Rückhand das Spieldiktat, bleibt insgesamt aber zu fehlerhaft. Djokovic erweist sich einmal mehr als Meister der Defensive und kann in den entscheidenden Momenten zulegen. Stan Wawrinka zeigt sich im Viertelfinal der Australian Open in Topform. Der Romand lässt seinem Gegner Kei Nishikori keinen Stich und gewinnt 6:3, 6:4, 7:6. Der Japaner macht eigentlich ein gutes Spiel, gegen Stan the Man landet er aber trotz ansprechender Leistung am Boden. Über einen solchen Dreisatzsieg darf man sich ruhig freuen. Stan schreit die Freude raus. Stan Wawrinka steht in Melbourne im Viertelfinal. Zwar verliert der Romand erstmals einen Satz am diesjährigen Turnier, dennoch bezwingt er Guillermo Garcia-Lopez 7:6, 6:4, 4:6 und 7:6. Der 31-jährige Spanier (ATP 37) verpasst damit den ersten Major-Viertelfinal seiner Karriere. Im zweiten und dritten Durchgang schenkt Garcia-Lopez dem Schweizer mit Doppelfehlern die entscheidenden Breaks. Im dritten Durchgang kämpft er sich aber zurück und zwingt Stan Wawrinka über den vierten. Dort erspielt sich der Mann aus Albacete fünf Satzbälle und muss sich dennoch geschlagen geben. Kuriose Szene zu Beginn des Spiels: Nach einem regnerischen Morgen tropft es vom Dach der Margeret-Arena aufs Feld. Die Architekten scheinen beim Bau die Regenrinne vergessen zu haben. Stan Wawrinka besiegt in der 3. Runde den Finnen Jarkko Nieminen in drei Sätzen 6:4, 6:2, 6:4 und steht in den Achtelfinals der Australian Open. Der Finne wird einzig im dritten Satz gefährlich, wo ihm sein einziges Break gelingt. Doch Stan hatte die Partie stets im Griff und gewinnt absolut verdient gegen den 72. der ATP-Weltrangliste. Dieses Bild illustriert das Geschehen gut: Bei Roger Federers Auftritt wechseln sich Licht und Schatten ab. Leider gibt es beim Maestro mehr zu bemängeln als zu bejubeln. Der Italiener Andreas Seppi ist ein zäher Widersacher und gewinnt zum ersten Mal überhaupt gegen Roger Federer. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Die 4:6, 6:7, 6:4, 6:7- Niederlage tut weh! Er kann es selbst kaum fassen, weiss aber, was die Vorentscheidung war: «Der zweite Satz hat mir das Genick gebrochen.» Coach Stefan Edberg verzieht keine Miene. Nach der Niederlage zeigt sich Federer bei der Pressekonferenz emotional. Stan Wawrinka zieht in Melbourne in der 3. Runde ein. Der Romand bezwingt das Aufschlagsmonster Marius Copil 7:6, 7:6 und 6:3. Der Rumäne spielt gut mit, schlägt hart auf und hadert schliesslich mit seiner Chancenverwertung. In beiden Tiebreaks muss er die entscheidenden Punkte dem Schweizer überlassen. Stan Wawrinka musste in der Hitze von Melbourne teilweise hart kämpfen. Beim Aufschlag behinderten den Schweizer Schmerzen im rechten Ellbogen. Gut gebrüllt, Roger. Federer besteht seinen ersten Härtetest und schlägt Simone Bolelli in der 2. Runde 3:6, 6:3, 6:2, 6:2. Zu Beginn muss sich der Baselbieter jedoch mächtig strecken ... ... denn der Italiener spielt gross auf. Er kann das Niveau jedoch nicht halten und bleibt schliesslich chancenlos. Federer hat im ersten Satz Probleme mit der Schlaghand und lässt sich nach dem 3:6 behandeln, am Ende stört ihn das Handicap aber nicht entscheidend. Die Autogramme des Titelverteidigers sind gefragt. Zusatzschicht für Stan Wawrinka. Gut, dass sein Startspiel nicht allzu viel Zeit beanspruchte. Der Romand schafft es problemlos in die zweite Runde. Er schlägt den Türken Marsel Ilhan 6:1, 6:4, 6:2. Das Geschehen zu jeder Zeit im Griff, vor allem mit seiner unwiderstehlichen Rückhand. Roger Federer gelingt der Auftakt in Melbourne nach Mass. Der Schweizer schlägt Yen-Hsun Lu in drei Sätzen 6:4, 6:2 und 7:5. Die Weltnummer 47 aus Taiwan hält Federer vor allem im dritten Durchgang auf Trab, vergibt aber gegen die Weltnummer 2 alle seine Breakbälle. Roger Federer reagiert bei seinen zahlreichen Fehlern im dritten Durchgang teilweise genervt. Was Severin Lüthi da wohl erklärt? Mirka Federer und Stefan Edberg hören zumindest gespannt zu. Hot or not? Der Titelverteidiger schwitzt für einen erfolgreichen Start in Melbourne. Ganz schön was los: Die Familie Federer erscheint geschlossen am Kids Day in Melbourne. Erstmals in der Box die sieben Monate alten Zwillinge Leo und Lenny. Papi Roger unterhält die Rasselbande zusammen mit SpongeBob. Der 17-fache Grand-Slam-Champion ist fester Bestandteil des Kids Day. Zuvor ist schwitzen angesagt, schliesslich steht in zwei Tagen das erste Spiel in Melbourne an. Ein gefragter Mann: Auch den Medien steht der Maestro zwei Tage vor dem Turnierstart Red und Antwort. Bälle schlagen vor dem ersten Höhepunkt des Tennisjahres: Roger Federer im Training. Der Schweizer zählt nach seinem starken Herbst 2014 und dem Turniersieg in Brisbane zum engsten Favoritenkreis. Allerdings erwartet ihn ein harter Parcours, zumindest auf dem Papier. Auch Stan Wawrinka erfreut sich einer guten Frühform. Der Titelverteidiger gewann wie 2014 das Turnier in Chennai zum Jahresauftakt. Wenn das kein gutes Omen ist. Zaubern will geübt sein: Roger Federer ist auch im Training gut für besondere Schläge.

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Fehler gesehen?

Die Partie dauerte zwei Stunden und neun Minuten. Vor allem die erste Hälfte des Spiels entwickelte sich bei grosser Hitze (32 Grad) für Federer zum Krampf. Nachdem Bolelli mit einem starken Game im ersten Satz das Break zum 3:1 gelungen war, rannte Federer diesem Rückstand lange erfolglos hinterher. Erst mit dem Service-Durchbruch zum 5:3 im zweiten Satz nach etwas mehr als einer Stunde gelang es ihm, die Wende einzuleiten. «Bis zu dem Zeitpunkt war es ein harter Kampf. Nachher konnte ich etwas ruhiger aufspielen.»

Und Simone Bolelli baute in der Folge ab. Federer (33) war dem vier Jahre jüngeren Gegner physisch klar überlegen; der Italiener glaubte nach dem Satzausgleich nicht mehr an seine Chance, zumal er in den Sätzen 3 und 4 jeweils umgehend wieder mit einem Break in Rückstand geriet.

Nun wieder gegen einen Italiener

Federer erreichte auch bei seiner 16. Teilnahme am Grand-Slam-Turnier in Australien die dritte Runde, dürfte jedoch nicht mit allen Bereichen in seinem Spiel zufrieden gewesen sein. Federer schlug gut auf. Fast die Hälfte seiner Aufschläge führte direkt zum Punktgewinn (15 Asse, 28 Servicewinner). Der Basler nützte auch seine Breakmöglichkeiten effizienter als im Startspiel gegen den Taiwanesen Lu (5 Breaks aus 9 Breakbällen). Andererseits gewann Bolelli die Mehrzahl der Ballwechsel, bei denen der Ball mehr als viermal übers Netz flog.

In den Sechzehntelfinals trifft Roger Federer am Freitag auf den Italiener Andreas Seppi, der Jérémy Chardy (Fr/29) in vier Sätzen 7:5, 3:6, 6:2, 6:1 bezwang. Federer hat gegen Seppi bisher alle zehn Partien gewonnen und machte nach dem Sieg über Bolelli keinen Hehl daraus, dass er diesen Gegner bevorzugen würde.

Vögele chancenlos

Kein Happy End gab es in der 2. Runde für Stefanie Vögele. Die 24-jährige Aargauerin unterlag Caroline Garcia (WTA 36) in 69 Minuten 3:6, 4:6. Vögele wehrte im zweiten Satz von 1:5 bis 4:5 fünf Matchbälle ab, drehte aber zu spät auf.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ASDF am 21.01.2015 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung!

    Da kommen sie wieder, die ganzen Federer Kritiker. Er ist und bleibt King Roger!

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  • Brigle am 21.01.2015 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fan von RF

    Bravo Roger du bist einfach der oberburner was für ein start in den tag mit deinem sieg

  • Hans Zimmer am 21.01.2015 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein Satz

    Ein Satz hat er verloren, liebe Nörgler. Habt ihr die anderen Sätze gesehen? Federer war dennoch deutlich überlegen, sonst hätte er nicht mehrere Breaks pro Satz geschafft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • luke am 21.01.2015 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go roger

    ich versteh die Kritik an federer überhaupt nicht. liebe Leute, auch die nummer 48 der welt kann Tennis spielen. wer zudem den Davis cup gegen Italien mitverfolgt hat, kann mir zustimmen, dass auch ein bolelli an einem guten tag sehr gefährlich sein kann. rf muss in den ersten runden diese Hürden zuerst einmal meistern..

  • Lukas H. am 21.01.2015 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    allen kritikern zum trotz

    obwohl es viele kritiker gibt die rf seid jahren den rücktritt nahelegen heisst es am ende der partien meistens "game, set and match Roger Federer". Bin immer beeindruckter von Federer, denn seine Physis hat tatsächlich nachgelassen (logisch in dem Alter), führt aber seine wesentlich jüngeren Gegner immernoch Reihenweise vor, ist kaum verletzt, spielt immernoch um die Spitze mit und es sieht immernoch alles wesentlich entspannter aus als bei Nadal oder Djokovic. Go RF

  • Bolelli-Fan am 21.01.2015 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Go Bolelli

    Wenn Federer so weiter spielt, wird es nicht weit reichen. Nur durch Glück wird er niemals ein GS gewinnen! Schade für Bolelli, dass er unter diesen Umständen verloren hat, er hätte den Sieg viel mehr verdient.

    • Wats Milander am 21.01.2015 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      Unbedingt!

      Einer, der in den Sätzen 3 und 4 die sensationelle Anzahl von 2 Games gewinnt, müsste eigentlich direkt für den Final gesetzt sein.

    • Tennis experte am 21.01.2015 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Federer schwach

      ja ganz klar federer hat diesen sieg überhaupt nicht verdient aber wie immer kommt er durch mit viel glück, dass bolelli während dem spiel abgebaut hat. hätte bolelli dieses tennis gespielt wie im 1 satz dann wäre er wie bei den US Open ,als mal ein spieler ( cilic ) nicht abgebaut hat, in 3 sätzen rausgeflogen. Bei Federer kommt es nur darauf an wie der gegner spielt sein tennis reicht seit langem nicht mehr!

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  • King am 21.01.2015 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    King Rog

    @Hans Seher; wieso sollte er UNS blamieren? Das ist seine Karriere (nicht deine) und er darf damit machen was er will! Go Rog !!!

    • ndh. am 21.01.2015 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      Federn

      ....manche schmücken sich eben gerne mit fremden Federn ;)

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  • Dati am 21.01.2015 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extra

    Federer gab bestimmt extra den ersten Satz ab,den wenn er immer einen auf Fedex macht,erhält er ja fast nie Matchpraxis.