Dauerkrise

01. März 2017 16:39; Akt: 01.03.2017 17:58 Print

Bencics tiefer Fall

Bei Belinda Bencic geht gar nichts mehr. Die ehemalige Weltnummer 7 kommt auch mit dem neuen Trainer nicht auf Touren.

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Rückschlag nach der sportlichen Talfahrt: Bencic musste sich am linken Handgelenk operieren lassen und fällt deshalb mehrere Monate aus. Auch im vierten Turnier des Jahres, in Acapulco, kassiert Bencic eine Erstrunden-Niederlage. Im Fed-Cup gegen Frankreich sichert Bencic der Schweiz mit dem Sieg im entscheidenden Einzel immerhin den Halbfinal-Einzug. Nach dem verkorksten Jahr geht Bencic über die Bücher. Sie trennt sich vom langjährigen Manager Marcel Niederer. Auch ihr Vater Ivan (Bild) gehört nicht mehr zum Team. Beim US Open ist für Bencic in der dritten Runde Schluss. Olympia-Aus: Belinda Bencic muss wegen einer Verletzung am linken Handgelenk für das Turnier in Rio passen. Wegen desselben Leidens muss die 19-Jährige in Wimbledon in der zweiten Runde aufgeben. Auch das French Open verpasst die Ostschweizerin verletzungshalber, weil der Rücken zwickt. Ohne die angeschlagene Belinda Bencic (l.) verliert das Schweizer Team mit Viktorija Golubic, Timea Bacsinszky und Martina Hingis (v.l.) den Fed-Cup-Halbfinal gegen Tschechien. Bencic zieht sich beim Turnier in Indian Wells eine Rückenverletzung zu. Zwar spielt sie danach noch das Turnier von Charleston, scheitert dort aber in der Startrunde. Danach muss sie pausieren. Die junge Schweizerin legt in Toronto nach: Bencic gewinnt den Final gegen Simona Halep, die im dritten Satz aufgeben muss, und damit ihren zweiten Titel bei den Profis. In Wimbledon erreicht Bencic - mit Knieproblemen - die Achtelfinals, wo sie gegen Viktoria Asarenka (2:6, 3:6) chancenlos bleibt. Beim WTA-Turnier in Eastbourne holt sich Bencic ihren ersten Einzel-Titel auf der Tour. Im Final des Rasenturniers setzt sie sich gegen Agnieszka Radwanska durch. Auch der zweite Einzel-Final ihrer Karriere geht verloren. Beim WTA-Turnier von 's-Hertogenbosch unterliegt sie der Italienerin Camila Giorgi. Die junge Schweizerin feiert beim WTA-Turnier in Prag den ersten Titelgewinn bei den Profis. Bencic gewinnt die Doppel-Konkurrenz. Belinda Bencic (WTA 35) verliert in Tianjin (China) ihren ersten Final auf der WTA-Tour. Die 17-jährige Ostschweizerin unterliegt der US-Amerikanerin Alison Riske 3:6, 4:6. Auch in der Weltrangliste geht es steil nach oben: In nur neun Monaten klettert sie von Rang 212 auf Platz 33. An den US Open gewinnt sie 25 Ränge. Die 17-jährige Belinda Bencic sorgt am US Open für Furore und stösst bis in den Viertelfinal vor. Dort hat der Höhenflug der Schweizer aber ein Ende: Sie unterliegt Shuai Peng 2:6, 1:6. Bencic beim WTA-Turnier in Charleston: Sie bestreitet ihren ersten Viertelfinal als Profi. Das erste Jahr auf der Profitour beginnt vielversprechend. Bencic gewinnt auch ihr drittes Spiel in der Qualifikation für die Australian Open und nimmt zum ersten Mal an einem Grand-Slam-Turnier teil. Die Teenagerin triumphiert am French Open und in Wimbledon am Turnier der Juniorinnen. Die 16-Jährige gehört bereits dem Schweizer Fedcup-Team. Hinter dem Erfolg steht bei Bencic die Familie. Vater Ivan hat die Karriere seiner Tochter schon früh geplant. Mutter Dana und Bruder Brian sind ebenfalls verrückt nach Tennis. Belinda galt schon früh als grosses Talent.

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Vier Mal ist Belinda Bencic 2017 bei einem WTA-Turnier angetreten. Vier Mal musste sie die Koffer nach der ersten Runde gleich wieder packen. In Sydney, am Australian Open, in St. Petersburg und nun in Acapulco. Bencic verlor gegen die topgesetzte Kroatin Mirjana Lucic-Baroni (WTA 34) 5:7, 4:6.

Die sportliche Talfahrt der Ostschweizerin setzte bereits letztes Jahr ein. In der Weltrangliste stürzte sie von ihrer besten Platzierung (Rang 7 im Februar 2016) regelrecht ab. Mittlerweile ist sie auf Platz 125 klassiert. Im Herbst ging Bencic deshalb über die Bücher. Sie trennte sich von ihrem langjährigen Manager Marcel Niederer. Auch ihr Vater Ivan, der als Trainer amtete, gehört nicht mehr zum Team. Trainingslektionen mit Melanie Molitor, die sie früher bestritten hatte, liess sie aus.

Neue Besen kehren nicht immer gut

Bencic entschied sich vor kurzer Zeit, für die nächsten sechs Wochen mit einem neuen Trainer zu arbeiten. Der Pole Maciej Snowka brachte die bald 20-Jährige zumindest in Acapulco noch nicht zurück auf die Erfolgsspur. Vielleicht gelingt es ihm an den nächsten beiden Turnieren in Indian Wells und Miami. Die einstige Top-10-Spielerin ist jedenfalls dringend auf Erfolgserlebnisse angewiesen. Wegen ihres schlechten Rankings ist Bencic bei Turnieren bald nicht mehr fürs Hauptfeld gesetzt und muss durch die Qualifikation.

(heg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • elisabeth meier am 01.03.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Erst einmal abspecken

    Schade, dass diese talentierte Spielerin nicht mehr an ihrer Fitness arbeitet und mindestens 10 kg abnimmt. Sie bewegt sich in letzter Zeit extrem schlecht auf dem Court.

  • Luther am 01.03.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Wie so oft im Sport bei grossen Talenten viel zu früh in den Himmel hoch gejubelt. So entsteht eben eine enorme Erwartungshaltung bzw. Druck seitens der Öffentlichkeit. Und diesem Druck ist nicht jeder gewachsen...

    einklappen einklappen
  • Mege am 01.03.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tennis spielen kann sie ja....

    Ja dann hoffen wir doch mal, dass sie bald wieder auf die Straße des Erfolges zurück findet. Ich würde es ihr gönnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ingrid Sager am 02.03.2017 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Mentalität

    Kann es sein, dass sie wie etliche Fussballer aus ähnlichen Regionen lernen muss, dass Lorbeeren schnell vergessen gehen und man immer an sich arbeiten muss? Sie wird kleinere Brötchen backen müssen, wenn sie nicht erfolgreicher wird. Sie wirkt einfach nicht fit genug, um die Muskeln trägt sie noch ziemlich Ballast. Man sieht ihr in echt die Profi-Sportlerin nicht an.

  • Martina Wagner am 02.03.2017 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    wenig athletisch

    Frauentennis ist seit längerem in einer Baisse, ausser grad den besten paar ist keine wirklich fit und top. Man ist schnell mal top ten. Das sieht man ja auch an unserer andern besten Schweizerin, die ist auch unkonstant und trotzdem immer noch in den top20. Bencic muss nicht unbedingt ans Abnehmen denken, aber etwas athletischer wäre schon besser. Dann könnte sie technisch ev auch besser spielen.

  • Fredi Müller am 02.03.2017 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt schon!

    Gebt ihr Zeit! Letztes Jahr war sie ja konstant verletzt, jetzt vielleicht noch nicht ganz austrainiert. Und vielleicht gibt es auch das eine oder belastende Thema (z.B. Abnabelung vom Vater, Trainer-Wechsel und wer weiss was eine junge Frau von 20 so alles beschäftigt). Ich hoffe, sie kommt gestärkt aus dieser Krise. Ihr Talent, Ehrgeiz und die "erste Karriere" bis jetzt sprechen dafür.

  • Janosch Bläuer am 02.03.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Reicht nie und nimmer

    Lustlos, ohne Plan, ungelenkig, übergewichtig, langsam, mässig talentiert. Und sowas war mal die Nummer 7 der Welt? Unglaublich....die Top 100 müssen das Ziel sein, das wird schwer genug!!

  • Rico Bleuler am 02.03.2017 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Der Schein trügt...

    Ich bin finde es super, dass wieder ein Ost-CH Mädel im Tenniszirkus für Schlagzeilen sorgt. Nur Leider, habe ich Frau Bencic vor ca. 1 Jahr im Gründenmoos am trainieren sehen. > Ganz ehrlich gesagt, ich bekam Angst um das Frauentennis. Wenn jemand so Tennis spielt und die Nr. 7 der Welt ist, rate ich ALLEN Mädchen und Frauen die wissen wie man einen Tennisschläger in der Hand hält > Geht auf Tour und ihr habt ausgesorgt für den Rest des Lebens! Du musst nicht fit sein, um die Nr. 7 der Welt zu sein....