Roger Federer

28. Oktober 2017 20:24; Akt: 28.10.2017 20:29 Print

«Ich hatte den ‹Zitteri› und machte alles falsch»

von Kai Müller, Basel - Federer schwärmt von seiner Gala gegen Goffin und spricht über Finalgegner del Potro, gegen den er in Basel schlechte Erinnerungen hat.

Federers Erinnerung an den Final 2012. (Video: 20min)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Basler Publikum liess sich kaum mehr beruhigen. Es feierte Roger Federer nach dem verwandelten Matchball, mit dem er das 6:1, 6:2 gegen David Goffin nach nur einer Stunde besiegelt hatte, minutenlang. Vor dem letzten Aufschlagspiel war bereits La Ola durch die St. Jakobshalle geschwappt – eine Stimmung wie an einem Fussball-Länderspiel.

Umfrage
Wer holt sich den Turniersieg an den Swiss Indoors?


Federer macht den Sack zu. (Video: Tamedia/SRF)

Der Weltranglistenzweite hatte aber auch einiges dafür getan, um die Zuschauer zu begeistern: Er hatte dem Weltranglistenzehnten eine Lektion erteilt. «Heute wars perfekt. Ich hatte einen ganz anderen Match erwartet und war bereit gewesen für einen Riesenkampf. Dazu kam es aber nicht, weil ich wie aus einem Guss spielte», sagte der 36-Jährige im Platzinterview.

2017 besser denn je?

Federer verwies noch einmal darauf, welch grosse Differenz unterschiedliche Tage und Gegner machen können. «Im ersten Satz gegen Mannarino war ich einfach froh, wenn ich den Ball irgendwie reinspielen konnte. Heute hatte ich dagegen meist verschiedene Optionen, als liefe alles in Zeitlupe», führte er aus. Für Goffin musste es sich gegenteilig angefühlt haben, gerade wenn Federers Vorhandwinner mit über 160 km/h einschlugen.

Federer steht dank Glanzleistung zum 13. Mal im Final

Nach solchen Gala-Vorstellungen, von denen es in den vergangenen Monaten einige zu bestaunen gab, stellt sich einmal mehr die Frage, ob Federer 2017 besser ist als je zuvor. «Ich weiss es nicht, denn früher war eine andere Zeit», wich er zuerst aus, ehe er anfügte: «Ich hoffe aber schon, dass ich mich über all die Jahre verbessert habe, sonst wäre ich ja im Leerlauf gewesen, und das wäre enttäuschend.» Etwas detaillierter: «Ich spiele die Backhand sicher besser und komme einfacher auf Tempo beim Service. Die Vorhand war hingegen schon immer meine Stärke. Ob ich sie nun mit 164 oder 158 km/h schlage, macht keinen Unterschied, solange sie in der Ecke landet.»

Der Wille, sich auch im Jungseniorenalter noch stets weiterzuentwickeln, ist für Federer eine Triebfeder. «Irgendetwas musst du ständig verbessern wollen, und seien das nur Details. Das habe ich mit meinem Team immer gemacht. Deshalb spiele ich nach wie vor fürs Leben gerne Tennis.»

Erinnerung an fatales Tiebreak

Im Final vom Sonntag (ab 15 Uhr im Ticker), seinem 13. an den Swiss Indoors, kommts zum Leckerbissen gegen Juan Martín del Potro. Die beiden haben sich schon manch episches Duell geliefert, in diesem Jahr trafen sie bereits dreimal aufeinander (hier gehts zum Head-to-Head). In Miami und kürzlich in Shanghai siegte der Schweizer, am US Open der Argentinier. «Er hat mich hier in Basel schon zweimal im Final geschlagen, nun gilt es, den Spiess umzudrehen», sagt Federer, der 2012 und 2013 gegen del Potro verlor.

Er kann sich allerdings nur noch an die Niederlage 2012 erinnern: «Wenn ich zurückdenke, sehe ich das Tiebreak im dritten Satz, in dem ich völlig den ‹Zitteri› hatte. Ich wollte ein gutes Tiebreak spielen, fühlte mich dann aber schlecht und machte alles falsch.»

Del Potro und die Physis

Dass del Potro, der bereits das vierte Turnier im Oktober bestreitet, physisch angeschlagen sein könnte, daran glaubt Federer nicht: «Solche Geschichten habe ich schon genug gehört, zum Beispiel vor unserem Halbfinal in Shanghai. Er liess sich untersuchen, es hiess, er könne eventuell nicht antreten. Danach spielte er einen super Match, gewann in der Woche darauf Stockholm und ist hier erneut im Final.» Del Potro sei vielleicht müde und habe das eine oder andere körperliche Problem, «aber keines, das ihn vom Court fernhalten oder daran hindern wird, das Turnier zu gewinnen». Dafür muss Federer schon selber sorgen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JeffR am 28.10.2017 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messung

    Federer hat in seiner Karriere eigentlich durchgehend gut gespielt. Man darf einen Spieler nicht nach Grandslam Siegen pro Jahr messen. Das ist nicht normal...

    einklappen einklappen
  • Michèle am 28.10.2017 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenschmaus

    Es war ein Augenschmaus heute Roger live im Stadionzuzuschauen! schnelles präzises Tennis, der Gegner Goffin konnte einem fast leid tun. Am TV kommt das Spiel niemals so zur Geltung, es war einfach eine Galavorstellung vom Feinsten! Goffin war zwar flink und gefährlich, hatte aber keine Chance. Freuen wir uns aufs Finale, Del Potro ist ein ebenbürtiger Gegner!

    einklappen einklappen
  • S.B. am 29.10.2017 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe Tennis....

    aber warum muss die Stimmung wie bei einem Fussballländerspiel sein? Genau für das liebe ich Tennis, die Stimmung ist eben nicht wie in einem Fussballstadion und so sollte es auch bleiben!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruce21 am 29.10.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumendrücker

    Go Roger, go

  • Heinz am 29.10.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich drücke dennoch

    dem Turm aus Argentinien beide Daumen.

  • Rockpower am 29.10.2017 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer kommt danach?

    Freut euch über den Moment, denn es gibt noch keinen echten Nachfolger...

  • Professional am 29.10.2017 02:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zitteri

    Mit diesem Zitteri wird em im nächsten Spiel nicht weit kommen. Denn im Gegensatz zu bisher wartet dort ein anderes Kaliber. Besser gar nicht antreten...

    • A.D. am 29.10.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Professional

      Ich war dort und habe beide Halbfinals gesehen. Wenn ich mal beide Sieger vergleichen darf, so wirkte Delpotro müde, fast lustlos. Federers Aufschläge und Returns waren eine Wucht. Mir gefällt Delpotro als Spieler sehr. Dass er Federer im Final fordern kann bezweifle ich allerdings.

    • Brigitte am 29.10.2017 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Professional

      Es wäre besser sie würden zuerst die Weltrangliste der Herren anschauen. Es sind ausnahmslos alles sehr gute Spieler. Ich mag Juan Martin del Potro gerne, aber ihr "anderes Kaliber" wie sie ihn nennen liegt im Ranking hinter Cilic und Goffin. Geniessen sie doch einfach heute einen schönes Finale und der Bessere mag gewinnen. So einfach ist das

    einklappen einklappen
  • S.B. am 29.10.2017 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe Tennis....

    aber warum muss die Stimmung wie bei einem Fussballländerspiel sein? Genau für das liebe ich Tennis, die Stimmung ist eben nicht wie in einem Fussballstadion und so sollte es auch bleiben!!

    • Mark Meier am 29.10.2017 04:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.B.

      Auch Federer hat das sehr gefallen!

    • M.J am 29.10.2017 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.B.

      bin absolut der gleichen Meinung. Zudem ist es für den aufschlagenden Spieler bei zu viel Lärm (wie an einem Fussballmatch) schwierig die Konzentration aufrecht zu erhalten.

    • Bluebird am 29.10.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.B.

      Roger Federer in Basel ist ja eine Ausnahme...! Er spielte auch ein gutes Match. Da darf man ihm azch mal etwas Respekt zollen. Ansonsten geht es weltweit ja ruhig zu und her.

    einklappen einklappen