US Open

09. September 2010 06:18; Akt: 09.09.2010 09:01 Print

Starker Federer lässt Söderling keine ChanceStarker Federer lässt Söderling keine Chance

Roger Federer ist mit einer starken Leistung in den US-Open-Halbfinal eingezogen. Der Baselbieter bezwang den als Nummer 5 gesetzten Schweden Robin Söderling in 116 Minuten 6:4, 6:4, 7:5.

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Roger Federer konnte das Traumfinale mit Rafael Nadal nicht perfekt machen. Der Schweizer unterlag einem entfesselten Novak Djokovic in fünf Sätzen mit 7:5, 1:6 7:5, 2:6 7:5. Der Serbe wehrte im finalen Durchgang beim Stande von 4:5 und eigenem Aufschlag zwei Matchbälle ab und breakte Federer danach bei dessen Aufschlag. Dabei endet für Federer das US Open zum ersten Mal seit sieben Jahren vor dem Final. Zwei bandagierte Beine und viel Frust: Stanislas Wawrinka verliert gegen Michail Juschni mit 6:3, 6:7, 6:3, 3:6, 3:6. Auch das Racket musste unter seinem Frust leiden. Diesen Bewegungsablauf dürfte Wawrinka in nächster Zeit üben: den Aufschlag. In den letzten beiden Sätzen brachte der Romand beinahe keinen ersten Service ins Feld. Roger Federer lässt Robin Söderling keine Chance und zieht nach einem Dreisatzsieg ins Halbfinale ein. Der Schwede liess seinem Ärger beim 4:6, 4:6 und 5:7 frein Lauf. Stanislas Wawrinka ist dank einem hart erkämpften Fünfsatzsieg über den Amerikaner Sam Querrey zum ersten Mal in seiner Karriere in einen Viertelfinal eines Major-Turniers eingezogen. Der Schweizer spielte wie schon gegen Murray sehr angriffig. Querrey war beim 7:6. 6:7, 7:5, 4:6 und 6:4 aber der erwartet schwere Gegner. Im Entscheidungssatz hatte auch der Amerikaner seine Chance, das Match für sich zu entscheiden. Gegen Jürgen Melzer blieb Roger Federer wieder ohne Satzverlust. Beim 6:3, 7:6, 6:3 musste der Schweizer im Tie Break des zweiten Satzes aber auch etwas Glück in Anspruch nehmen. Der Schweizer war überall auf dem Feld anzutreffen und untermauerte mit seiner Leistung seine Favoritenrolle auf den Titel. Für den Österreicher war es zum Verzweifeln. Auch im zweiten Duell mit Roger Federer blieb Melzer chancenlos. Stanislas Wawrinka traf auf Andy Murray. Der Turnierfavorit holte sich den ersten Satz unverdient. Dann schlug Wawrinka zu und gewann die nächsten Sätze mit 7:6 (7:4), 6:3 und 6:3 und besiegte den Schotten nach zuletzt drei Niederlagen. Für Murray wirds wieder nichts mit dem ersten Grand-Slam-Sieg. Yanina Wickmayer kann es nicht fassen. Sie gewinnt den Krimi gegen Patty Schnyder. Mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:7 (6:8) setzt sich die Belgierin durch. Damit sind alle Schweizerinnen ausgeschieden. Auch in seinem dritten Spiel war Roger Federer nicht zu stoppen. Der Schweizer besiegte den Franzosen Paul-Henri Mathieu klar in drei Sätzen. Der Aussenseiter erspielte sich beim 6:4, 6:3 und 6:3-Sieg der Weltnummer 2 zwar vier Breakchancen, aber auch Mathieu konnte Federers Service nicht durchbrechen. Bittere Niederlage für Marco Chiudinelli. Der Baselbieter unterlag dem amerikanischen Service-Giganten John Isner 3:6, 6:3, 6:7 (7:9), 4:6. Wie erwartet war der Aufschlag der grösste Faktor zugunsten des Mannes, der in Wimbledon mehr als elf Stunden auf dem Platz verbracht hatte. Am Schluss wies die Statistik 24 Asse und nur einen Doppelfehler aus - einen sensationellen Wert! Stanislas Wawrinka konnte bei seinem klaren Dreisatzsieg gegen Juan Ignacio Chela überzeugen. Vor allem bei den Big Points behielt der Romand für einmal die Nerven. Chela blieb beim 7:5, 6:3, 6:4-Erfolg des Schweizers absolut chancenlos. Wawrinka trifft in der nächsten Runde nun auf Andy Murray. Zwar ohne zu zaubern, aber dennoch äusserst souverän zog Roger Federer in die dritte Runde ein. Der «Zauberer» liess dem Deutschen Andreas Beck beim 6:3, 6:4 und 6:3 nicht den Hauch einer Chance. Federers Schuhe mit der New Yorker Skyline. Auch Patty Schnyder gewann ihr Zweitrundenspiel ohne grössere Probleme. Die routinierte Schweizerin schlug die Spanierin Martinez Sanchez in zwei Sätzen mit 7:6 und 6:4. Als Letzter qualifizierte sich Marco Chiudinelli für Runde 2. Er räumte den jungen Jack Sock (USA) mit 6:1, 6:4, 1:6, 6:1 aus dem Weg. Nur drei Sätze benötigte Stanislas Wawrinka zum Auftakt. Der Romand besiegt den Kasachen Michail Kukuschkin mit 6:3, 6:2, 6:2. Patty Schnyder erreichte endlich ihren 100. Sieg an einem Grand-Slam-Turnier. Mit 6:1, 6:3 gegen Kirsten Flipkens (Be) erreichte sie souverän die 2. Runde. Dominika Cibulkova (Slk) war dagegen für die dritte Schweizerin eine Nummer zu gross. Die Slowakin setzte sich gegen Stefanie Vögele mit 6:2, 4:6, 7:5 durch. Vögele ist somit die zweite Schweizerin, welche an der Starthürde scheiterte. Roger Federer setzte sich gegen den Argentinier Brian Dabul souverän in drei Sätzen durch. Beim 6:1, 6:4 und 6:2 begeisterte Federer wie im Vorjahr mit einem zauberhaften Winner zwischen den Beinen hindurch das Publikum. Der fünffache Champion konnte seine Freude am gelungenen Trickschuss nicht ganz verbergen. Bereits ausgeschieden ist Timea Bacsinszky. Die Westschweizerin verlor gegen die Chinesin Zheng Jie mit 7:6 und 7:6.

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Federer kam mit dem extrem starken Wind und den recht tiefen Temperaturen besser zurecht als sein Paris-Bezwinger. Er schlug 18 Asse (bei nur 2 Doppelfehlern), während Söderling erst im 13. Aufschlaggame zu seinem ersten Ass kam.

Der Schwede beschleunigte seine Niederlage durch zwei massive Schwächephasen. Bei 2:2 und 40:0 im zweiten Satz beging er vier leichte Fehler in Serie und im dritten Durchgang konnte er einen 5:3-Vorsprung nicht zum «Anschlusstreffer» nützen. Federer beendete die Partie schliesslich mit zwei Assen.

Sein nächster Gegner ist am Samstag ein alter Bekannter. Federer hat in New York in den letzten drei Jahren schon gegen Novak Djokovic gespielt und den als Nummer 3 gesetzten Serben stets bezwungen. Djokovic qualifizierte sich mit 7:6 (7:2), 6:1, 6:2 gegen Gael Monfils für die Vorschlussrunde.

(si)

ATP-Weltrangliste

Rang Vorname Name Herkunft Punkte
1. Novak Djokovic Serbien 13630
2. Rafael Nadal Sp 10435
3. Roger Federer Schweiz 8010
4. Andy Murray GB 6900
5. David Ferrer Sp 4565
6. Jo-Wilfried Tsonga Fr 4425
7. Tomas Berdych Tschechien 3860
8. Mardy Fish USA 2965
9. Janko Tipsarevic Serbien 2700
10. Juan Martin Del Potro Argentinien 2630
11. Nicolas Almagro Sp 2380
12. Gilles Simon Fr 2050
13. Gaël Monfils Fr 1970
14. Robin Söderling Schweden 1940
15. Feliciano Lopez Sp 1890
16. Richard Gasquet Fr 1855
17. John Isner USA 1800
18. Alexander Dolgopolow Ukraine 1760
19. Andy Roddick USA 1745
20. Kei Nishikori Jap 1680
28. Stanislas Wawrinka Schweiz 1345
190. Marco Chiudinelli Schweiz 255
196. Stéphane Bohli Schweiz 250
251. Michael Lammer Schweiz 187
429. Adrien Bossel Schweiz 83
565. Alexander Sadecky Schweiz 45
583. Sandro Ehrat Schweiz 41
589. Yann Marti Schweiz 39
648. Henri Laaksonen Schweiz 30