Roger Brennwald

28. Oktober 2012 12:42; Akt: 28.10.2012 13:45 Print

«Federers Manager diktiert den Fahrplan»

von P. Reich - Die Swiss Indoors 2012 sind ein voller Erfolg. Doch die hängigen Verhandlungen zwischen Roger Federer und Turnierdirektor Roger Brennwald schweben wie eine dunkle Wolke über dem Turnier.

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Roger Brennwald zu den Verhandlungen mit Roger Federer. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Eigentlich ist Roger Brennwald an die abschliessende Pressekonferenz im Bauch des Basler St.-Jakobs-Park gekommen, um Erfolge zu vermelden. Trotz des enger gestaffelten Turnierkalenders und den gewichtigen Absagen von Olympiasieger Andy Murray, Vorjahres-Finalist Kei Nishikori und Schillerfalter Marcos Baghdatis war das ATP-500-Turnier auch bei der 43. Austragung ein voller Erfolg.

Nach Dubai haben die Swiss Indoors in der dritthöchsten Turnierklasse die zweitbeste Fernsehabdeckung weltweit. Das Schweizer Fernsehen zeigte beispielsweise nicht nur Roger Federers Spiele live, sondern auch jene von Stanislas Wawrinka oder Juan Martin Del Potro. Trotzdem konnte der Publikumsrekord vom letzten Jahr egalisiert werden. 72 200 Zuschauer strömten an den neun Spieltagen in die Halle.

Verlangt Federers Manager das Doppelte?

Zu verdanken haben die Swiss Indoors und Turnierdirektor Brennwald dies natürlich Roger Federer. Die Weltnummer 1 ist das unbestrittene Zugpferd. Spielt der 31-jährige Publikumsliebling, kommen die Zuschauer in Strömen und die Halle bebt. Doch wird das auch im nächsten Jahr noch so sein? Der Vertrag zwischen Federer und seinem Heimturnier läuft nach vier Jahren aus und noch haben die beiden Parteien keine Einigung über eine fortführende Zusammenarbeit gefunden.

Das Problem ist offenbar das Geld. Gemäss der «Aargauer Zeitung» erhielt Federer bislang eine Antrittsgage von rund 500 000 Franken. Brennwald will dies zwar nicht bestätigen, sagt aber, dass solche Prämien gängige Praktik seien, um Topstars zu verpflichten. Doch eine halbe Million scheinen Federer und vor allem seinem Manager Tony Godsick nicht mehr zu genügen. Offenbar fordert die Federer-Entourage für die Zukunft mehr als das Doppelte. Verlangt Federer zu viel oder zahlt Brennwald zu wenig? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Nach dem Masters wird wieder verhandelt

Federer und Brennwald kennen sich seit Jahren und sind gut befreundet. Doch das Verhältnis ist mittlerweile etwas angespannt, eine Lösung nicht in Sicht. «Das Geld ist bestimmt nicht das Problem. Das darf es auch nicht sein», sagt Federer und schiebt den schwarzen Peter Brennwald in die Schuhe. «Es hat im Vorfeld schon Verhandlungen gegeben, doch dann wollte er auf einmal nicht mehr.»

Dass es Verhandlungen gegeben hat, bestätigt auch Brennwald. Doch die liegen seit dem French Open auf Eis. «Man muss beachten, dass zwischen uns Federers Manager namens Tony Godsick steht. Er diktiert den Fahrplan», so der Turnierdirektor. «Nach dem Turnier von Basel, ich nehme an nach dem Masters, werden die Verhandlungen wieder aufgenommen.» Für die Zuschauer bleibt zu hoffen, dass sich die beiden Parteien noch finden. Es wäre für Federer und Brennwald schon etwas peinlich, wenn die Swiss Indoors im nächsten Jahr ohne den Weltstar aus Basel über die Bühne gehen würden.

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Federer zu den Verhandlungen mit Roger Brennwald. (Video: 20 Minuten Online)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz Brunner am 29.10.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    13 Mal sind wohl genug

    Federer hat 13 Mal (!) am Basler Indoors teilgenommen. Reicht das nicht? Das Turnier ist ungünstig im Terminplan und bringt wenig Punkte (500). Er verzichtet auf Paris Bercy (1000 Punkte). Reicht das nicht? Geld: Er spielt nicht bis 65. Ein Profi-Tennisspieler denkt schon vor 30 an sein Alter. Dann: Er bezahlt ein ganzes Team, er ist also eine KMU. Zahlen die Teammitglieder ihre Reisen, Hotels usw. selber? Wohnort: Sein Wohnort ist immerhin in der Schweiz, der des patriotischen Djokovic in Monte Carlo ...). Und vielleicht will RF ja mit 31 keine langfristigen Verträge mehr eingehen?

  • Susan Stoppa am 28.10.2012 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte an Roger Federer

    Ich bin - weiss Gott - eine ganz grosse Roger Federer-Bewunderin! Die feuchten Augen nach dem knappen "Nicht-Sieg" von Roger ausgewischt (ist wirklich wahr), meine Laien-Frage schlechthin: Roger Brennwald ist DER MANN, der uns durch überdurschnittliche Arbeit, Einsatz und mit ganzer Energie "Welt-Tennis" nach Basel holt. Es kann doch nicht sein, dass DIESER MANN nicht mit Roger Federer unter vier Augen sprechen kann. Als Laie ein Typ: Lieber Roger Federer, schicken Sie doch Ihren Manager mal kurz auf einen Kaffee in die eine Pause und sprechen Sie mit Roger Brennwald! Susan Stoppa

  • NickPoltripeter am 28.10.2012 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibts doch garnicht......

    Bin eh langsam der meinung das Herr Federer Gratis antreten könnte (wenigstens in Basel). Sein Preisgeld kann er ja direkt in seine Foundation stecken (verdient ja eh genug durch seine Sponsoren aktivitäten. Ah ja und solch einen Manager würde ich sonst wohin schicken! Im Geiste des Sports Ps. Hopp Federer

    • Jean Muller am 29.10.2012 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Profisport vs. Wohltätigkeit

      Warum sollte Federer gratis antreten. Es geht hier um Profisport und nicht um Wohltätigkeit! Federers Manager hat doch Recht, ein marktgerechtes Antrittsgeld zu verlangen. Brennwald kann ja ablehnen, wenn es ihm zu hoch ist, dann wird verhandelt... Wie viele Zuschauer wären ohne Federer zu Hause geblieben? Brennwald weiss doch genau wieviel Federer für sein Turnier und seine Sponsoren Wert ist! Rechnen Sie selbst: ohne Federer gibt es locker 20'000 Eintritte weniger. Das macht bestimmt mehr als die kolportierten zusätzlichen Fr. 500'000, welche Federer angeblich verlangt...

    einklappen einklappen
  • Andrea am 28.10.2012 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenze erreicht

    Geld darf nicht das Problem sein... Was dann, wenn nicht die Kohle? Klar, jetzt kommen wieder die Sprüche ohne Federer kommen die Leute nicht. Aber gibt es nicht so etwas wie eine moralische Grenze?

  • Marco Conrad am 28.10.2012 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie jetzt?

    Heisst der Direktor jetzt Roger oder Peter Brennwald??