Zurück zu alter Stärke?

22. Mai 2017 21:00; Akt: 22.05.2017 21:00 Print

Legenden als Inspiration für die Besten der Welt

Von Lendl über Becker und Edberg bis hin zu Agassi: Topspieler, die auf ehemalige Grössen ihres Sports zurückgreifen, sind im Trend.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nun also Andre Agassi. Der achtfache Grand-Slam-Sieger ist die jüngste Errungenschaft eines Weltklasse-Tennisspielers, der neue Inspiration sucht. Das wirft die Frage auf, was sich Novak Djokovic, der sich im Dezember von Boris Becker trennte, von der vorerst fürs French Open angedachten Zusammenarbeit verspricht.

Umfrage
Findet Djokovic mit Agassi noch einmal zu alter Stärke?
40 %
42 %
14 %
4 %
Insgesamt 189 Teilnehmer

Sind es technisch-taktische Inputs? Oder sieht er Agassi, der als Spieler alles erlebt hat und die letzten Jahre seiner Karriere ebenfalls als Vater bestritten hat, eher als eine Art Lebenscoach? Die nächsten Wochen werden Aufschluss darüber geben. Der Weltranglistenzweite, der seit seinem Paris-Triumph im Vorjahr eine ungewohnte Baisse durchläuft, äusserte jedenfalls vielsagend: «Er kann mein Leben auf und neben dem Court bereichern.»

Auch Nadal machts

Agassi ist das jüngste Beispiel eines ehemaligen Champions, von dem sich ein aktueller Spitzencrack neue Ideen erhofft. Roger Federer wagte 2014 das Experiment mit Stefan Edberg. Der Schwede verhalf ihm zu einem angriffigeren Stil und hob sein Netzspiel auf die nächste Stufe. Mit Ivan Ljubicic hat der Baselbieter nun erneut einen Mann an seiner Seite, der einst selber zur Weltspitze gehörte, auch wenn er nicht zu den Legenden zählt.

Andy Murray vertraut ebenfalls auf einen bekannten Namen. Der Weltranglistenerste wurde erst unter Ivan Lendl zum Grand-Slam-Sieger und reaktivierte den gebürtigen Tschechen im vergangenen Sommer, worauf er prompt zum zweiten Mal Wimbledon gewann und Ende Jahr die Nummer 1 wurde. Selbst einer, bei dem ein neuer Coach undenkbar schien, ist diesem Trend gefolgt: Rafael Nadal engagierte im Dezember den früheren French-Open-Sieger Carlos Moya, Onkel Toni Nadal wird sich Ende Jahr ganz von der Tour zurückziehen.

Umschwung mit Agassi?

Die Liste der betreuenden Granden lässt sich noch erweitern. Kei Nishikori (ATP 9) arbeitet mit Michael Chang (French-Open-Sieger 1989) zusammen, Milos Raonic (ATP 6) mit Richard Krajicek (Wimbledonsieger 1996). Der Kanadier war es auch, der im Sommer 2016 auf John McEnroe als Berater für die Rasensaison baute und danach in Wimbledon den Final erreichte.

Nun nimmt also Djokovic einen neuen Anlauf mit einer Legende. Zum Favoriten für das am Sonntag beginnende French Open macht ihn dieser Schachzug allein noch nicht. Aber vielleicht findet Agassi ja jenen Zugang zum Serben, der ihn zurück auf den richtigen Weg bringt.

(kai)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrée A am 22.05.2017 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Eine gewisse Bescheidenheit - bravo

    Ach der André :-) schön ist doch einfach, dass die auch nicht schlanker, schöner und jünger werden, so wie wir auch. Wenigstens "eine" Gerechtigkeit. Allerdings gehört er zu jenen, die die Füsse auf dem Boden behalten haben. Bravo, nicht zuletzt ist dies das Verdienst von Steffi. Eine gewisse Bescheidenheit ist halt auch Intelligenzsache. Bravo.

    einklappen einklappen
  • Petra von Zinken am 22.05.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Legenden!

    Man sieht das ja bei Federer. Das bringt auf jeden Fall etwas. Nadal hätte das schon lange tun sollen.

  • Lecki Gruni am 23.05.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Agassi, do it!

    Man hat bei Edberg, Moya, Becker, Ivanisevic gesehen, wie weit sie ihre Schützlinge gebracht haben. Denke Agassi wird sehr nützlich sein. Das waren wirkliche Legenden. VeRisse die tolle Zeit von damals.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rela Tiv am 23.05.2017 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja

    Seit wann gehört denn rf zu den besten der welt? Der typ hatte bei 14 von seinen 18 gs einfach keinen gegner, die waren damals alle so grottenschlecht das sogar ein einäugiger gewonnen hätte weil auch ein blindes huhn findet mal ein korn.

  • Lecki Gruni am 23.05.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Agassi, do it!

    Man hat bei Edberg, Moya, Becker, Ivanisevic gesehen, wie weit sie ihre Schützlinge gebracht haben. Denke Agassi wird sehr nützlich sein. Das waren wirkliche Legenden. VeRisse die tolle Zeit von damals.

  • Petra von Zinken am 22.05.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Legenden!

    Man sieht das ja bei Federer. Das bringt auf jeden Fall etwas. Nadal hätte das schon lange tun sollen.

  • Andrée A am 22.05.2017 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Eine gewisse Bescheidenheit - bravo

    Ach der André :-) schön ist doch einfach, dass die auch nicht schlanker, schöner und jünger werden, so wie wir auch. Wenigstens "eine" Gerechtigkeit. Allerdings gehört er zu jenen, die die Füsse auf dem Boden behalten haben. Bravo, nicht zuletzt ist dies das Verdienst von Steffi. Eine gewisse Bescheidenheit ist halt auch Intelligenzsache. Bravo.

    • Mike Gerber am 23.05.2017 06:58 Report Diesen Beitrag melden

      Früher war es aber anders

      Er ist eben nicht mehr der gleiche wie damals, als er noch Crack geraucht hat.

    einklappen einklappen
  • marko 32 am 22.05.2017 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super