Leere Plätze

16. November 2017 11:53; Akt: 16.11.2017 14:38 Print

Der traurige Höhepunkt der Tennis-Saison

Die Abwesenheit der verletzten Stars an den ATP World Tour Finals sorgt für leere Ränge in der sonst ausverkauften O2-Arena.

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Die Tenniswelt nach der Ära der grossen fünf: Die ATP Finals bekommen diese Woche einen Vorgeschmack darauf. Und es ist kein schönes Bild. Nie blieben in der O2-Arena so viele Plätze leer.
Novak Djokovic ist in London omnipräsent. Zumindest, wenn man mit der U-Bahn in der O2-Arena ankommt.

Gleich dutzendfach wirbt Lacoste mit seinem Konterfei an Wänden, Decken und Rolltreppen. «Christmas Crocodiles» nennt sich die Kampagne in Anlehnung an das Logo der französischen Traditionsmarke. In der Realität fehlt Djokovic an den ATP Finals, weil der fünffache Masters-Champion seine Saison nach Wimbledon abbrechen musste.

Genauso wie Titelverteidiger Andy Murray, Stan Wawrinka, Kei Nishikori, Milos Raonic und seit Montag auch Rafael Nadal. Auf die Zuschauerzahlen wirkt sich das deutlich aus.

Weniger als 16'000 Zuschauer

Noch immer ist die Halle stets zu mindestens rund 85 Prozent voll. Bereits vor zwölf Monaten, als Federer und Nadal fehlten, gingen die Zuschauerzahlen deutlich zurück. Zu drei Sessions – es werden jeweils separate Tickets für die Nachmittags- und Abendspiele verkauft – waren im letzten Jahr weniger als 16'000 Zuschauer gekommen. Zuvor hatte es keine einzige Partie mit weniger als 16'000 Fans gegeben, seit die Arena 2012 auf 17'800 Plätze ausgebaut worden war.

Im Vergleich zur Rekordmarke von 2014 mit insgesamt 263'560 verkauften Tickets kamen letztes Jahr über 11'000 Fans weniger. In diesem Jahr unterboten von bisher acht Sessions bereits vier die Marke von 16'000 Zuschauern, ein Negativrekord ist absehbar. Ausverkauft war die Halle nur zweimal, bei beiden Spielen von Roger Federer. Auch bei Nadals einzigem Auftritt blieben nur ganz wenige Plätze leer.

Es fehlen die Zugpferde

Ein Tag wie der Mittwoch mit Dominic Thiem, Grigor Dimitrov, David Goffin, Pablo Carreño Busta sowie vier Doppelpaaren in Aktion ist hingegen nicht nach dem Geschmack des anspruchsvollen Londoner Publikums. Zudem sorgen stagnierende Löhne und die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexit dafür, dass viele Engländer die Gürtel enger schnallen müssen. Die bittere Wahrheit für die ATP in der nahen Zukunft ist klar: Ohne Federer, Nadal sowie – in etwas geringerem Mass – Djokovic, Murray und Wawrinka fehlen die Zugpferde. Alle fünf sind über 30 Jahre alt und werden über kurz oder lang von der Bühne abtreten. Bis Leute wie Alexander Zverev die Massen in die Stadien holen, dürfte es noch eine Weile dauern – wenn überhaupt.

Federer relativiert

Roger Federer glaubt nicht daran, dass die neue Generation so bald das Zepter übernehmen kann, obwohl er gerade Zverev eine grosse Zukunft prophezeit. «Novak, Murray und Stan sind drei Spieler, von denen ich auf keinen Fall sagen könnte, die kommen nicht mehr richtig zurück», sagt der 36-jährige Basler. «Ich glaube, die Jungen brauchen schon noch etwas Zeit.» Er erwartet zunächst mal eine interessante Zeit, da vor allem Djokovic (aktuell Weltnummer 12), Murray (16) und Wawrinka (8) erst einmal tiefer gesetzt sein werden als üblich.

Federer sieht die vielen Verletzungen nicht so dramatisch: «Die sind eigentlich normal in dem Alter.» Um sie zu verhindern, müsste man «zehn Jahre unseres Alters wegnehmen, dann ginge es uns vermutlich besser», meinte er lachend. «Früher hatten viele Spieler ihre Karriere in dem Alter bereits beendet oder waren kurz davor.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • guhu am 16.11.2017 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein King

    King Roger! Alles gute weiterhin und beste Gesundheit.

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  • hst am 16.11.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überborden

    Könnte es nicht auch an den orbitanten Eintrittspreisen liegen. Gleich welche Sportart: "darfs es bitzeli meh si?" Ah, die armen Spitzensportler müssen ja auch von was leben.

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  • Chupi am 16.11.2017 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstäbdlich...

    ... denn alle GROSSEN, ausser Federer sind nicht (mehr) nachdem Nadal aufgegeben hat, dabei!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aram Samsam am 17.11.2017 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Alles sehr seltsam

    In einem Kommentar schrieb ein User, dass alle die Kritik an Federer üben arme Menschen seien. Federee ist ein sehr guter Tennisspieler aber an eine Saison, wie wir sie dieses Jahr hatten, kann ich mich nicht erinnern! Drei bzw. vier der besten Spieler der Welt verletzt und der Weg ist damit frei für Roger alles zu gewinnen, wo er nur aufschlägt. Bei mir hinterlässt das einen komischen Eindruck.

  • wasp am 17.11.2017 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das Niveau ist unterirdisch

    Kein Vergleich zu den Vorjahren. Was sich die so genannte nächste Generation leistet, ist schon schwach. Zverev zum Beispiel, kommt der vom hohen Ross nicht runter, wird das nix. Die Nummer 3 der Welt! Wenn alle fit sind, kommt einer wie er mit dieser Einstellung nie und nimmer unter die Top 5.

  • Knallerbsenstrauch am 17.11.2017 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht den Kopf zerbrechen

    Ich erfreue mich an dem Turnier egal wer da spielt. Hauptsache es gibt schöne Ballwechsel. Was nicht so schön ist wie mit den Geldern rumgeworfen wird. Doch das haben wir nicht zu entscheiden also zerbreche ich mir auch den Kopf nicht darüber.

    • Limbacher Hupfdohle am 17.11.2017 06:41 Report Diesen Beitrag melden

      Hauptsache Spaß

      So gehe ich auch immer an die Sportarten. Hauptsache es macht Spaß. Hoffe unser King spielt noch lang.

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  • Lübecker Besucher am 17.11.2017 03:01 Report Diesen Beitrag melden

    Federer holt die 1.500 Pkt!

    Soll ich einmal Prophet spielen?! Thiem spielt gegen seinen Angstgegner Goffin. Goffin kommt in 3 Sätzen ins Halbfinale gegen Federer. Da Goffin ein Lieblingsgegner von Federer ist, verliert er klar in 2 Sätzen. Dimitrov hingegen besiegt Sock in 3 engen Sätzen. Federer wird am Sonntag gegen Dimitrov Weltmeister in 2 relativ glatten Sätzen. So soll man es schreiben, so wird es geschehen!

    • Sarah Bott am 17.11.2017 03:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wie auch immer, Roger holt den Titel

      So ähnlich wird es ausgehen. Da ist derzeit niemand mehr im Turnier, der Roger nur annähernd gefährden kann. Thiem wäre ein Gegner, der Roger ärgern könnte. Schauen wir mal.

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  • Leo Bär am 16.11.2017 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tennisfan

    Ich frage mich, wieso Leute hier Kommentare abgeben, wenn sie Tennis nuchts am Hut haben, vom Spiel nichts verstehen und es langweilig finden. Wenn etwas mich nicht interessiert, dann schaue ich es doch gar nicht. Oder ist es ein Zeitvertrieb während der Arbeitszeit???