Schweiz vs. USA

08. Februar 2012 13:48; Akt: 08.02.2012 13:51 Print

Federer brennt auf Revanche für 1992Federer brennt auf Revanche für 1992

von Philipp Reich - Die bittere Finalpleite im Davis-Cup-Final gegen die USA 1992 ist noch nicht vergessen. Auch Roger Federer erinnert sich daran und will es den Amerikanern zum zweiten Mal heimzahlen.

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Die Schweizer verlieren das Davis-Cup-Duell gegen die USA mit 0:5. Roger Federer & Co. sind entsprechend traurig nach dieser Klatsche. Nach dem bereits besiegelten Aus und dem 0:3-Rückstand kommen am Sonntag Michael Lammer und Marco Chiudinelli in den Genuss, vor dem Heimpublikum aufzuspielen. Roger Federer ist dennoch in der Halle, um seine Teamkollegen anzufeuern. Dort unterstützt er sein Team während den letzten beiden Davis-Cup-Partien tatkräftig. Lammer gegen Ryan Harrison (ATP 95) wie auch Chiudinelli gegen John Isner gehen jedoch als Verlierer vom Platz. Der Heimauftritt in Fribourg ist Geschichte. Enttäuschte Gesichter bei den Beteiligten. Auch wenn das Duell gegen die USA bereits entschieden ist, wird in Fribourg nochmals die Unterlage poliert. Hängende Köpfe bei den Schweizern: Auch das Doppel ging verloren. Jubel hingegen bei den Amerikanern. Mardy Fish und Mike Bryan haben das 3:0 für die USA besiegelt. Auch die lautstarke Unterstützung der Schweizer Fans nützte nichts. «Kopf hoch»: Roger Federer bedarf nach der frustrierenden Pleite gegen John Isner des Trostes von Teamcaptain Severin Lüthi. Die wenigen US-Fans in Fribourg hatten am Ende des Tages mehr zu jubeln... ... als die vielen Schweizer Zuschauer. Derweil kümmert sich der US-Crack um seine Fans und lässt verlauten, «das Spiel meiner Karriere» gezeigt zu haben. 2:6, 6:4, 6:4, 1:6 und 7:9 in 4 Stunden und 26 Minuten: Stanislas Wawrinka muss sich im Marathon-Krimi Mardy Fish beugen. Die Weltnummer 8 legt damit für das US-Team vor. Am Freitagmittag wurde die Davis-Cup-Runde gegen die USA eröffnet. Die Nationalhymnen wurden mit dem Alphorn gespielt. Die Auslosung will es so, dass Roger Federer in seinem ersten Einzel auf John Isner trifft. Federer schreitet etwas unsicher vor der gegnerischen Mannschaft vorbei. Das obligate Gruppenbild. Als Glücksfee bei der Auslosung amtete der frühere russische Hockeystar Wjatscheslaw Bykow, der auch für Fribourg spielte. Ein Autogramm des Maestro durfte natürlich nicht fehlen. Roger Federer interessiert sich während einer Trainingspause für Stanislas Wawrinkas Tochter Alexia. Ein lockeres Tête-à-tête der beiden Tennis-Stars mit ihrem Captain. Die Kleine untersucht Papis Arbeitsgerät. Wawrinkas Ehefrau Ilham Vuilloud beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Trainier doch mit diesem Racket, scheint der Tipp der Tochter zu sein. Federer kann nicht zusehen, wie sich Wawrinka aufwärmt. Auf dem Platz geht Roger Federer konzentriert zur Sache. Zwischendurch darfs auch ein bisschen lustig sein. Der spezielle Gruss der Schweizer Nummern 1 und 2. Auch chinesische Fans lieben Federer. Federer will den Amerikanern die Bälle um die Ohren hauen. Federer wird von Captain Severin Lüthi beobachtet. An der Medienkonferenz ging es auch lustig zu und her. Federer steht natürlich ganz klar im Fokus. Fribourg ist der Austragungsort der Davis-Cup-Begegnung zwischen der Schweiz und den USA. Federer gibt Stanislas Wawrinka Erklärungen. Der «Maestro» ist gut gelaunt. Die beiden besten Schweizer Tennisspieler der Gegenwart sollen es gegen die USA richten. Im Training durfte auch ein kurzes Fussballspielchen nicht fehlen.

Die besten Bilder zum Davis-Cup-Duell zwischen der Schweiz und den USA.

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Vor etwas mehr als 19 Jahren qualifizierte sich die Schweiz dank Siegen über Holland, Frankreich und Brasilien zum bislang einzigen Mal für den Davis-Cup-Final. Jakob Hlasek und Marc Rosset, die Nummern 35 und 36 der Welt, trafen in Fort Worth bei Dallas auf das US-Dreamteam mit John McEnroe, Jim Courier, Pete Sampras und Andre Agassi. Trotz harter Gegenwehr mussten sich die Eidgenossen mit 1:3 geschlagen geben und verpassten so den ganz grossen Coup.

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Dabei hatte es zunächst gar nicht so schlecht ausgesehen. Die rund 1500 Schweizer Fans sorgten mit Hunderten von Fahnen, Kuhglocken und Gesängen für eine tolle Stimmung im «Tarrant Convention Center». «Ich dachte, wir hätten ein Auswärtsspiel», erinnerte sich Agassi später. Trotz der Schweizer Schlachtenbummler hatte Jakob Hlasek im ersten Einzel gegen den damals noch langhaarigen Paradiesvogel keine Chance und verlor mit 1:6, 2:6, 2:6 deutlich.

Marc Rosset schaffte mit einer kämpferischen Leistung gegen Jim Courier schliesslich den Ausgleich. In viereinhalb Stunden rang der Genfer die damalige Weltnummer 1 mit 6:3, 6:7, 4:6, 6:4, 6:4 nieder, verpuffte dabei aber wertvolle Kräfte. Im Doppel vom Samstag gewannen Hlasek/Rosset gegen das ungleiche Duo Sampras/McEnroe die ersten beiden Sätze im Tie-Break, obwohl die Amerikaner in Sachen Fan-Utensilien nachgerüstet hatten. Über Nacht hatte die Stadtverwaltung über 3000 USA-Fahnen für die Zuschauer aufgetrieben.

Agassi spuckt - McEnroe wütet

Im US-Team brach Panik aus. Die Schweizer Spieler wurden von der US-Trainerbank beschimpft. Agassi soll gar in Richtung von Rosset gespuckt haben. Die Schweizer liessen sich einschüchtern und verloren den dritten Satz kurz vor dem Einzug ins Tie-Break. Beide Teams legten daraufhin eine Pause in der Kabine ein. Dort flippte der damals 33-jährige McEnroe völlig aus und stachelte den 12 Jahre jüngeren Sampras so richtig an. «Ich werde nie vergessen, wie er auf Sampras losging, schrie und wild gestikulierte. Dabei war er nicht einmal unser Captain», erzählt Courier dem «Tages-Anzeiger».

Auch das nützte: Hlasek und der völlig entkräftete Rosset verloren 6:7, 6:7, 7:5, 6:2, 6:1. Es war wohl die Vorentscheidung. Hlasek verlor am Sonntag das dritte Einzel gegen Courier in vier Sätzen, und so musste sich die Schweiz dem haushohen Favoriten schliesslich doch geschlagen geben. Die «hässlichste Salatschüssel der Welt» blieb in den USA.

Federers Chance zur zweiten Revanche

Roger Federer war bei der Schweizer Finalniederlage 1992 erst 11 Jahre und vier Monate alt. Allzu viel weiss Federer von damals nicht mehr. «Ich erinnere mich lediglich daran, dass die USA damals ein schier unschlagbares Jahrhundert-Team hatten mit Agassi, Courier, McEnroe und Sampras.» Der Final sei in der Schweiz ein grosses Thema gewesen, obwohl er weit weg stattgefunden habe. «Es wäre schön, am kommenden Wochenende Revanche zu nehmen für die Finalniederlage 1992.» Auch weil mit Courier ein damaliger Spieler mittlerweile Captain des heutigen US-Teams ist.

Für Federer ist die Erstundenpartie 2012 nicht das erste Davis-Cup-Duell mit den Amerikanern. Vor genau 11 Jahren sicherte er den Schweizer Sieg ebenfalls in der ersten Runde mit einem 7:5, 6:2, 4:6 und 6:2 gegen Jan-Michael Gambill, die damalige Nummer 55 der Welt. Es war der bislang einzige Erfolg der Schweiz gegen den Rekordsieger. Ein gutes Omen für die zweite Revanche für die Finalniederlage von 1992.

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  • Sven am 08.02.2012 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    da war ich 8 Jahre alt, aber mag mich an das Spiel noch erinnern. vorallem als einer der beiden Amis, den Ball mit der Hand rübergespielt hatte

ATP-Weltrangliste

Rang Vorname Name Herkunft Punkte
1. Novak Djokovic Serbien 11800
2. Rafael Nadal Sp 10060
3. Roger Federer Schweiz 9790
4. Andy Murray GB 7500
5. Jo-Wilfried Tsonga Fr 4965
6. David Ferrer Sp 4640
7. Tomas Berdych Tschechien 4500
8. Janko Tipsarevic Serbien 3010
9. Juan Martin Del Potro Argentinien 2910
10. Mardy Fish USA 2625
11. John Isner USA 2620
12. Gilles Simon Fr 2615
13. Gaël Monfils Fr 2165
14. Nicolas Almagro Sp 2095
15. Juan Monaco Argentinien 1945
16. Fernando Verdasco Sp 1765
17. Feliciano Lopez Sp 1725
18. Kei Nishikori Jap 1690
19. Alexander Dolgopolow Ukraine 1665
20. Richard Gasquet Fr 1600
21. Stanislas Wawrinka Schweiz 1505
136. Marco Chiudinelli Schweiz 409
262. Michael Lammer Schweiz 183
270. Stéphane Bohli Schweiz 176
402. Adrien Bossel Schweiz 96
490. Henri Laaksonen Schweiz 67
536. Alexander Sadecky Schweiz 54
555. Sandro Ehrat Schweiz 49
672. Yann Marti Schweiz 30