ATP World Tour Finals

15. November 2017 10:56; Akt: 15.11.2017 11:10 Print

Federer fehlt Vertrauen, um «Guzzi» zu geben

Roger Federer musste in London gegen Alexander Zverev sein Spiel umstellen und in der Not auf Plan B zurückgreifen.

Taktische Umstellung: Roger Federer im zweiten Gruppenspiel gegen Alexander Zverev. (Video: AP/Tamedia)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Es war ein ungewohntes und zum Teil etwas beunruhigendes Bild: Federer suchte immer wieder Zuflucht in Rückhand-Slice-Bällen. Dabei war er in diesem Jahr mit bedingungslosem Offensiv-Drang von Sieg zu Sieg geeilt. Am Dienstagabend in London musste er aber gegen einen starken Alexander Zverev auf Plan B zurückgreifen.

«Ich habe mich einfach nicht gut gefühlt auf der Rückhand», erklärte Federer nach dem 7:6, 5:7, 6:1-Sieg gegen die Nummer 3 der Welt, der ihm bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Marin Cilic die Halbfinal-Qualifikation sicherte. «Ich konnte meine Schläge nicht gut durchziehen.» Der 36-jährige Masters-Rekordsieger führte dies darauf zurück, dass ihm – wie den anderen Spielern auch – so früh im Turnier noch der Rhythmus fehle. «So schleichen sich Fehler ein, und du verlierst etwas das Vertrauen.» Dann mache man automatisch einen Schritt nach hinten. «Um von da noch Winner zu schlagen, musst du recht Guzzi geben. Und das habe ich im Moment noch nicht drauf.»

«Vieles gut gemacht»

Letztlich war Federer aber natürlich zufrieden mit seinem Arbeitstag. «Ich habe heute auch vieles gut gemacht und viele Informationen über meine Defensive erhalten.» Die Idee sei schon gewesen, offensiver zu spielen, aber er habe sich am Ende entschieden, «unten durch und mit Slice» zu spielen, anstatt sich frustrieren zu lassen und dem Gegner einen Punkt nach dem anderen zu schenken, sich für jeden Punkt neu zu motivieren und in der Defensive Bälle auszugraben. «Deshalb ist dieser Sieg Gold wert, weil er mir gezeigt hat, dass ich auch so gewinnen kann.»

Zudem hat er am Mittwoch frei und spielt am Donnerstag die Partie gegen Cilic, bei der es für ihn «nur» noch um die 200 ATP-Punkte und 191'000 Dollar Preisgeld geht. Den Gruppensieg hat Federer bereits auf sicher. Die ideale Gelegenheit, an seinem Rhythmus und Offensivspiel zu arbeiten.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • StefanO am 15.11.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Aber hallo?

    Gesegnet ist der Spieler, der kein Vertrauen hat um Guzzi zu geben und den 3. Satz gegen die Nr. 3 trotzdem mit 6:1 gewinnt!

    einklappen einklappen
  • Mike Simon am 15.11.2017 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube nicht...

    dass es Federer um die 191'000 Siegprämie gegen Cilic geht, wie im Artikel beschrieben. Aber die 200 Punkte um das Rennen der NR. 1 nächstes Jahr, dass kann ich mir vorstellen.

    einklappen einklappen
  • Lorenzo am 15.11.2017 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportler des Jahres

    Bravo Roger, wir sind stolz auf Dich und müssen uns nicht entschuldigen für einige Pfiffe etc. Du bist auch neben dem Platz der beste Ambassadeur den man sich wünschen kann. Vielen Dank für Deine Erfolge in diesem Jahr und für mich bist Du klar unser Sportler des Jahres!!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Liseli am 16.11.2017 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Federer bereits Gruppenerster?

    Warum hat Federer den Gruppensieg auf sicher? Er könnte gegen Cilic in zwei Sätzen verlieren, Zverev könnte gewinnen gegen Sock: wäre dann nicht Zverev Gruppensieger?

    • Kasa am 16.11.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

      Direktbegegnung bei Punktgleichheit!

      Nein, weil Zverev gegen Federer verloren hat würde bei Punkt- und Satzgleichheit die Direktbegegnung zählen.

    • Pumpi am 17.11.2017 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Liseli

      Er hatte vor seinem Spiel gehen Colic die beiden Partien gegen Zverev und Spck gewonnen und stand als Halbfinalist fest, weil bei 3 Partien sind die Spieler mit 2Siegen im Halbfinal und die mit nur einem Sieg oder keinem scheiden aus. Also sind in Rogers Gruppe Sock und Roger im den Haldfinals und Zverev und Cilic sind draussen.

    einklappen einklappen
  • M. Prügel am 15.11.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mr. Perfect nicht perfekt!

    Federer fehlt das was ich habe. Einen riesigen Prügel. Ich habe meine 4 Kinder ohne künstliche Befruchtung hinbekommen. 2 mal Zwillinge, genau. Ihr glaubt noch an den Grinch oder?! Mr. Perfect ohne Tinte auf dem Füller.

    • Der Rudi am 15.11.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Kinder sind natürlich gezeugt!

      Hier geht es um seine sportlichen Talente und nicht um seiner Qualitäten auf der Matratze mein Herr!

    • Päde am 16.11.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      Wir sehen was, das du nicht siehst

      Herzliche Gratulation. Ich habe gleich beim ersten duchlesen erkannt; Federer hat was, was du nicht hast. Wahre GRÖSSE.

    einklappen einklappen
  • käfe am 15.11.2017 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Noch was

    Alle welche Geld im Tennis als Anreiz nehmen, sind einfach nur Bemitleidenswert. Wer so weit kommt wie jener in die Top Ten, hat andere Ziele zu verfolgen als Kohle! Wie kann man nur denken dass die für Kohle spielen? Schwachsinn plus 100!! Der Sport bringt vieles mehr als nur Kohle! Du wirst in einem Atemzug mit den besten Genannt...Darum geht es in diesem Sport!! Die Kohle ist 2.Rangig, logisch nimmt man das, wer würde das nicht....für seine positive Arbeit!

  • Normalo am 15.11.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    Es ist sehr spannend wie schnell die Federer-Vergötterer in die Luft gehen und zum Teil auch agressiv schreiben. Die Fans akzeptieren keine Kritik über ihren Gott, über ihren Helden ihren Maestro. Akzeptiert das es Leute gibt die ihn nicht anhimmeln und vergöttern

    • Fritzzz am 15.11.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Sekte

      Danke. Du sprichst mir aus der Seele. Hat schon was sehr sektenhaftes!

    • Zufriedener am 15.11.2017 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Anstand und Respekt wäre schön!

      @Normalo: Hier geht es um Respekt. Niemand hier hat RF vorzuschreiben was er machen soll, geschweige denn wann er zurücktreten soll!

    • Most Wanted am 15.11.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Normalo

      Welche Kritik den? Es gibt keine Kritik, da simple Provokationen und unbegründete Behauptungen nicht unter Kritik fallen. So einfach ist das. Nur weil man RF nicht mag, gibt es nicht automatisch berechtigte Kritik. Und sonst bitte Beispiele bringen. Dürfte aber schwierig werden.

    • Andy F am 15.11.2017 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      Normal

      Na ja, die Kritik ist oft persönlich und wirkt gesucht - es gibt halt nicht so viel zu kritisieren, bei fantastischem Tennis in allen Schattierungen und lediglich vier Niederlagen 2017 ... Man muss ihn nicht mögen, aber sein Spiel muss man bewundern.

    einklappen einklappen
  • Professional am 15.11.2017 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Die zahlreichen Netzroller haben Federer wieder mal gerettet. Jedermann verliert das Vertrauen, wenn ein Sieg auf Glück statt auf bewusstem Können beruht; das ist nur natürlich. Die Glücksfee wird aber nicht immer da sein und Federers Kopf streicheln. Bald wird er auf den Boden der Realität zurückfallen.

    • welche Brille? am 15.11.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Frage

      Haben sie das Spiel als Federer-Gegner beobachtet oder als neutraler Zuschauer? Zverev hatte ebenso Glück bei Netzrollern..

    • T.S. am 15.11.2017 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Professional

      und wie oft müssen wir das noch lesen dieses Jahr? jeder Spieler hatte es selber in der Hand federer auf dem Platz zu schlagen.

    • Krümelmonster am 15.11.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Professional

      Wow, heute sogar zwei Kommentare im gleichen Artikel. Ich gratuliere. Es sind diese Woche noch mehr Artikel zu erwarten. Mach dich fit.

    • Marc am 15.11.2017 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Glück im Leben

      Wer mit zahlreichen Netzrollern zu 19 Grand Slam Titeln kommt, der hat trotzdem vieles richtig gemacht. Da wird wohl auch die Glücksfee nur noch staunen. Sie können ja wieder Kritisieren wenn Sie selber 20 Grand Slams gewonnen haben... bleibt die Frage ob das die Glücksfee noch erleben wird.

    einklappen einklappen