Wimbledon

11. Juli 2018 19:07; Akt: 11.07.2018 19:29 Print

Federer verliert Tennis-Krimi trotz Matchball

Trotz 2:0-Satzführung – Roger Federer verliert die Viertelfinal-Partie gegen Kevin Anderson nach über vier Stunden Spielzeit.

Der Matchball von Kevin Anderson. (Video: SRF)
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Die grösste Chance zum Sieg vergab Federer bei 5:4 und Aufschlag Anderson im dritten Durchgang, als er einen Matchball nicht nutzen konnte. Der als Nummer 8 gesetzte Südafrikaner, der vorher gegen Federer noch nie einen Satz gewonnen hatte, profitierte damit von einer verzogenen Rückhand Federers bei einem schwierigen Passierball-Versuch.

Bis zum Verlust des dritten Durchgangs hatte der Basler in Wimbledon seit dem vor zwei Jahren gegen Milos Raonic verlorenen Halbfinal 34 Sätze in Folge gewonnen. Er war auf dem für ihn ungewohnten Court 1, auf dem erstmals seit 2015 wieder einmal spielte, glänzend gestartet, hatte Anderson gleich im ersten Satz gebreakt und den ersten Satz in nur 26 Minuten gewonnen. Danach steigerte sich der Südafrikaner aber kontinuierlich, während Federer vor allem mit der Vorhand mehr Fehler als gewöhnlich unterliefen.

Starkes Aufschlagspiel von Anderson

Zum 0:2 im zweiten Satz musste er erstmals nach 85 gewonnenen Aufschlagspielen wieder einmal seinen Service abgeben. Der achtfache Wimbledonsieger konterte aber mit einem Break zum 2:3 und ging nach einem soliden Tiebreak mit 2:0 Sätzen in Führung.

Weitere Breaks gelangen ihm gegen den starken Aufschläger Anderson (28 Asse) aber nicht mehr. In den Sätzen drei bis fünf reichte dem Südafrikaner jeweils ein gewonnenes Returnspiel. Im epischen fünften Satz war Federer zunächst etwas näher an der Entscheidung. Er kam bei 4:3 zum lange Zeit einzigen Breakball, den Anderson aber mit einem Aufschlagwinner abwehrte. Mehrere Male fehlten ihm in der Folge zwei Punkte zum Sieg.

Zweistellige Zahlen im fünften Satz

Nachdem er sieben Mal erfolgreich gegen den Matchverlust aufgeschlagen hatte, war es aber Anderson, dem zum 12:11 das entscheidende Break gelang. Nach 4:14 Stunden verwertete er dann standesgemäss mit einem Servicepunkt seinen ersten Matchball.

Federer verlor erst zum zweiten Mal in Wimbledon eine Partie nach einer 2:0-Satzführung - nach 2011 gegen Jo-Wilfried Tsonga, ebenfalls im Viertelfinal. Bei einem Grand-Slam-Turnier passierte ihm das wenig später auch noch im Halbfinal des US Open gegen Novak Djokovic.

Wimbledon. Grand-Slam-Turnier (44,4 Millionen Franken/Rasen). Männer. Viertelfinals: Kevin Anderson (RSA/8) s. Roger Federer (SUI/1) 2:6, 6:7 (5:7), 7:5, 6:4, 13:11. Novak Djokovic (SRB/12) s. Kei Nishikori (JPN/24) 6:3, 3:6, 6:2, 6:2.

Tennis

(fsc/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Real am 11.07.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    So Traurig

    Wieso hat es im Tennis oder Eishockey eigentlich immer 2 kompetente Kommentatoren und beim Fussball hat es keinen?

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  • Swissman am 11.07.2018 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    die einzige Konkurrenz

    Er ist soviel besser als alle anderen, dass ihm gar nichts anderes übrig bleibt als seine eigenen Rekorde zu jagen. Lang lebe der King!

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  • Need Coffee am 11.07.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Was seid ihr für

    Schweizer? Schade das viele so missgünstig sind, aber da spiegelt sich mehr und mehr unsere Gesellschaft wieder. Federer spielt seit Jahren erstklassiges Tennis und vertritt die CH wie kein anderer! Geniesst es doch einfach oder schaut etwas anderes.

Die neusten Leser-Kommentare

  • JANGDEBANG am 12.07.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Armer RF

    Der grosse Gewinn und der Pokal sind weg. Hoffentlich muss RF jetzt nicht stempeln gehen...

    • Stefan am 12.07.2018 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @JANGDEBANG

      Er ist selbstständig. Nichts mit stempeln.

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  • carla am 12.07.2018 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    juhuiiiii

    wie toll ist das denn :-) Freude herrscht. Gratulation an anderson! rotscher vum gras gfegt, genial.

  • Daniel Zeller am 12.07.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Profit zu Lasten Schwächster

    Jetzt hat Roger Federer endlich Zeit mit seinem neuen Bekleidungssponsor zu reden und die schlechten und unbezahlten Löhne des Herstellers zu thematisieren. Also mit Charakter, wie ich es erwarte, hat das nichts mehr zu tun. Das prüft man doch bevor man einen solchen Vertrag unterschreibt. Aber wahrscheinlich wurde nur auf die Summe geschaut.

  • CH-Tennisgeniesserin am 12.07.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nadal in: Fedi out

    Viel Geld, ungenügender Sport. Er und sein j....Financier sollen Geld bekommen und in der Schweiz versteuern. Aber sportlich von den Bildschirmen verschwinden. Sein Tennis reduziert sich auf Service, ist langweilig für die Zuschauer. Nadal in: Fedi out.

  • von Arx Rolf am 12.07.2018 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Tennis Legende

    Federers Zeit ist im Tennis abgelaufen, wir müssen Lange Warten bis wieder ein Schweizer oder Schweizerin das Bieten kann wie dieser Federer. Roger Federer ist die Tennis Legende. Keiner wird Ihn übertrumpfen können.

    • Pirmin Meier am 12.07.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Würden Sie einen Monatslohn wetten?

      Würden Sie wetten, dass er die 100 mit ATP-Siegen nicht mehr schafft und würden Sie einen Monatslohn wetten, dass der von Ihnen Abgeschriebene die US Open und die nächsten Australian Open auf keinen Fall gewinnt? Würden Sie ihn auch für die Jahresend-Tour der besten 8 im Saal-Tennis abschreiben? Federer kann noch immer so viel gewinnen, wie ein Heinz Günthard in seiner ganzen Karriere geschafft hat.

    • Martin am 12.07.2018 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @von Arx Rolf

      Kein Schweizer interessiert sich dafür , so etwas langweiliges wie Tennis , professionell zu machen. Ein Beruf lernen ist viel besser.

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