French Open

06. Juni 2018 20:56; Akt: 06.06.2018 21:56 Print

Regen und Fragezeichen um Nadal

Rafael Nadal verliert erstmals seit drei Jahren in Paris wieder einen Satz, dann wird er vom Regen gerettet. Der Sandkönig muss auch physisch leiden.

Das Wetter als Beistand: Rafael Nadal leidet in seinem Viertelfinal gegen Diego Schwartzman. (Video: SRF)
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Derart in Rücklage geriet Rafael Nadal in seiner Wohnstube im Stade Roland-Garros lange nicht mehr. Das 6:4 des Argentiniers Diego Schwartzman, der Nummer 12 der Welt, im ersten Satz hat fast schon historische Ausmasse. Seit der Viertelfinal-Niederlage gegen Novak Djokovic vor drei Jahren und nach 37 gewonnenen Sätzen in Folge verlor der 32-jährige Spanier erstmals wieder einen Satz.

Siege, Niederlagen und Regen in Paris

Dennoch ist das Resultat fast das Beste, was Nadal vom Mittwoch mitnehmen kann. Denn bevor die beiden restlichen Männer-Viertelfinals nach der zweiten Regenunterbrechung endgültig auf Donnerstag verschoben wurden, ging er im zweiten Satz bei eigenem Aufschlag 5:3 und 30:15 in Führung. Offen ist aber, inwiefern ihm das Handgelenk, das er sich am Ende des ersten Satzes behandeln und einbandagieren liess, Schmerzen bereitet. Es wäre nicht das erste Mal: 2016 musste Nadal wegen einer Entzündung des linken Handgelenks vor der Drittrunden-Partie gegen Marcel Granollers Forfait erklären.

Der wieselflinke Aussenseiter

Es hätte für den zehnfachen French-Open-Champion auch noch schlimmer kommen können. Bis zu einer ersten Regenunterbrechung hatte der nur 1,70 m grosse, aber wieselflinke und mutig aufspielende Schwartzman dominiert. Er führte auch im zweiten Satz mit einem Break 3:2. In den lediglich 15 Minuten, die nach der Pause nochmals gespielt werden konnten, wendete Nadal das Blatt aber mit drei gewonnenen Games in Folge. Beim zweiten Unterbruch half der Regen dem Argentinier und verhinderte – vorerst – Nadals Satzausgleich.

In 85 Matches in Roland Garros hat Nadal nur gerade neun Mal den ersten Satz verloren – sieben Mal wendete er die Partie noch. Auch diesmal bleibt er der klare Favorit, wenn das Handgelenk mitspielt.

Del Potro und Cilic auf Augenhöhe

Auch im zweiten Viertelfinal vom Mittwoch ist noch keinerlei Vorentscheidung gefallen. Zwischen dem zweiten Argentinier Juan Martin Del Potro und dem Kroaten Marin Cilic steht es im ersten Satz 5:5 im Tiebreak. Die Verschiebung ist vom Programm her kein grosses Problem, da die Männer-Halbfinals erst am Freitag vorgesehen sind.

Den zweiten Halbfinal bestreiten der Österreicher Dominic Thiem und der italienische Überraschungsmann Marco Cecchinato.

Duell um die Nummer 1 bei den Frauen

Mit der Rumänin Simona Halep und der Spanierin Garbiñe Muguruza erreichten die Nummern 1 und 3 der Welt standesgemäss die Halbfinals des Grand-Slam-Turniers in Frankreichs Hauptstadt. Die Siegerin dieses Spiels wird am Montag auch die Spitze der Weltrangliste behalten, respektive übernehmen.

Halep setzte sich nach einem Fehlstart und 0:4-Rückstand 6:7 (2:7), 6:3, 6:2 gegen die Deutsche Angelique Kerber durch, Muguruza ohne Probleme 6:2, 6:1 gegen die Russin Maria Scharapowa. Die in Venezuela geborene Spanierin triumphierte 2016 in Roland Garros und letztes Jahr in Wimbledon, während Halep nach drei verlorenen Grand-Slam-Finals noch auf ihren ersten Major-Titel wartet.

Muguruza in glänzender Form

Auch diesmal könnte es für Halep, die bereits 31 Wochen die Nummer 1 war, eng werden mit dem ersehnten Triumph. Denn die 24-jährige Muguruza hinterlässt bislang einen bestechenden Eindruck. In fünf Partien hat sie nur gerade 20 Games und noch keinen Satz abgegeben. Auch Scharapowa, die French-Open-Siegerin von 2012 und 2014, konnte die Spanierin nicht in Bedrängnis bringen. Nur gerade 70 Minuten konnte sie Widerstand leisten. Im Duell zweier Spielerinnen, die ihre Stärken in der Offensive haben, war es Muguruza, die wesentlich mehr Druck entwickelte und dabei kaum Fehler beging.

«Es ging darum, als Erste die Initiative zu ergreifen», erklärte die grossgewachsene Spanierin. «Ich war vom ersten Moment an fokussiert. Jeden Punkt, jedes Game.» Auch gegen Halep hat Muguruza in drei von vier Duellen gewonnen, allerdings blieb die Rumänin im einzigen Spiel auf Sand siegreich.

Haleps Steigerung

Halep, die in Paris 2014 gegen Scharapowa und letztes Jahr gegen Jelena Ostapenko im Final verloren hatte, startete gegen Kerber äusserst fehlerhaft. Sie überzeugte danach aber durch ihre üblichen Qualitäten wie Kampfkraft, starke Defensive und die Fähigkeit, ihre Taktik anzupassen. «Ich bin nach dem ersten Satz stark geblieben», sagte die 26-Jährige aus dem Schwarzmeer-Ort Constanta. «Kerber bringt immer den Ball zurück, und ich habe zu viel versucht. Dann habe ich die Taktik geändert, und das war erfolgreich.»

Im Halbfinal am Donnerstag wird sie aber bestrebt sein müssen, die Initiative zu ergreifen ohne zu viele Fehler zu begehen. Im zweiten Halbfinal stehen sich die Amerikanerinnen Sloane Stephens und Madison Keys gegenüber.

Paris. French Open. Grand-Slam-Turnier (39,2 Millionen Euro/Sand). Männer. Viertelfinals. Zwischenstände (Fortsetzung am Donnerstag): Rafael Nadal (ESP/1) - Diego Schwartzman (ARG/11) 4:6, 5:3, 30:15. Marin Cilic (CRO/3) - Juan Martin Del Potro (ARG/5) 6:6 (5:5).. – Halbfinal-Tableau: Nadal (1)/Schwartzman (11) - Cilic (3)/Del Potro (5), Cecchinato - Thiem (7).

Frauen. Viertelfinals: Simona Halep (ROU/1) s. Angelique Kerber (GER/12) 6:7 (4:7), 6:3, 6:2. Garbiñe Muguruza (ESP/3) s. Maria Scharapowa (RUS/28) 6:2, 6:1. – Halbfinal-Tableau: Halep (1) - Muguruza (3), Keys (13) - Stephens (10).

(fal/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Kenner der Szenerie am 06.06.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kerber wie Graf? Niemals!

    Wenn ich schon höre, dass die Medien A. Kerber mit S. Graf vergleichen, bekomme ich Stehhaare. Graf war eine eiskalte Maschine auf dem Platz, verlieren kannte sie selten. Kerber ist mental nicht mal ansatzweise, wie sie. S. Williams ist auf dem Level der ehemaligen Brühlerin!

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  • Simon am 06.06.2018 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht nicht gut aus

    Wieder das Handgelenk. Gegen Schwartzman wird er sich vermutlich noch durchkämpfen, aber ich befürchte, dass Nadal nicht bis zum Ende des Turniers spielen kann.

  • Steffen am 06.06.2018 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für beide gleich

    Nadal gewinnt. Sein Wille trägt ihn zum Sieg

Die neusten Leser-Kommentare

  • koma am 07.06.2018 03:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krankhaft

    sein gehabe und seine krankhaften ticks usw... finde ich seit jahren absolut unwürdig als vorbild für den tennissport; "sandplatzkönig" hin oder her...der tennissport verkommt immer mehr zum kampf der "sportplatz-schreihälse". warum nur macht das federer nicht.....weil er lieber spielt als schreit....

  • Sonusfaber am 06.06.2018 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blenden(d)

    lasst euch nicht blenden, denn nadal geht es blendend - seine vermeintlichen probleme sind seit eh nichts anderes als ablenkungsmanöver, unfaire versuche, dem gegner den wind aus den segeln zu nehmen ... er wird den match für sich entscheiden!

    • am 07.06.2018 01:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sonusfaber

      Was? Ganz bestimmt nicht! Ein Nadal hat das nicht nötig, mit unfairen Mitteln zu spielen! Das kennt man nur von Djokovic, wenn er den sterbenden Schwan spielt! Aber der ist ja zum Glück out!!

    • Sonusfaber am 07.06.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nö

      djokovic ist der fairste!

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  • Insider am 06.06.2018 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt davon

    Das kommt davon wenn man zu oft 5 vs 1 macht!

  • Simon am 06.06.2018 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht nicht gut aus

    Wieder das Handgelenk. Gegen Schwartzman wird er sich vermutlich noch durchkämpfen, aber ich befürchte, dass Nadal nicht bis zum Ende des Turniers spielen kann.

  • Silvan Rasser am 06.06.2018 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt als Fussballer

    Nadal wäre ein guter Fussballer! Auch so eine Ballerina